Marco Rose hatte auch nach dem Spiel noch Diskussionsbedarf. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Borussia Mönchengladbach musste in der Champions League eine bittere und dazu unverdiente Niederlage hinnehmen. Gegen Inter Mailand unterlagen die Borussen am Dienstagabend mit 2:3. Im Kampf um das Achtelfinal-Ticket eine schmerzhafte Niederlage, nach der es nun am letzten Spieltag zu einem Herzschlagfinale in Gruppe B kommt. 

Borussias Trainer Marco Rose standen weiterhin Ramy Bensebaini (positiver Covid-19-Test) und Jonas Hofmann (Muskelbündelriss) nicht zur Verfügung. Dazu musste Nico Elvedi aufgrund einer im Training zugezogenen muskulären Verletzung passen. Im Vergleich zum Sieg gegen Schalke rotierte Rose diesmal auf drei Positionen: Denis Zakaria, Patrick Herrmann und Breel Embolo machten Platz für Stefan Lainer, Christoph Kramer und Lars Stindl. 

Die Ausgangslage vor der Partie war klar. Durch die überraschende 0:2-Niederlage von Real Madrid bei Schachtar Donezk brauchten die Borussen einen Sieg, um sicher ins Achtelfinale einzuziehen. Die Schwarz-Blauen aus Mailand brauchten auf jeden Fall einen Sieg, um generell noch Chancen zu haben, in Europa zu überwintern.

Intensive Anfangsphase, Jantschke klärt gleich zweimal 

Inter musste also kommen und tat das in der Anfangsphase auch. Die Borussen hielten dagegen und liefen gleich gut an, um die Angriffsversuche im Keim zu ersticken. In Minute 6 gelang das aber nicht so gut, doch Jantschke rettete vor dem Tor gleich zweimal in Höchster Not gegen Martinez (6.). Es war viel Pfeffer in der Anfangsphase, in der beide Teams die Kugel wollten.

Darmian bringt Inter in Front, Fohlenelf knabbert am Gegentor

Optisch hatten die Fohlen mehr vom Spiel, doch gefährlich wurde es immer dann, wenn Inter zu schnellen Umschaltmomenten kam. So wie nach einer Viertelstunde, als sich Lukaku nach Ballgewinn auf die Reise machte und dann in den Rückraum spielte. Dort lauerte Young an der Strafraumkante und zog ab – gut einen Meter neben das Tor (15.). Zwei Minuten später machte es dann Darmian besser. Darmian wurde auf rechts frei gespielt und zog aus spitzem Winkel direkt und versenkte die Kugel durch die Beine von Sommer zum 1:0 in den Maschen (17.).

Eine nicht unverdiente Führung der Schwarz-Blauen, die bis dahin offensiv besser und gefährlicher in Erscheinung getreten waren. Barella hatte dann die Chance zum 2:0, schoss aber am Tor vorbei (23.). Auf der Gegenseite hatten die Borussen auch nach 25 Minuten noch keinen Schuss aufs Tor getätigt. Die Fohlenelf war in dieser Phase zu passiv und bewegte sich nicht mehr so gut, wie zu Beginn.

Fohlenelf taut auf – und belohnt sich

In der 26. Minute gab es dann mal einen Abschluss des VfL, bei dem Wendt die Kugel neben das Tor setzte. Dann mal ein guter Angriff über Stindl und Lazaro, der dann flach in die Mitte spielte, wo Handanovič zur Stelle war (32.). Eine Minute später Sommer mit einem klasse Reflex beim Schuss aus kurzer Distanz gegen Martinez (33.). Auf der Gegenseite versuchte es Lainer aus der Distanz, Handanovič wehrte ab (36.). Dann klärte Handanovič gegen Thuram (37.). Die Fohlenelf war jetzt viel besser im Spiel und drängten auf den Ausgleich.

Die Fohlenelf war jetzt voll da und belohnte sich dann auch mit dem Pausenpfiff für ihre Bemühungen und kam zum Ausgleich. Nach einem klasse Spielzug über Ginter, Stindl und Lazaro war es schlussendlich Plea, der relativ frei zum Kopfball kam und dann per Aufsetzer zum 1:1 traf (45.+1). Ein verdienter Ausgleich der Borussen, die schwer in die Partie kamen und nach dem Rückstand etwas Zeit brauchten, dann aber immer besser wurden und durch Plea ausgleichen.

Zum zweiten Durchgang nahm Rose einen Wechsel vor: Zakaria kam für Jantschke. Und der Schweizer übernahm dann auch die Position vom „Fußball-Gott“. Damit verbunden war eine Systemumstellung auf 3-5-2, wo Lazaro und Wendt die Außen besetzten. Die erste Großchance hatte dann der VfL. Nach einer Ecke kam Thuram zum Kopfball, setzte die Kugel aber knapp am Tor vorbei (51.). Auf der Gegenseite kam Lukaku zum Abschluss, doch die Gladbacher hatte den Fuß dazwischen (53.).

Martínez erst an den Pfosten, dann trifft Lukaku

Noch eine halbe Stunde war zu spielen im Borussia-Park und der Druck lag definitiv bei Inter Mailand. Die Schwarz-Blauen mussten hier gewinnen, um noch im Geschäft zu bleiben. Die Fohlenelf hingegen, ließ sich nicht aus der Reserve locken, sondern bleib konzentriert und spielte ihren Stiefel runter. Dann hatten die Borussen Glück, dass Martinez bei seinem Schuss lediglich den rechten Pfosten traf (62.).

Dann aber kam Top-Torschütze Lukaku und brachte Inter erneut in Front. Nach Ballverlust von Thuram im Mittelfeld schnappte sich Lukaku die Kugel. Der bullige Angreifer setzte sich gegen Zakaria durch und versenkte Edie Kugel Flach zum 2:1 in den Maschen (64.). Ein tolles Tor des Angreifers, der in dieser Situation nicht zu stoppen war.

Lukaku trifft erneut, Plea auch

In der 73. Minute sorgte Lukaku mit seinem zweiten Treffer fast den Deckel drauf. Nach messerscharfen Zuspiel von Hakimi traf der Angreifer zum 3:1 (73.). Ein Nackenschlag für die Borussen, die aber wenige Minute später nochmal herankamen. Pléa wurde auf der rechten Seite Richtung Tor geschickt und versenkte die Kugel mit rechts souverän im lange Eck zum 2:3 (76.). Etwas eine Viertelstunde blieb der Fohlenelf dann noch, um noch zum Ausgleich zu kommen.

Schiedsrichter erkennt klares Tor ab

Und der kam dann auch und wäre verdient gewesen, doch Schiedsrichter Makkelie erkannte den Treffer von Plea nach Hinweis vom VAR und Ansicht der Videobilder wieder ab. Embolo soll Inter-Keeper Handanovič die Sicht genommen haben. Doch dem war nicht so (76.). Noch nicht mal Inter hatte sich nach dieser Situation beschwert. Diese Szene erhitzte zu Recht die Gemüter um Marco Rose, der für seine Beschwerden die Gelbe Karte sah.

In der Schlussphase bemühten sich die Fohlen zwar noch und quetschten nochmal alles aus sich heraus, kamen aber nicht mehr wirklich in die gefährliche Zone. Am Ende blieb es bei der schmerzhaften und bitteren Niederlage für die Borussen, die Inter mehr als Paroli geboten und ohne Zweifel einen Punkt verdient gehabt hätten. Und der wäre auch durchaus  verdient gewesen, aber der Schiedsrichter hatte eben etwas dagegen. Am Ende stand eine ganz bittere Heimniederlage für die Fohlen, die für ein Herzschlagfinale am letzten Spieltag sorgt. Alle vier Teams können dann noch weiterkommen – oder ausscheiden. Die Fohlenelf muss jetzt in der kommenden Woche in Madrid seine Hausaufgabe erledigen, um ins Achtelfinale einzuziehen.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Jantschke (46. Zakaria), Wendt – Kramer, Neuhaus – Lazaro, Stindl (70. Embolo), Thuram – Plea

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Grün (ETW), Beyer, Lang, Poulsen, Bénes, Herrmann, Traoré

Inter Mailand: Handanovič – Skriniar, de Vrij, Bastoni – Brozovic – Darmian (60. Hakimi), Barella, Gagliardini, Young – Lukaku, Martinez (71. Sanchez)

Weiter im Kader: Radu (ETW), Stankovic (ETW), d’Ambrosini, Ranocchia, Eriksen, Sensi

Tore: 0:1 Darmian  (17.), 1:1 Plea (45.+1) 1:2 Lukaku (64.), 1:3 Lukaku (73.), 2:3 Plea (76.)

Gelbe Karten: Stindl, Lainer, Rose, Plea / Martinez, de Vrij, Barella, Young, Lukaku, Gagliardini, Bastini

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Danny Makkelie (Niederlande)

Zuschauer: Fehlanzeige (Borussia-Park)