Lars Stindl traf doppelt beim verdienten 3:1-Sieg gegen Paderborn. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach hat im Kampf um die Champions League nun alle Trümpfe in der Hand. Die Fohlenelf erfüllte die Pflichtaufgabe bei Bundesliga-Absteiger mit 3:1 und schob sich dank des Ausrutschers von Bayer Leverkusen (0:2 in Berlin ) auf den vierten Tabellenplatz vor. Patrick Herrmann und Lars Stindl per Doppelpack trafen für die Borussen.


Borussias Trainer Marco Rose musste auf der Zielgeraden der Saison auf einige seiner Spieler verzichten – vor allem die Ausfälle des Top-Duos um Marcus Thuram (Sprunggelenksprobleme) und Alassane Plea (Muskelverletzung an den Adduktoren) und Denis Zakaria (Knieoperation) fiel dabei heftig ins Gewicht. Zudem standen wie auch schon beim Sieg gegen Wolfsburg Tobias Strobl (Muskelfaserriss), Raffael (Fußprobleme) und Fabian Johnson (muskuläre Probleme) nicht zur Verfügung. Ebenso konnte Nico Elvedi aufgrund einer Gelbsperre nicht zur Verfügung.

Dafür konnte Ramy Bensebaini nach seiner abgesessenen Gelbsperre wieder mitwirken. Und der Franzose rückte auch gleich wieder in die Viererabwehrkette und bekam den Vorzug vor Oscar Wendt. Für den gesperrten Elvedi begann, wie von Rose im Vorfeld bereits angekündigt, Tony Jantschke in der Innenverteidigung. Dazu bekam Patrick Herrmann wieder den Vorzug vor Ibrahima Traoré.

Fohlenelf mit Blitzstart

Für die Borussen war die Ausgangslage und die Marschroute für das Spiel klar: Sie mussten beim feststehenden Absteiger auf jeden Fall gewinnen, um sich die Chance auf die Champions League zu erhalten. Dementsprechend ging die in Weiß spielende Fohlenelf das Spiel auch an. Hofmann gab den ersten Warnschuss ab, doch die Kugel verfehlte das Ziel um ein paar Meter (3.). 

Eine Minute später zappelte die Kugel dann aber in den Maschen des SCP. Stindl schickte Embolo mit gut getimten Pass in den Strafraum, wo der Schweizer erst an Schlussmann Zingerle unterliegt. Herrmann hatte aber aufgepasst, nutzte den Rebound und schob zum 1:0 ins leere Tor ein (4.).

Ein Auftakt nach Maß für die Borussen, die nun natürlich alle Trümpfe in der Hand hatten. Doch der Absteiger wehrte sich auch nach dem Rückstand und hielt gut dagegen. Torchancen gab es dann erst mal nicht – bis zur 15. Minute. Nach einem Foul an Herrmann gab es Freistoß für die Borussen. Hofmann legte sich die Kugel zurecht und visierte aus 25 Metern über die Mauer hinweg den linken Torwinkel an. SCP-Schlussmann Zingerle hatte den Braten gerochen und fischte die Kugel mit einer tollen Flugparade aus dem Winkel. Die anschließende ecke brachte nichts ein.

Paderborn macht gut mit

Die Borussen überließen den Gastgebern überwiegend die Kugel und lauerten ihrerseits auf Fehler und Konter. Allerdings gab es dazu kaum Gelegenheiten, denn Paderborn machte den Borussen das Leben schwer. Dann hatte Embolo eine gute Möglichkeit nachzulegen, verfehlte das Ziel aber um ein gutes Stück (24.).

Inzwischen kam aus Berlin eine gute Nachricht für die Borussen. Matheus Cunha hatte die Hertha im Spiel gegen Leverkusen in Front gebracht (22.), so dass die Fohlenelf nun vor die Werkself auf Platz vier gerückt war. In Paderborn war es dann Neuhaus, der es mal aus der Distanz versuchte, doch der Schluss flog über die Querlatte (28.). Paderborn machte mit – weil die Borussen die aber auch ließen.

Generell war es eine ausgeglichene Partie, in der vor allem Paderborn weiter deutlich machte, sich nicht abschlachten zu wollen. Der SCP zeigte sich mutig und versuchte Torchancen zu kreieren. Auf der anderen Seite hatte die Fohlenelf damit ihre Probleme. Zur Pause blieb es bei der knappen Führung für die Fohlenelf, die aber nicht unverdient war. Dennoch hatte die Borussia Arbeit mit dem SCP, der gut mitmachte und den Borussen das Leben schwer machte. Nach 45 Minuten war die Fohlenelf auf Champions League-Kurs, da Leverkusen 0:1 in Berlin zurücklag. Und auch Leipzig lag gegen Dortmund im Hintertreffen.

Fohlenelf mit drei guten Chancen, aber Paderborn triff 

Für Truppe von Marco Rose war der Auftrag für die zweiten 45 Minuten klar definiert: Schnell nachlegen und den Auswärtssieg unter Dach und Fach bringen. Und so kamen die Borussen dann auch aus der Kabine. Herrmann hätte beinah den Doppelpack geschnürt, nette die Kugel aber lediglich an den Pfosten (46.). Kurze Zeit später setzte Hofmann Embolo mit einer Hereingabe in Szene. Der Angreifer stand vielversprechend im Strafraum, konnte aber nicht genügend Druck hinter die Kugel bringen (48.). Eine Minute später scheiterte Herrmann mit seinem Schuss an Zingerle (49.).

Die Fohlen war on Fire und hatte drei gute Möglichkeiten nach Wiederanpfiff – die sie aber nicht nutzen konnten. Und machst du vorne die Dinger nicht, wird das mitunter bestraft. Und so kam es dann auch zum Leidwesen der Borussen. Ausgerechnet Ex-Borusse Sven Michel brachte dem Absteiger den 1:1-Ausgleich (54.).

Borussia antwortet schnell – Stindl trifft vom Punkt

Die Freude darüber wehrte aber nicht lange, denn die Borussen gaben postwendend die richtige Antwort. Nach einem Foul von Hünemeier an Stindl zögerte Schiedsrichter Welz keine Sekunde und zeigte sofort auf den Punkt. Der gefoulte übernahm die Aufgabe selbst, verlud Keeper Zingerle und netzte cool zum 2:1 ein (55.).

Die Borussia war also wieder vorn und auf Kurs Königsklasse, denn mittlerweile führte Berlin mit 2:0 gegen Leverkusen. Es lief also alles für die Fohlenelf, die nun versuchte, schnell den dritten Treffer nachzulegen und so den Deckel auf die Partie zu machen. Embolo hatte dazu die Möglichkeit, scheiterte aber an Zingerle. Allerdings wurde der Schweizer bei seinem Alleingang aufs Tor von Hünemeier erst gebremst, wofür der SCP-Kapitän hinterher zurecht die Gelb-Rote karte sah (66.).

Stindl macht nach Videoassistent den Deckel drauf

Die Borussen spielten also 24 Minuten in Überzahl und hatten alle Chancen, den Dreier mit nach Hause zu nehmen. Nach 73 Minuten war das dann auch amtlich, denn Lars Stindl netzte nach Kopfball-Vorlage von Bensebaini aus kurzer Distanz zum 3:1 ein (73.). Zwar wird der Treffer aufgrund einer möglichen Abseitsstellung in Köln noch mal überprüft, doch der Treffer erhielt zurecht seine Anerkennung.

Damit war die Messe in Ostwestfalen zu Gunsten der Fohlenelf gesungen. Die Fohlenelf brachte den Vorsprung routiniert über die Zeit, holte den unter dem Strich den verdienten Pflichtsieg beim Bundesliga-Absteiger und schob sich aufgrund der Niederlage von Bayer Leverkusen auf Platz vier vor. Am letzten Spieltag reicht den Borussen nun bereits ein Remis, um die Champions League doch noch zu erreichen. Wer hätte das gedacht?! Chapeau Jungs und danke nach Berlin…

Die Kurzstatistik zum Spiel:

SC Paderborn: Zingerle – Dräger (87. Jans), Sabiri (87. Fridjonsson), Hünemeier, Collins – Gjasula, Ritter (87. Zolinski) – Antwi-Adjei, Evans (64. Mamba) – Srbeny, Michel

Weiter im Kader: Huth (ETW), Holtmann, Kilian, Jastrzembski, Prager,

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Jantschke, Bensebaini (84. Wendt) – Kramer, Neuhaus – Herrmann (74. Traoré), Stindl (74. Bénes), Hofmann – Embolo (90. Müsel)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Bennetts, Doucouré, Quizera, Kurt

Tore: 0:1 Herrmann (4.), 1:! Michel (54.), 1:2 Stindl (55./Foulelfmeter), 1:3 Stindl (73.)

Gelbe Karten: Sabiri, Hünemeier, Michel / Jantschke

Gelb-Rote Karte: Hünemeier (66. wiederholtes  Foulspiel)

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Zuschauer: Keine (Benteler-Arena)