Lars Stindl und Denis Zakaria sorgten mit ihren Toren für den ersten Sieg. Foto: Dirk Päffgen.

Mit 3:1 gewann Borussia Mönchengladbach am Sonntagabend gegen Arminia Bielefeld. Im Heimspiel gegen die Ostwestfalen sorgte vor allem ein Doppelschlag in der zweiten Halbzeit für den langersehnten ersten Saisonsieg. Lars Stindl per Doppelpack und Denis Zakaria trafen für die Fohlenelf, die sich zwar über den ersten Sieg und einen kleinen Sprung in der Tabelle freuen kann, dennoch aber nicht eine Menge zu tun hat. 

Borussias Trainer Adi Hütter konnte auch nach der ersten Länderspielpause der Saison nicht aus dem Vollen schöpfen – ganz im Gegenteil. einige Ausfälle zu kompensieren. So standen in Manu Koné (Aufbautraining nach Knieverletzung), Stefan Lainer (Knöchelbruch), Marcus Thuram (Innenbandriss im Knie), Mamadou Doucouré (Reha nach Achillessehenriss) und Ramy Bensebaini gleich fünf Profis nicht zur Verfügung. Dafür konnten Breel Embolo nach auskurierter Muskelverletzung mit Sehnenbeteiligung im Oberschenkel und der nach COVID-19- Infektion genesene Matthias Ginter wieder mitwirken.

Und der Nationalverteidiger rückte auch gleich wieder in die Startelf. Dort fand sich auch Luca Netz wieder, der mit Joe Scally die Flügelzange bildete. Dazu bekam Denis Zakaria im 3-4-2-1-System den Vorzug vor Christoph Kramer.

Bielefeld startet mutig

Die Arminia aus Bielefeld setzte die ersten Nadelstiche. Robert Hack versuchte es gleich nach Anstoß aus der Distanz, doch die Kugel flog weit am Tor vorbei (1.). Zwei Minuten dann der junge Wimmer, der diesmal die Kugel volles genommen nicht richtig traf (3.). Die Ostwestfalen machten ihre Sache in der Anfangsphase wirklich gut und hielten zudem die Borussen in Schach. Nach zehn Minuten kam von der Hütter-Elf bis auf einen verpufften Freistoß nicht viel (9.). Dann aber mal ein schöner Konter mit einem Pass in die Tiefe auf Netz, aber der Lufper Flor ins Leere (12.).

Fohlenelf übernimmt die Kontrolle, Treffer zählt zurecht nicht

Mit zunehmender Spieldauer kam die Fohlenelf dann immer besser in die Gänge und übernahm die Kontrolle. Und das auch, weil die Außen um Netz und Scally offensiv immer wieder mit unterstützten. Dann aber erneut ein guter Abschuss von Bielefeld. Klos zog von der rechten Strafraumkante ab, aber neben das Tor (18.). Auf der Gegenseite dann ein toller Konter des VfL. Hofmann machte sich auf die Reise und spielte dann nochmal quer auf Plea, der die Kugel zwar cool versenkte, aber aufgrund von vorheriger Abseitsstellung nach VAR-Überprüfung zurecht zurückgepfiffen wurde (19.).

Netz und Stindl öffnen die Tür, Arminia gleich aus

Schwer taten sich die Borussen aber weiterhin – weil Arminia schnell anlief und kaum einen Spielaufbau mit Tempo zuließ. Bielefeld war der erwartet unangenehme Gegner für die Borussen. Gut, dass dann ein schöner Angriff für die Führung sorgte. Netz und Stindl spielten Doppelpass, Stindl zog schlussendlich ab und beförderte die Kugel mit einem abgefälschten Schuss zum 1:0 (35.).

Eine erlösende Führung für die Fohlenelf, die bis zur Pause weiter der Chef war, die Offensive suchte und nachlegen wollte. Gelingen sollte das nicht. Stattdessen traf Bielefeld in der Nachspielzeit plötzlich zum Ausgleich – weil man in der Defensive abermals nicht aufmerksam genug war. Die Fohlenelf ließ eine Lücke aufgehen, in die Prietl reinlief und dann genau in den Lauf vom freien Okugawa spielte. Der Angreifer nahm Fahrt auf, scheiterte erst an Sommer, konnte den Nachschuss aber zum 1:1-Ausgleich verwerten (45.+2)., Zwar schaute der „Kölner Keller“ nochmals drauf, kam aber zu dem richtigen Entschluss, der Treffer zurecht galt (45.+2). Die Borussen mussten sich da an die eigenen Nase fassen, weil sie sich hinten eben wieder einen Schnitzer leisteten, der eben bestraft wurde.

Netz muss vom Feld, Sommer pariert

Zum zweiten Durchgang nahm Hütter einen Wechsel vor und brachte Wolf für Hofmann. Die Fohlenelf musste in der zweiten Hälfte einen deutlichen Zahn zulegen und auf die Tube drücken, um endlich den ersehnten Dreier einfahren zu können. Die Ostwestfalen hatten natürlich da etwas gegen und hielt erstmal die Tür zu. Plea zog dann aus der Distanz ab, zur Ecke geklärt, die nichts einbrachte (50.). Auf der Gegenseite setzte Klos die Kugel dann in den Nachthimmel (52.). Sechs Minuten später musste dann auch noch Luca Netz humpelnd das Feld verlassen, Herrmann kam auf den Rasen (58.).

Und plötzlich trifft Stindl, Zakaria macht den Deckel drauf

Mittlerweile war eine Stunde vergangen und es war eine Partie mit vielen Fehlern und Unterbrechungen im Mittelfeld. Dann war Sommer zur Stelle, als er einen Kopfball vom Wimmer festhielt (61.). Acht Minuten später zappelte die Kugel dann plötzlich in den Maschen der Arminia. Nach einem schönen Spielzug über Zakaria und Herrmann war es Stindl, der zum Kopfball kam und die Kugel zum 2:1 versenkte (69.).

Drei Minuten später war es dann Zakaria, der nach einem klasse Spielzug und halb im Fallen zum 3:1 traf (72.). Ein wichtiger Doppelschlag der Fohlenelf, nach dem die Messe auch gesungen war. Bielefeld glaubte nicht mehr an einen Punkt geschweige denn Sieg. Lars Stindl bekam dann in der 77. Minute seinen verdienten Extra-Applaus, Embolo bekam nach seiner Verletzung Spielzeit. 

Am ende bleib es beim 3:1-Sieg für die Fohlenelf, die sich so über den ersten und wichtigen Saisonsieg freuen kann. Guttun wird er allemal, dennoch gibt es nach wie vor eine Menge zu tun. Bielefeld war ein unangenehmer Gegner, mit dem die Hütter-Elf seine Probleme hatte. Gut, dass dennoch ein Sieg herausgesprungen ist. Am Ende bleibt zu hoffen, dass sich Luca Netz nicht schwerwiegend verletzt hat.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Beyer, Ginter, Elvedi – Scally – Zakaria, Neuhaus (, Netz (58. Herrmann) – Hofmann (46. Wolf) , Stindl (77. Embolo) – Plea

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Kramer, Noß, Bennetts

Arminia Bielefeld: Ortega Moreno – Brunner, de Medina, Nilsson, Laursen – Wimmer (70. Lasme), Prietl – Schöpf, Okugawa (77. Okugawa), Hack – Klos (77. Serra)

Weiter im Kader: Kapino (ETW), Andrade, Czyborra, Ramos, Kunze

Tore: 1:0 Stindl (35.), 1:1 Okugawa (45.+2), 2:1 Stindl (69.), 3:1 Zakaria (72.)

Gelbe Karten: Scally / Hack

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Zuschauer: 24.500 (Borussia-Park)