Jonas Hofmann war beteiligt am frühen Doppelschlag in Wolfsburg. Foto: Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach ist es gelungen, den Heimsieg gegen den BVB zu vergolden und klettert so in der Tabelle weiter nach oben. Beim VfL Wolfsburg gewannen die Borussen am Samstag am Ende verdient mit 3:1. Breel Embolo, Jonas Hofmann und Joe Scally in der Nachspielzeit sorgten für den ersten Saison-Auswärtssieg der Fohlenelf, die in der Volkswagen-Arena alles reinwarf und eine mehr als ordentliche Leistung anbot.

Borussias Trainer Adi Hütter musste in der VW-Stadt weiterhin auf Stefan Lainer (Rehe nach Knöchelbruch), Marcus Thuram (Reha nach Innenbandriss im Knie), Mamadou Doucouré (Reha nach Achillessehenriss) und Ramy Bensebaini (Schlag) verzichten und nahm im Vergleich zum Sieg gegen den BVB lediglich eine Änderung im 3-4-2-1-System vor: Jordan Beyer rückte in die Startelf und bekam den Vorzug vor Tony Jantschke.

Embolo und Hofmann sorgen für Blitzstart-Führung

Es ging gleich rund in der Volkswagen-Arena. Gerade die Fohlenelf drückte sofort aufs Gaspedal und nutzte direkt die ersten beiden Möglichkeiten, um sich in Front zu bringen. Erst nutzte netzte Embolo nach Freistoß von Hofmann artistisch per tollem Fallrückzieher aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (5.), ehe Hofmann nur 38 Sekunden später nach einem tollen Pass von Embolo am herauslaufenden Wölfe-Keeper Casteels vorbei zum 2:0 einschob (7.). Zwar würde der Treffer nochmals im ‚Kölner Keller‘ überprüft, doch der Treffer zählte zurecht.

Ein starker Start der Fohlenelf, die in der Folgezeit erstmal abwarten konnte, was die Wölfe anzubieten hatten. Viel war das nach diesen beiden kalten Duschen erstmal nicht. Die van Bommel-Truppe zeigte sich vom Doppelschlag beeindruckt und hatte zunächst bis auf den Schuss von Mbabu nicht allzu viel zu bieten (11.). Acht Minuten später dann Aufregung beim Wolfsburg-Anhang, als Beyer  im Strafraum den Volleyschuss von Waldschmidt mit dem Arm blockte. Elfmeter gab es aber nicht, da Weghorst zuvor mit der Hand am Ball war (18.).

Waldschmidt sorgt für den Anschluss

Dann gelang den Gastgebern aber der Anschlusstreffer – mit Unterstützung der Borussen… Baku ließ Stindl auf der linken Außenbahn stehen und brachte die Kugel von links in den Strafraum. Dort lenkte Elvedi den Ball mit dem Arm in Richtung Lukebakio. Waldschmidt nutzte den Abpraller und netzte zum 1:2 ein (25.).

Ein ‚blödes‘ Gegentor für die Fohlenelf, die wenige Minuten später gut und gerne einen Elfmeter hätte bekommen können, als Embolo im Strafraum von Mbabu zu Fall gebracht wurde, doch weder Willenborg noch der VAR befanden diese Aktion als elfmeterwürdig. Es war durchaus allerdings eine Kann-Entscheidung (31.). Fünf Minuten später dann die Möglichkeit für Hofmann, den alten Abstand wieder herzustellen, doch Gerhardt hatte noch rechtzeitig den Schlappen dazwischen (37.). Zwei Minuten später suchte Embolo im 16er direkt den Abschluss, doch Casteels war zur Stelle, beim Nachschuss stand Zakaria dann im Abseits (39.).

So ging es mit einer 2:1-Führung für die Fohlen in die Kabinen. Und die war verdient für die Fohlenelf. Der frühe Doppelschlag und der Auftritt im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit sorgten für diese Erkenntnis. Die Borussen hatten mehr Abschlüsse und zeigten sich effektiv. Von drei Schüssen aufs Tor landeten zwei in den Maschen.

Erst pariert Casteels, dann ist Sommer zur Stelle

Während Marc van Bommel zur zweiten Hälfte einen Doppelwechsel vornahm, so sah Adi Hütter keinen Grund, an seiner Elf etwas zu ändern. Den Wölfen gehörte dann auch der erste Nadelstich. Weghorst faste sich ein Herz, setzte die Kugel aber weit neben den rechten Pfosten (48.). Drei Minuten später zog Koné im Anschluss an eine Ecke ab, scheiterte aber am stark reagierenden Casteels (51.). Auch sein Gegenüber war wenige Minuten hellwach. Nach dem strammen Schuss von Lukebakio tauchte Sommer ab und rettete mit einem starken Reflex (54.). Zwei Minuten später Ginter mit einem Kopfball zentral aufs Tor, aber Casteels hatte keine Mühe (56.). 

Mittlerweile hatte Hütter zweimal gewechselt und Herrmann und Kramer für die abermals überzeugenden Netz und Koné aufs Feld geschickt. Es liefen die letzten zwanzig Minuten in Wolfsburg und die Wölfe hatten in dieser Phase mehr vom Spiel und liefen an gegen die Fohlenelf, die recht tief stand und die Räume eng hielt. Die Borussen lauerten derweil auf Konter.

Stindl verpasst die Entscheidung, für die sorgt dann Scally

Wolfsburg blieb dran und wollte den Ausgleich. Mitten in diese Phase hinein, bekam die Fohlenelf zurecht einen Elfter zugesprochen. Lacroix holte Embolo im Strafraum von den Beinen, klare Sache von Strafstoß. Lars Stindl trat an und verschoss, weil er die Kugel viele zu unplatziert nach rechts schoss (78.). Vier Minuten später bewahrte dann der Videobeweis die Wölfe vor dem nächsten Platzverweis. Roussillon hatte den durchstartenden Hofmann vor dem 16er zu Fall gebracht, aber dabei den Ball gespielt (84.).

In den Schlussminuten warf Wolfsburg alles nach vorne, doch die Fohlenelf hielt mit vereinten Kräften und einem starken Sommer dagegen. Und in der Nachspielzeit war es dann Scally vorbehalten, den Deckel auf die Partie zu machen. Nach einem weiten Abschlag von Sommer schnappte sich der US-Boy die Kugel, marschierte los und vollendete zum 3:1-Endstand (90.+5). So durften sich die Borussen am Ende über den ersten Auswärtssieg der Saison freuen und können mit einem positiven Gefühl und sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen in die Länderspielpause gehen. Das ist gleichermaßen wichtig und tut gut. Auch, weil mal wieder auch das Glück auf seiner Seite hatte und gekämpft hat. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

VfL Wolfsburg: Casteels – Gerhardt (46. Roussillon), Bornauw (46. Brooks), Lacroix, Mbabu – Arnold, Guilavogui (79. Ginczek) – Lukebakio (66. L. Nmecha), Waldschmidt, Baku (79. Philipp) – Weghorst

Weiter im Kader: Servan (ETW), F. Nmecha, Steffen, Vramckx

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Ginter, Elvedi, Beyer – Scally, Zakaria, Koné (60. Kramer), Netz (58. Herrmann) – Hofmann, Stindl – Embolo

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Bénes, Neuhaus, Wolf, Bennetts, Plea

Tore: 0:2 Embolo (5.), 0:2 Hofmann (7.), 1:2 Waldschmidt (25.), 1:3 Scally (90.+5)

Gelbe Karten: Bornauw, Baku, Waldschmidt, Lacroix, Weghorst, Roussillon / Stindl, Zakaria, Beyer

Gelb-Rote Karte: Lacroix (76., wiederholtes Foulspiel)

Bes. Vorkommnisse: Stindl scheitert mit Foulelfmeter an Casteels (78.)

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Zuschauer: 12.845 (Volkswagen-Arena)