Der Ausgleich für Bayer gegen den VfL, am Ende gewann die Werkself 4:3. Foto: team2sportphoto

Nach zuvor fünf Bundesligaspielen ohne Niederlage ging Borussia Mönchengladbach am 7. Spieltag erstmals wieder leer aus. Am Sonntagabend unterlagen die Borussen trotz zweimaliger Führung mit 3:4 bei Bayer Leverkusen und rutschten auf den 7. Tabellenplatz ab. Lars Stindl per Doppelpack und Valentino Lazaro erzielte Tore für die Fohlenelf.

Borussias Trainer Marco Rose hatte gegen die Werkself nahezu alle Mann an Bord. Lediglich Andreas Poulsen (Schulter-OP), Mamadou Doucouré und Danis Zakaria (Aufbautraining) fehlten weiterhin. Im Vergleich zum starken Auftritt in der Ukraine rotierte der 44-Jährige diesmal nur einmal: Dreierpacker Alassane Plea bekam eine Pause, Breel Embolo stürmte von Beginn an.

In der menschenleeren BayArena gehörte den Gastgebern der erste Abschluss. Wirtz spielte Bailey frei, der die Kugel knapp neben den rechten Pfosten setzte (2.). Die Werkself attackierte die Fohlen von Beginn an schon weit in deren Hälfte und lauerte auf Fehler im Spielaufbau. Vor allem Wirtz und Bailey traten oft in Erscheinung.

Auf der Gegenseite wartete die Fohlenelf in der Anfangsphase erstmal ab. Dann gab es die erste Offensivaktion der Borussen, nach der Marcus Thuram nach einem Zusammenprall im Strafraum mit Lars Bender und Hrádecký erstmal liegen bleib und kurzzeitig behandelt werden musste. Doch alle Akteure konnten weitermachen (8.).

Leverkusen hat die Kugel, aber Borussia trifft

Weiterhin war es so, dass Leverkusen mehr Ballbesitz hatte und auch die gefährlichere Mannschaft war, doch sie machten eben nichts draus. Dafür die Borussen, die ihren ersten Torschuss nutzen und sich in Führung brachten. Hrádecký räumte Embolo im Strafraum ab – klarer Fall von Strafstoß. Lars Stindl übernahm die Verantwortung, verlud Leverkusens Keeper und vollendete in die Mitte zum 1:0 für die Fohlen (18.).

Bayer antwortet schnell, Borussia auch

Es keine Führung, die in der Luft gelegen hatte, aber die Fohlenelf zeigte sich eben effektiv und nutzte ihre erste Gelegenheit. Doch die Antwort der Werkself ließ nicht allzu lange auf sich warten. Zunächst wurde der vermeintliche Ausgleich von Amiri aufgrund von Abseits vom VAR zurecht zurückgenommen (20.), ehe Alario nach einem schnellen Konto mit einem Traumtor das 1:1 besorgte (27.).

Doch auch darauf hatte die Fohlenelf die passende Antwort und münzten auch den zweiten Torschuss in einen Erfolg um. Thuram drang von links in die Mitte, sein Abschluss wurde zunächst geblockt. Den Abpraller spitzelte Wirtz unglücklich zu Stindl, der frei vor Hrádecký zum 2:1 einsetzte (31.). Im Kölner Keller schaute sich Bibiana Steinhaus die Szene im Anschluss nochmal an, gab aber den Treffer.

Fohlenelf mit Chancen zum 3:1, aber Alario schnürt den Doppelpack

Wieder lag die Borussia also vorn. Aufgrund der Spieldaten etwas überraschend, aber vorne waren die Borussen eben effektiv. Und kurze Zeit später hätte es sogar gut und gerne 3:1 stehen können, doch zunächst rettete Hrádecký gegen Embolo, ehe Bensebaini den Rebound an die Unterkante der Torlatte zimmerte (34.). Sechs Minuten später setzte Thuram die Kugel nur um weniger Meter am Tor vorbei (40.).

Dafür nutzte Alario dann seine Chance und traf zum 2:2-Ausgleich. Wirtz brachte eine Flanke von rechts und fand Alario, der sich gegen Elvedi Platz verschaffte. Sommer eilte hinzu, verschätzte sich dabei aber, so dass Alario einköpfen konnte (41.). Das war der Schlusspunkt unter einer höhst interessanten ersten Halbzeit. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, machten Fehler, die jeweils genutzt wurden und hatten zwei Doppelpacker in ihren Reihen.

Gleiches Bild wie in Durchgang eins

Zum zweiten Durchgang nahm Marco Rose einen Wechsel vor: Hannes Wolf kam für Florian Neuhaus. Unterdessen hatte Bayer04 wie zu Beginn auch nach Wiederanpfiff den besseren Start. Beide Male war Bailey beteiligt. Erst erreichte ein Zuspiel vom Jamaikaner Dhabi nicht ganz, ehe er selbst seinen Aufsetzer nur haarscharf neben das Gehäuse setzte (50., 52.). Die Fohlenelf schaute sich das derweil in Ruhe an und lauerte auf Fehler der Werkself, die in dieser Phase deutlich mehr Ballbesitz hatte (65 Prozent).

Allerdings war es bisher zu wenig, was die Fohlenelf nach vorne machte. Man hatte wenig Mittel, um sich zu befreien. Rose reagierte und brachte nach etwas über einer Stunde Lazaro für Embolo. Kurz davor was Bailey am starken Elvedi und Bensebaini hängengeblieben.

Stindl und Wolf vergeben Großchance, dann trifft die Werkself

Weiterhin war es die Werkself, die mehr Spielanteile hatte, während die Fohlenelf auf Konter lauerte. Und einer davon hätte einfach sitzen müssen, doch zunächst scheiterte Stindl nach Pass von Bensebaini aus spitzem Winkel an Hrádecký, ehe Wolf das Kunststück fertig brachte, die Kugel aus kurzer Distanz über das Gehäuse zu jagen (67.).

Und dann kommt es eben manchmal, wie es kommen muss… Exakt 1 Minute und 8 Sekunden später zappelte die Kugel dann auf der Gegenseite im Netz. Diaby spielte Bailey frei, der die Kugel aus spitzem Winkel durch die Beine von Sommer zum 3:2 in den Maschen versenkte (68.).

Baumgartlinger macht den Deckel drauf

Erstmals lagen die Borussen also hinten in dieser Partie und mussten ihrerseits nun schauen, schnell zurückzuschlagen. Marco Rose zog nochmal drei Joker und brachte Bénes, Plea und Herrmann für Kramer, Lainer und Herrmann.

In der Schlussphase versuchte die Fohlenelf noch einmal alles, doch an der stabilen Werkself gab es kein entscheidende vorbei. Letzte Hoffnungen auf einen Punkt begrub dann Baumgartlinger, der acht Minuten vor Schluss nach einem schnellen Konter zum 4:2 traf (82.).

Lazaro schießt sich in die Auswahl zum Tor des Monats

Damit war der Drops in der BayArena zugunsten der Gastgeber gelutscht. Bayer spielte die letzten paar Minuten runter, die Borussen mussten sich geschlagen geben und nahmen zum zweiten Mal in diese Spielzeit keine Punkte mit. Daran änderte auch das absolute Traumtor von Lazaro nichts, der die Kugel in der Nachspielzeit aus der Luft seitlich annahm und mit der Hacke ins linke Toreck versenkte (90.+4). Ein Traumtor des Angreifers, der damit gute Chancen haben dürfte, bei der ARD-Sportschau zum Torschützen des Monats November gekürt zu werden.

Dass er und die Borussen in Leverkusen leer ausgingen, lag wohl vor allem daran, dass Wolf die Kugel nicht versenkte und Bayer im Gegenzug traf. So müssen die Borussen mit einem Negativerlebnis in die  zweiwöchige Länderspielpause, die ihnen aber sicherlich guttun wird.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Bayer Leverkusen: Hrádecký – L. Bender (85. Dragovic), S Bender, Tapsoba, Wendell – Wirtz, Baumgartlinger, Amiri – Bailey, Alario (80. Bellarabi), Diaby

Weiter im Kader: Lomb (ETW), Jedvaj, Sinkgraven, Tah, Weiser, Demorbay, Palacios

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer (74. Plea), Ginter, Elvedi, Bensebaini – Kramer ( 75. Bénes), Neuhaus (46. Wolf) – Hofmann, Stindl, Thuram (80. Herrmann) – Embolo (63. Lazaro)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Wendt, Traoré

Tore: 0:1 Stindl (19., Foulelfmeter), 1:1 Alario (27.), 1:2 Stindl (31.), 2:2 Alario (41.), 3:2 Bailey (68.), 4:2 Baumgartlinger (82.), 4:3 Lazaro (90.+4)

Gelbe Karten: Hrádecký, L. Bender, Wirtz, Diaby / Bensebaini, Embolo

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)

Zuschauer: Fehlanzeige (BayArena)