Breel Embolo machte mit seinem Fallrückziehertor den Deckel drauf gegen Donezk. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-hautnah.de

Borussia Mönchengladbach hat in der Champions League den zweiten Sieg eingefahren und dabei Schachtar Donezk erneut in die Schranken gewiesen. Gegen den ukrainischen Meister gewannen die Borussen am Mittwochabend unter dem Strich völlig verdient mit 4:0. Lars Stindl per Strafstoß, Nico Elvedi, Brezel Embolo per Fallrückzieher und Oscar Wendt sorgten für den völlig verdienten Sieg der Fohlenelf, die nun mit 8 Punkten die Gruppe B anführt.

Borussia Mönchengladbach musste am vierten Spieltag in der Champions League gegen Schachtar Donezk weiterhin auf Ramy Bensebaini verzichten. Der Algerier befindet sich seit rund einer Woche in häuslicher Quarantäne und ist mit dem Corona-Virus infiziert. Davon genesen war allerdings Alassane Pléa, der Franzose stand Marco Rose nach dem verpassten Spiel gegen den FC Augsburg wieder zur Verfügung. 

Zudem standen Jonas Hofmann (Muskelbündelriss) und Mamadou Doucouré weiterhin nicht zur Verfügung. Denis Zakaria stand nach seiner langen Verletzungszeit erstmals in dieser Saison auch in der Königsklasse auf dem Platz.  Im Vergleich zum Remis gegen den FCA gab es zwei Änderungen: Marcus Thuram und Valentino Lazaro bekamen den Vorzug vor Hannes Wolf und Patrick Herrmann.

Fohlenelf stört früh

Nach einer Schweigeminute zu Ehren des am Tag verstorbenen Diego Maradona gaben die in den schwarzen Europapokaltrikots spielende Fohlenelf den ersten Warnschuss ab. Thuram versuchte es aus der Distanz und setzte die Kugel ein paar Meter neben das Tor (3.). Zwei Minuten später gab es den ersten Eckstoß für die Fohlen, der allerdings nichts einbrachte (5.). Generell gingen die Borussen entschlossen in die Partie und störten Donezk früh.

Stindl sorgt vom Punkt für die verdiente Führung

Und bekamen die Borussen die Kugel, ging es schnell nach vorne. So wie im Minute 10, als Neuhaus die Kugel nach einem schnellen Konter nur knapp am Tor vorbei setzte. Es war eine gute Anfangsviertelstunde der Borussen, die gut pressten und fokussiert zu Werke gingen. Die Belohnung dafür folgte dann auch. Stindl schickte Thuram in den Strafraum. Verteidiger Kryvtsov wusste den Franzosen nur mit einer Grätsche zu stoppen – klare Sache von Elfmeter. Den übernahm Stindl und verwandelte sicher zur 1:0-Führung für die Borussen (17.).

Und die war zu diesem Zeitpunkt völlig verdient, weil die Fohlenelf, die wirklich einen tollen Ball spielte und schnell umschaltete, wenn sie die Kugel hatte. Ein weiteres Beispiel dafür gab es in Minute 21, als Lainer die Kugel nach vorne trieb und dann über Stindl Embolo in Szene setzte. Der Angreifer nahm aus zwanzig Metern Maß und schlenzte die Kugel an den rechten Pfosten (21.).

Elvedi erzielt sein erstes Europapokaltor

Auf der Gegenseite versuchte auch Donzek die Borussen früh zu stören und unter Druck zu setzen, doch so richtig nachhaltig gelang das bisher nicht, weil die Borussen wenig zuließen. Und die Borussen legten stattdessen nach. Erst wurde Embolo im Strafraum nach einem Sahnepass von Neuhaus von Bondar gestört, ehe Elvedi eine Minute später im Anschluss an eine Stindl-Ecke die Kugel per Kopf in den Maschen versenkte (34.). Für den Schweizer war es im 23. Europapokalspiel das allererste Tor in einem UEFA-Wettbewerb überhaupt.

Embolo sorgt artistisch für die Vorentscheidung 

Doch die Borussen hatten noch nicht genug. Und es war Embolo vorbehalten, den. Dritten Treffer zu erzielen. Und was für einen! Nach einem Freistoß von Wendt landete der Ball vom Kopf eines Gäste-Spielers bei Embolo. Der Angreifer stand am langen Pfosten mit dem Rücken zum Tor und bugsierte ihn per Fallrückzieher zum 3:0 in die Maschen. Kann man mal so machen!

So ging wes mit einem 3:0 für die Borussen zum Pausentee. Und die Führung war zweifelsohne verdient.  Die Fohlenelf war zu jeder Zeit und bissig und jederzeit hellwach. Donezk hatte keine Lösung gegen den aggressiven Stil der Rose-Truppe, die die Räume immer gechickt zustellte, bei Ballgewinn blitzschnell umschaltete und dann dreimal eiskalt zuschlug. Von vier Schüssen aufs Tor saßen gleich drei.

Fohlenelf weiter hellwach und lauert

Dass die unveränderte Fohlenelf nach dem Seitenwechsel nicht loslegte wie die Feuerwehr, sondern sich erstmal anschaute, was Donezk zu bieten hatte, war absolut nachvollziehbar. Die Zügel schleifen ließen die Borussen dabei aber nicht. Sie blieben weiterhin konzentriert und lauerten auf Fehler. Die erste Torannäherung gehörte unterdessen den Gästen aus der Ukraine. Tete zog aus gut 30 Metern mit links ab, der Versuch landete aber einige Meter über dem Querbalken (49.).

Auf der Gegenseite wartete die Fohlenelf weiter ab und ließ es ruhiger angehen als noch vor der Pause, ohne dabei aber unkonzentriert zu sein. Im Gegenteil. Donezk hatte zwar mehr Ballbesitz, viel damit anfangen ließen sie die Borussen aber nicht. Fernando versuchte es so mal aus der Distanz, setzte die Kugel aber weit in den Gladbacher Nachthimmel (61.).

Borussia verwaltet die Partie und spielt die Uhr runter

Mittlerweile liefen die letzten zwanzig Minuten und Marco Rose schonte mit Blick auf die Partie am Samstag gegen Schalke 04 Kräfte und nahm gleich einen Dreifachwechsel vor: Patrick Herrmann, Alassane Plea und Denis Zakaria kamen für Lazaro, Embolo und Neuhaus (69.).

Wendt setzt den Schlusspunkt

Die Fohlenelf hatte längst in den Verwaltungsmodus umgeschaltet und spielte die Uhr konzentriert runter. Donezk versuchte es zwar immer wieder, kam aber nicht entscheidend durch. Dafür aber noch einmal die Borussen! Wendts Freistoß-Flanke segelte an Freund und Feind vorbei und schlug zwischen den Pfosten ein – 4:0 (77.)!

Das war der Schlusspunkt unter einer Partei, die die Fohlenelf ach in der Höhe unter dem Strich völlig verdient gewann, weil sie von der ersten bis zur letzten Sekunde an diesem Abend hellwach war, Donezk gerade im ersten Durchgang überfiel, alt aussehen ließ und dann vor allem auch im zweiten Durchgang zum richtigen Zeitpunkt den Deckel endgültig drauf machte. Dass es zum ersten Mal in der Champions League Zuhause kein Gegentor gab lag auch an Sommer, der gerade in der Schlussphase mit starken Reflexen zur Stelle war. Das war insgesamt königlich von den Borussen, die nun mit acht Punkten die Tabelle anführen und gute Chancen haben, sich für das Achtelfinale zu qualifizieren. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt – Kramer, Neuhaus (69. Zakaria) – Lazaro (69. Herrmann), Stindl (81. Bénes), Thuram (84. Traoré) – Embolo (69. Plea)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Grün (ETW), Jantschke, Lang, Poulsen

Schachtar Donezk: Pyatov – Dodo, Kryvtsov, Bondar, Matviienko – Stepanenko – Marlos (71. Marcos Antonio), Alan Patrick (81. Maycon) – Tete, Solomon (59. Fernando) – Junior Moraes

Weiter im Kader: Shevchenko (ETW), Trubin (ETW), Viato, Bolbat, Cipriano, Sudakov

Tore: 1:0 Stindl (17., Foulelfmeter), 2:0 Elvedi (34.), 3:0 Embolo (45.+1), 4:0 Wendt (77.)

Gelbe Karten: Lainer / Stepanenko

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Cüneyt Cakir (Türkei) 

Zuschauer: Fehlanzeige (Borussia-Park)