Die Borussen siegten in Bremen, verpassten aber Europa. Foto: picture alliance/dpa | Carmen Jaspersen

Borussia Mönchengladbach hat sich mit einem Sieg von der Bundesliga-Saison 2020/2021 verabschiedet. Beim SV Werder Bremen gewannen die Borussen am Ende verdient mit 4:2. Lars Stindl, Marcus Thuram, Ramy Bensebaini und Florian Neuhaus schossen die Tore für die Borussen, die dennoch die Qualifikation zur Conference League verpassten, da Union Berlin zuhause gegen RB Leipzig gewann. 

Borussias Trainer Marco Rose hatte im letzten Spiel unter seiner Leitung nahezu alle Mann an Bord. Lediglich Mamadou Doucouré (Operation nach Achillessehnenriss), Torben Müsel und Julio Villalba (beide im Aufbautraining) standen nach wie vor nicht zur Verfügung. Im Vergleich zur Niederlage gegen Stuttgart nahm Rose drei Änderungen in der Startelf vor: Valentino Lazaro, Hannes Wolf und Denis Zakaria bekamen den Vorzug vor Christoph Kramer, Alassane Plea und Jonas Hofmann. Einen Oscar Wendt suchte man also vergebens in der Startelf bei seinem letzten Auftritt für den Klub…

Fohlenelf mit Blitzstart an der Weser

Die Borussen starteten entschlossen in die Partie und brachten sich nach einem tollen Spielzug über mehrere Stationen früh in Front. Thuram schickte  Lainer los, der quer auf den im Strafraum lauernden Stindl spielte. Der Kapitän hielt den Fuß hin und versenkte die Kugle im rechten unteren Eck zum 1:0 für die Fohlenelf (3.).

Das erste Tor im Weserstadion hatten vor allem die Hausherren erstmal hau verdauen, während der VfL sich ‚anschauen‘ könnte, was Werder zu bieten hatte. Viel war das nicht, die Borussen waren deutlich besser im Spiel und suchten ihre Möglichkeiten. So wie Lazaro, der aus der Distanz eine Ecke herausholte, die nichts einbrachte (11.). Oder Elvedi, dessen Kopfball aber wirkungslos blieb (12.). Drei Minuten später kam Friedl Thuram zuvor (15.).

Sommer verhindert den Ausgleich 

Dann hatten die Werder-Mitarbeiter auf der Tribüne schon den Torschrei auf den Lippen, doch Yann Sommer im Tor der Borussen hatte etwas dagegen. Sargent setzte sich auf links durch und spielte im Strafraum quer auf Selke, der mit seinem Ausgleichsversuch am glänzend reagierenden Schweizer Schlussmann scheiterte (19.). Auf der Gegenseite versuchte Thuram nach Vorlage von Stindl die Führung auszubauen, doch Pavlenka hatte bei dem Versuch keine Mühe (23.). Drei Minuten später versuchte es Bittencourt aus der Entfernung – weit am Tor vorbei (27.).

Nach einer halben Stunde war die Führung für die Borussen nicht unverdient – weil sie mehr Ballbesitz hatten und eben die eine Chance nutzten. Allerdings tat die Rose-Truppe in der Folgezeit auch nur das Nötigste. Im Spiel nach vorne war das recht dürftig, was die Fohlen da ablieferten. In Minute 33 hob der Linienrichter nach dem Treffer von Thuram zu Recht direkt die Fahne.

So ging es mit einem knappen 1:0 für die Fohlenelf in die Kabinen. Die Borussen kann gut in die Partie und führten schnell, in der Folgezeit war es aber dünn und zu passiv, was die Borussen da anboten. Auf der Gegenseite kämpfte Bremen und hatte durch Selke die beste Chance zum Ausgleich. Zur Pause hatte der VfL dann Platz sieben inne, weil es in Berlin noch 0:0 stand.

Thuram und Bensebaini machen alles klar

Entschieden war gewiss noch nichts, in alle Richtungen war alles möglich. Marco Rose schickte die Fohlenelf zum zweiten Durchgang in unveränderter Formation zurück aufs Feld. Den ersten Warnschuss nach Wiederanpfiff gaben die Gastgeber ab. Gebre Selassie  versuchte es mit einem wuchtigen Schuss aus der Distanz, Sommer war da und klärte zur Ecke, die nicht zum Erfolg führte (49.). Auf der Gegenseite nutzten die Borussen wie zu Beginn gleich die erste Möglichkeit und bauten die Führung aus. Nachen einem Konter lief Thuram frei auf Pavlenka zu, schüttelte Gebre Selassie ab und schon die Kugel zum 2:0 ins lange Eck (52.).

Und verpasste der EM-Fahrer für Frankreich kurze Zeit später den Doppelpack (56.), so machte Bensebaini wenige Minuten den Deckel auf die Partie. Nach Freistoß von Stindl verlängerte Bensebaini die Kugel per Kopf ins lange Eck – 3:0 für den VfL (58.).

Neuhaus legt noch einen nach, dann trifft Bremen zweimal

Auch Neuhaus durfte sich dann in die Torschützenliste eintragen. Die Kugel sprang im Strafraum von Stindl vor die Füße vom Nationalspieler, der zum 4:0 vollendete (67.). Die Messe war eigentlich gelungen, doch es schlichen sich wieder Abwehrfehler ein, die die bereits geschlagenen Bremer noch zu zwei Treffern nutzten konnten (81., 83.). Bezeichnend für eine Saison.

Am Ende hieß der verdiente Sieger Borussia Mönchengladbach. Der Sieg hat aber nicht gereicht für die Conference League, da ausgerechnet Max Kruse in der Nachspielzeit für den Sieg von Union Berlin gegen RB Leipzig sorgte. Während Bremen den Gang in die 2. Liga antreten muss, so landet die Fohlenelf somit auf dem 8. Tabellenplatz und spielt in der neuen Saison nicht in Europa. Dass dem so ist, wurde aber nicht in Bremen verspielt sondern ist das Produkt einer ganz schlechten Rückrunde… 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

SV Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Toprak (79. Agu), Moisander, Friedl – M. Eggestein – Mbom (55. Ōsako), Bittencourt (79. Möhwald) – Schmid – Selke (67. Füllkrug), Sargent (67. Rashica)

Weiter im Kader: Zetterer (ETW), Bargfrede, Erras, Rieckmann

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini (84. Jantschke) – Zakaria, Wolf (84. Herrmann), Stindl (74. Hofmann), Lazaro (74. Wendt) – Thuram (74. Embolo)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Beyer, Kramer, Plea

Tore: 0:1 Stindl (3.), 0:2 Thuram (52.), 0:3 Bensebaini (58.), 0:4 Neuhaus (67.), 1:4 Rashica (81.), 2:4 Füllkrug (83.)

Gelbe Karten: Moisander / Wolf, Zakaria

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München) 

Zuschauer: Keine (Wohninvest Weserstadion)