Breel Embolo traf neben Ramy Bensebaini doppelt gegen den FCB. Foto: Dirk Päffgen

Mit sage und schreibe 5:0 (!) gewann Borussia Mönchengladbach am Mittwochabend gegen den FC Bayern München und steht somit im Achtelfinale des DFB-Pokals. Im Borussia-Park spielte die Fohlenelf den deutschen Rekordmeister förmlich an die Wand und gewann auch in der Höhe verdient. Es war ein Fußballabend im Borussia-Park, der alles zu bieten hatte und wohl noch lange in bester Erinnerung bleiben wird. 

In der zweiten Runde des DFB-Pokals konnte Adi Hütter erstmals wieder auf Marcus Thuram bauen. Der Franzose kehrte nach seinem Innenbandanriss im Knie in den Kader zurück und nahm zunächst auf der Bank Platz. Auch Matthias Ginter gab nach seiner Zwangspause bei Hertha BSC (Erkältung) sein Comeback und rückte wieder in die Verteidigung. 

Verzichten mussten die Fohlen auf Tony Jantschke: Der ‚Fußballgott‘ zog sich nach einem Zusammenprall im Training mehrere Frakturen im Gesicht zu und fällt definitiv bis zum Ende des Jahres aus. Stefan Lainer ist nach seinem Knöchelbruch zwar wieder zurück im Training, die Partie gegen den Rekordmeister kam für den Österreicher aber noch deutlich zu früh. Außerdem fehlten auch Mamadou Doucouré (Reha nach Achillessehenriss) und Christoph Kramer (Muskelverletzung). 

Im Gegensatz zur 0:1-Niederlage bei Hertha BSC tauschte Borussias Trainer personell lediglich einmal: Matthias Ginter spielte wieder von Beginn an, Luca Netz nahm zunächst auf der Bank Platz.

Blitzstart der Borussen, Koné trifft

Und von da aus sah der Youngster, wie seine Mannschaftskollegen gleich den ersten Angriff nutzen, um sich in Führung zu bringen. Koné nutze einen schlampigen Pass von Davies, setzte sich gegen Müller durch und spielte zu Embolo. Der Angreifer setzet sich gegen Upamecano durch und ließ dann für den nachgerückten Koné liegen. Und der Franzose ließ sich nicht zweimal bitten und schob cool ins kurze Eck ein – 1:0 für den VfL (2.)!

Eine Führung, die die in Weiß spielende Fohlenelf die nötige Sicherheit gab und beflügelte. So ergab sich sieben Minuten die Chance zum 2:0, als Hofmann nach einem tollen Pass von Zakaria auf und davon lief und die Kugel alleine vor Neuer neben das Tor setzte, dabei aber auch von Upamecano bedrängt wurde (9.).

Der FohlenExpress ist nicht zu stoppen, Bensebaini trifft doppelt

Aber die Borussen blieben dran und spielten mit Bayern Katz und Maus. So fiel dann auch der zweite Treffer. Scally marschierte auf der rechten Seite und legte dann quer zu Embolo, der direkt steil auf Hofmann weitergab. Der Nationalspieler spielte flach an den zweiten Pfosten, wo Bensebaini von hinten heranrauschte, Neuer verlud und zum 2:0 einschob (15.).

Der Borussia-Park bebte – und erschütterte sechs Minuten erneut. Hernandez brachte Embolo im Strafraum nach einer Attacke mit hohem Beim zu Fall – klarer Fall von Elfmeter. Bensebaini übernahm die Verantwortung. Der Algerier verzögerte vom Punkt ganz leicht, erwischte Neuer damit auf dem falschen Fuß und netzte zum sage und schreibe 3:0 ein (21.).

Man konnte kaum fassen, was man da als Beobachter in der ersten halben Stunde zu sehen bekam. Die Borussen ließen dem Rekordmeister nicht den Hauch einer Chance, und schlugen dreimal eiskalt zu. Auf der anderen Seite hatte der FC Bayern nicht eine klare Torchance, Goalgetter Lewandowski war abgemeldet. Erstmals in Minute 38 war Sommer gefordert, als er einen Schuss von Gnabry im Nachfassen unter sich begrub. Ansonsten war es das für den FC Bayern, der sich gefragt haben dürfte, ob er denn im falschen Film war. Zur Pause blieb es beim hochverdienten 3:0 für die Fohlenelf, die in den ersten 45 Minuten herausragend spielte und dem FC Bayern den Zahn zog.

Embolo räumt kurz nach der Pause eventuelle letzte Zweifel aus

Die Bayern mussten natürlich jetzt Risiko gehen und hatten auch Möglichkeiten. So wie Goretzka, der aus der Distanz abzog, aber an Sommer scheiterte (49.). Zwei Minuten später machte Embolo dann den Deckel auf die Partie. Der bullige Angreifer kochte Upamecano im Strafraum ab und vollendete zum 4:0 (51.). Sechs Minuten später erneut Embolo. Diesmal nutzte der Schweizer ein Zuspiel von Joker Netz, lief frei auf Neuer zu und versenkte die Kugel über den Innenpfosten zum 5:0 in den Maschen (57.).

Natürlich war allerspätestens zu diesem Zeitpunkt die Messe zu Gunsten der Fohlenelf gesungen. Fünf Tore sind selbst für den großen FCB nicht aufzuholen. Hütter schonte mit Blick auf das kommende Ligaspiel gegen den VfL Bochum am kommenden Sonntag die Kräfte und tauschte durch.

Am Ende blieb es beim im positiven Sinne unfassbaren 5:0-Sieg für die Fohlenelf, die an diesem Abend einfach ganz stark und furios aufspielte und dem FC Bayern München nicht den Hauch einer Chance ließ. Der Einzug in das Achtelfinale des DFB-Pokals ist somit der hochverdiente Lohn. 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Ginter, Elvedi, Beyer (54. Netz) – Scally (69. Herrmann), Zakaria, Koné, Bensebaini – Hofmann, Stindl (69. Plea) – Embolo (73. Thuram)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Bénes, Müsel, Wolf

FC Bayern München: Neuer – Savard, Upamecano (55. Süle), Hernandez, Davies – Kimmich, Goretzka (67. Toliso) – Gnabry (67. Stanisic), Müller, Sané – Lewandowski

Weiter im Kader: Ulreich (ETW), O. Richards, Sarr, Coman, Musiala, Sabitzer

Tore: 1:0 Koné (2.), 2:0 Bensebaini (15.), 3:0 Bensebaini (21.), 4:0 Embolo (51.), 5:0 Embolo (57.)

Gelbe Karten: Zakaria / Upamecano

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Zuschauer: 48.500 (Borussia-Park)