Die Borussen sind aktuell gut drauf und nehmen Kurs auf Europa. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach ist gegen Union Berlin ein souveräner 4:1-Sieg gelungen. Der zehnte Heimsieg der Saison war wichtig, nicht zuletzt mit Blick auf die Champions League. Da bleibt die Fohlenelf dran. Dass man in der kommenden Spielzeit in Europa auf Tour gehen kann, ist nahezu sicher – Ein Punkt fehlt dazu noch. Den wird die Fohlenelf holen. Schon jetzt ist die Spielzeit ein großer Erfolg.


Keine Frage, die Borussen standen im Heimspiel gegen Union Berlin schon unter Druck. Nicht zuletzt nach dem Sieg von Bayer Leverkusen am Freitagabend und den letzten Ergebnissen gegen Bremen und Leverkusen. Die Fohlenelf wollte im Kampf um die Königsklasse weiter oben dranbleiben. Marco Rose hatte mit seiner offensiven Aufstellung ein klares Signal gegeben. 

Und von Beginn an ließ seine Mannschaft auch klar erkennen, gegen Berlin die drei Punkte einfahren zu wollen. Es dauerte 17 Minuten – da traf Florian Neuhaus und erzielte sein viertes Saisontor. Ein persönlicher Rekord für den 23-Jährigen, der schon gegen Bremen stark aufspielte und ein Tor verdient gehabt hätte. Auch in die Geschichtsbücher des Klubs hat sich Neuhaus eingetragen, denn das 1:0 gegen die ‚Köpenicker‘ war das 3.000 Bundesliga-Tor der Borussen.

Damit war der Weg geebnet für den zehnten Heimsieg der Saison, denn nach einer Führung hatten die Borussen in der Saison zuvor noch nie verloren und Union nach einem Rückstand noch nie gewonnen. Kurz vor der Pause traf Thuram zu einem psychologisch wichtigem Zeitpunkt zum 2:0. Zwar kamen ‚Die Eisernen‘ nach der Pause nochmal zum verdienten Anschlusstreffer, doch die Borussen ließen sich davon nicht aus der Bahn werfen und antworteten passend.

Am Ende hieß es 4:1 für die Fohlenelf, die als verdienter Sieger den Platz verließ. Weil man eben viermal eiskalt zugeschlagen hat und zudem in der Defensive bis auf den Gegentreffer kaum etwas hat anbrennen lassen. Es war der zehnte Heimsieg für die Rose-Truppe, die im Borussia-Park „nur“ gegen die Konkurrenz aus Dortmund, Leipzig und Leverkusen verloren hat. Seit dem 0:0 zum Saisonauftakt gegen Schalke trafen die Fohlen außerdem in jedem Bundesliga-Heimspiel mindestens ein Mal. Eine solche Serie gelang zuletzt in Liga zuletzt von August 2012 bis April 2013. Demnach stehen jetzt 56 Punkte nach dem 29. Spieltag auf der Habenseite – so viele wie zuletzt vor 36 Jahren! Damals hatten die Borussen – umgerechnet auf die 3-Punkte-Regel – 57 Punkte.

Schon jetzt haben die Borussen einen Sieg mehr erzielt, als in der Saison 2018/2019. Dazu 56 Tore erzielt – ebenso schon eins mehr als in der Vorsaison. Die Borussen sind auf Kurs und haben die Teilnahme an der Europa League so gut wie sicher. Ein Punkt aus den letzten fünf Spielen fehlt da noch, um sich das auch theoretisch nicht mehr nehmen zu lassen. Die Königsklasse ist auch greifbar, Ausrutscher wird man sich da aber nicht mehr erlauben dürfen.

Denn wie brutal der Wettbewerb um die Königsklasse in dieser Saison ist, zeigt ein Vergleich zur Saison 2015/ 16. In jener Spielzeit reichten unter André Schubert 55 Zähler zum erreichen der Champions-League-Playoffs. In diesem Jahr reicht diese Ausbeute bei weitem nicht, auch wenn die Fohlen ein dickes Polster auf einen Nicht-Europa-Platz haben.