Borussia jubelt zurecht nach dem Sieg im Pokal. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Borussia Mönchengladbach hat die erste Pflichtspielaufgabe der neuen Saison erwartungsgemäß und souverän gemeistert. Im „Auswärtsspiel“ gegen den FC Oberneuland siegten die Borussen in der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal am Ende hochverdient mit 8:0. Vor 300 Zuschauern im Borussia-Park trafen Patrick Herrmann per Doppelpack, Jonas Hofmann, Ramy Bensebaini, Nico Elvedi, Florian Neuhaus per Doppelpack und Ibrahima Traoré für die Fohlenelf.

Pléa und Zakaria nicht dabei 

Borussia Mönchengladbach musste im ersten Pflichtspiel der neuen Saison weiterhin auf Alassane Pléa verzichten. Zwar ist der Franzose mittlerweile wieder im Mannschaftstraining, doch nach seinen muskulären Problemen wollten die Fohlen kein Risiko eingehen und schonten den Top-Scorer aus der vergangenen Saison gegen den FC Oberneuland. Klares Ziel: Pléa soll am ersten Bundesliga-Spieltag in Dortmund auf dem Platz stehen. 

Auch Breel Embolo war nicht mit von der Partie: Der Schweizer verletzte sich im Länderspiel gegen Deutschland und hat am kommenden Montag nochmal einen MRT-Termin, anschließend wird eine genauere Diagnose erwartet. Denis Zakaria (Knie-Operation) befindet sich ebenfalls wieder im Training und wird noch behutsam aufgebaut. Borussia musste ebenfalls auf Neuzugang Valentino Lazaro (muskuläre Verletzung in der Wade), László Bénes (Bandverletzung im Sprunggelenk), Andreas Poulsen (Schulter-OP) und Julio Villalba (muskuläre Probleme) verzichten. Mamadou Doucouré hingegen kam in der U23 zum Einsatz.

Thuram erstmals seit Juni wieder im Kader 

Dafür war Marcus Thuram aber wieder im Kader. Der Franzose stand nach seiner Operation am Sprunggelenk erstmals wieder auf dem Spielbogen, seine letzte Partie bestritt er am 16. Juni beim Auswärtsspiel in München. Gegen den Landespokalsieger aus Bremen lief die Fohlenelf erstmals mit dem neuen Champions-League-Sponsor DeGiro auf. Die UEFA-Regularien besagen nämlich, dass dieses Trikot zuvor einmal in einem Pflichtspiel getragen worden sein muss. 

Cheftrainer für die heutige Partie war Alexander Zickler, denn Marco Rose musste eine Rotsperre absitzen und nahm auf der Tribüne Platz. So stand bei erstmals seit zwei Jahren wieder Tobias Sippel in einem Pflichtspiel im Tor. Zuletzt stand der gebürtige Pfälzer vor zwei Jahren in der ersten DFB-Pokalrunde beim BSC Hastedt im Tor. Vor ihm bildeten Ramy Bensebaini, Matthias Ginter, Nico Elvedi und Stefan Lainer die Viererkette. Christoph Kramer und Florian Neuhaus bildeten hingegen die Doppel-Sechs. Im Mittelfeld begannen Jonas Hofmann und Patrick Herrmann auf den Außenbahnen, Neuzugang Hannes Wolf spielte im Zentrum. Kapitän Lars Stindl bildete die einzige Spitze.

Fohlen mit einigen guten Möglichkeiten zu Beginn

Bei bestem Fußballwetter hatte die in Weiß spielende Fohlenelf die erste gute Möglichkeit. Stindl setzte sich an der Strafraumkante durch und wurde zu Fall gebracht. Doch Schiedsrichter Stegmann ließ zurecht Vorteil laufen, weil Hofmann direkt an den Ball kam und abzog, die Kugel aber um Zentimeter neben den linken Pfosten setzte (3.). Knapp zwei Minuten später verfehlte Wolf das Ziel mit seinem Kopfball nach Hofmann-Zuspiel ebenso nur haarscharf (5.).  Kurze Zeit wieder die Fohlen: Neuhaus setzte Hofmann im Strafraum in Szene. Der zog sofort ab, FCO-Keeper Horsch reagierte stark und wehrte ab (8.). Dann war es Stindl, der mit seinem Schuss aus spitzem Winkel an Horsch scheiterte (10.).

Herrmann mit Doppelschlag binnen Sekunden, Hofmann legt nach

Es fehlte nicht mehr viel zur verdienten Führung, die dann auch drei Minuten später, längst fällig, kam. Lainer setzte sich gleich gegen zwei Verteidiger durch und spielte scharf ab zu Herrmann, der nicht lange fackelte und zum 1:0 einsetzte (13.). Und keine Minuten später klingelte es wieder beim FCO. Gleich nach Anstoß vom Regionalligisten eroberten sich die Fohlen die Kugel. Neuhaus schickte Herrmann, der die Kugel aus der Luft annahm und im linken Eck versenkte – 2:0 für den VfL (14.)!

Unzweifelhaft eine verdiente Führung für die Borussen, die das Geschehen klar diktierten und nach einer Viertelstunde noch deutlicher hätten führen können. Und die Borussen legten nach und unterstrichen mehr als deutlich, am diesem Nachmittag nicht zu den oftmals genannten „Pokal-Deppen“ gehören zu wollen. Über Ginter und Herrmann kam die Kugel zu Hofmann, der cool zum 3:0 traf (19.).

Bensebaini und Elvedi stellen auf 5:0

Es war zu erkennen, dass die Fohlenelf auch ohne ihres Coaches an der Seitenlinie Bock auf Fußball hatte. Die Borussen ließen die Kugel locker und flockig laufen und ließen Oberneuland keine Chance. Tobias Sippel konnte zwischen den Pfosten einen ruhigen Nachmittag verbringen. Auf der Gegenseite musste Horsch den nächsten Gegentreffer „fressen“. Bensebaini kam an der 20-Meter-Marke an die Kugel und fackelte nicht lange. Der Franzose nahm maß und die Kugel schlug im unteren rechten Eck zum 4:0 ein (25.).

Zwar gab es ab diesem Zeitpunkt immer noch 70 Minuten zu spielen, doch das Auftreten der Borussen ließ zu, dass man sagen konnte, hier würde in Sachen Weiterkommen nichts mehr anbrennen. Das untermauerte der Treffer von Nico Elvedi, der nach Freistoß von Hofmann per Kopf auf 5:0 stellte (35.). Die Borussen waren weiter hungrig und wollten noch vor der Pause das halbe Dutzend vollmachen. Stindl hatte da das 6:0 auf dem Fuß, doch die Oberneuland-Defensive rettete rechtzeitig (37.). So ging es nach ersten lebhaften 45 Minuten mit einem 5:0 für den VfL in die Kabinen.

Uzun verpasst, Neuhaus macht das halbe Dutzend voll

Zum zweiten Durchgang nahm Alexander Zickler zwei Wechsel vor: Tony Jantschke und Michael Lang kamen für Nico Elvedi und Stefan Lainer. Unterdessen gehörte dem FCO die erste Möglichkeit nach Wiederanpfiff. Uzun zog aus halblinker Position ab, setzte die Kugel aber am Kasten vorbei (46.). Auf der Gegenseite nutzen die Borussen ihre erste Möglichkeit und machten das halbe Dutzend voll. Über Stindl und Herrmann kam Neuhaus an die Kugel, der mit einem sehenswerten Schlenker zum 6:0 traf (52.).

Spielzeit für Thuram, Joker Traoré sticht

Wenige Minuten später durfte sich Horsch nochmal auszeichnen, als er einen Schuss von Hofmann kläre konnte (56.). Nach etwas über einer Stunde wechselte Zickler dann weitere zwei Mal und brachte unter anderem Marcus Thuram für Doppeltorschütze Herrmann (62.). Zudem kam Traoré für Wolf. Besonders der Einsatz von Thuram war nach einer langen Ausfallzeit sehr erfreulich. Unterdessen hatte Neuhaus das 7:0 auf dem Kopf, scheiterte aus kurzer Distanz aber an Horsch (68.).

Dann hatten die Borussen weitere Möglichkeiten zum 7:0, das dann auch zustande kam. Nach Vorlage von Stindl kam Traoré in zentraler Position an die Kugel und versenkte sie rechts unten (76.). Der Schlusspunkt war das aber noch nicht. Acht Minuten später war es Neuhaus, der seinen Doppelpack schnürte. Nach Zuspiel von Thuram netzte Neuhaus locker zum 8:0 ein (84.).

Das war der Schlusspunkt einer Partie, die die Borussen unter dem Strich völlig verdient gewannen. Somit stehen die Borussen verdient in Runde zwei des DFB-Pokals, die kurz vor Weihnachten vom 22.12.-23.12.2020 ausgetragen wird.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

FC Oberneuland: Horsch – Tyca (54. Nukic), Bauer, Schoppenhauer, Sahan – Han (62. Trebin), Block – Köhler (54. Kreutzträger), Jobe (74. Mazreku), Uzun – Ifeadigo 

Weiter im Kader: Frerichs (ETW), Kolodziej, Tomety, Degtjarenko, Raho

Borussia Mönchengladbach: Sippel – Bensebaini (73. Wendt), Ginter, Elvedi (36. Jantschke), Lainer (46. Lang) – Kramer, Neuhaus – Hofmann, Wolf (62. Traoré), Herrmann (62. Thuram) – Stindl

Weiter im Kader: Grün (ETW), Müsel, Reitz

Tore: 0:1 Herrmann (13.), 0:2 Herrmann (14.), 0:3 Hofmann (19.), 0:4 Bensebaini (25.), 0:5 Elvedi (35.), 0:6 Neuhaus (52.), 0:7 Traoré (76.), 0:8 Neuhaus (84.)

Gelbe Karten: Nukic, Ifeadigo / – 

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Zuschauer: 300 (Borussia-Park)