Da geht’s lang – Adi Hütter will in Berlin die drei Punkte. Foto: Dirk Päffgen.

Nach dem 1:1-Remis in der vergangenen Woche gegen den VfB Stuttgart will Borussia Mönchengladbach imAuswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin nachlegen und im besten Fall gewinnen. Apropos gewinnen. Genau diese Parole gibt Adi Hütter auch für die Partie in der Bundeshauptstadt aus. Zurückgreifen kann Borussias Trainer wieder auf Rams Bensebaini. Unterdessen kämpft Max Eberl um Matthias Ginter. 

Enttäuscht waren die Borussen nach dem Unterschieden im Borussia-Park gegen den VfB Stuttgart. Was ja ein gutes Zeichen ist weil es im Umkehrschluss bedeutet, dass man stets das Maximum erreichen möchte. Gegen die Schwaben war das der Fall und auch möglich, am Ende stand aber eben eine Punkteteilung. Gegen Hertha BSC soll nun ein Auswärtserfolg her. »Wir wollen versuchen, die Punkte, die wir gegen Stuttgart haben liegen lassen, wieder zurückzuholen«, gab Adi Hütter auf der Pressekonferenz am Donnerstag die Parole aus.

Sicherlich ist das ein durchaus machbares Vorhaben. Zumal die Borussen seit nunmehr drei Bundesliga-Spielen ungeschlagen ist (2 Siege, 1 Remis) und dabei auch endlich mal auf des Gegners Platze einen Dreier einfahren konnte (in Wolfsburg). Zudem hat man die letzten vier Duelle gegen die Alte Dame nicht verloren (1 Sieg, 3 Remis).

Bei Hertha »ist ein klares Gesicht zu erkennen«

Dass die Hertha in der Vorwoche doch etwas überraschend bei Eintracht Frankfurt gewann, spielt für Hütter unterdessen keine allzu bedeutende Rolle. »Hertha hat ein sehr ordentliches Spiel in Frankfurt gemacht, aber sie hatten auch einige Leistungsschwankungen«, kennt der Österreicher seine Ex-Truppe noch genau.

»Nichtsdestotrotz ist ein klares Gesicht zu erkennen. Ich gehe davon aus, dass sie aus einem guten Mittelfeldpressing heraus schnell nach vorne spielen wollen werden. Mit Serdar, Ascacíbar und Darida haben sie drei laufstarke und unangenehme zentrale Mittelfeldspieler«, weiß Hütter. »Sie versuchen im Mittelfeld jeden Zweikampf zu gewinnen und warten dort recht geschickt.«

»Meine Mannschaft hat sehr viel fußballerisches Vermögen«

Sowieso kümmert sich Borussias Trainer lieber um die Dinge, die er beeinflussen kann. Und das ist die Taktik und Spielweise seiner Mannschaft. »Wir wollen das auf den Platz bringen, was wir in den letzten Wochen gespielt haben und auch dort wieder aktiv Fußball spielen.«

In den letzten Spielen, gerade bei den Siegen gegen Dortmund in Wolfsburg ist das den Fohlen gut gelungen. »Meine Mannschaft hat sehr viel fußballerisches Vermögen, aber es gehört in der Bundesliga nicht nur die feine Klinge dazu, sondern auch, den Kampf anzunehmen und dagegen zu halten. Das hat die Mannschaft in den vergangenen Spielen gut gemacht«, stellt Hütter ein ordentliches Zeugnis aus und ergänzt: »Die spielerische Qualität wird aber nie zu kurz kommen. Ich sehe gerne guten und attraktiven Fußball, das heißt für mich, mit Power und Punch zu spielen und die Fans damit zu begeistern. Das ist mein Stil und da darf jeder mitmachen.«

Bensebaini zurück, Zakaria und Koné auch weiterhin gesetzt

Apropos mitmachen. Während Marcus Thuram in der kommenden Woche eventuell wieder Einsatzminuten sammeln könnte und Stefan Lainer nach dem Spiel in Berlin wieder in das Mannschaftstraining einsteigen soll, so kann Ramy Bensebaini wieder dabei sein. »Ramy Bensebaini hat diese Woche mehr oder weniger alles mitgemacht und wird uns für das Spiel gegen Berlin eine Option mehr geben, auch wenn er natürlich noch nicht das maximale Leistungsniveau hat«, sagte Hütter. Dürfte heißen, dass der Algerier wohl nicht gleich in die Startelf rücken wird. Oder vielleicht ja doch.

Für gewöhnlich lassen sich Trainer vor einer Partie aus Gründen nicht in die Karten schauen und lassen sich kaum etwas entlocken. Bei einer Sache jedoch, legte sich Hütter bereits drei Tage vor dem Spiel im Berliner Olympiastadion fest. Denis Zakaria und Manu Koné werden weiter zusammenzulaufen, Jonas Hofmann auch zu Beginn.

Verwunderlich ist das nicht. Schließlich harmonieren Zakaria und Kane im Mittelfeld sehr gut und Jonas Hofmann hat zuletzt zweimal getroffen. »Manu Koné, Denis Zakaria und Jonas Hofmann waren in den vergangenen Spielen drei spielbestimmende Persönlichkeiten auf dem Platz, die ihre Leistungen gebracht haben. Wir haben in den letzten drei Spielen nur zwei Gegentore und generell sehr wenig zugelassen«, lobt Hütter das Trio.

Und auch ansonsten gab es keine krassen Leistungsabfälle, weshalb es in Berlin in der Startelf im 3-4-2-1-System kaum oder keine Änderungen geben wird. »Es wirkt gerade sehr stabil, deswegen gibt es keinen Grund, großartig etwas zu verändern«, verriet Hütter.

Somit muss Florian Neuhaus zunächst weiter auf der Bank Platz nehmen und sich über die Trainingseinheiten nachhaltig anbieten. »Aktuell ist es für Florian Neuhaus dann ein bisschen schwieriger. Nichtsdestotrotz ist er ein sehr guter Spieler, der gut trainiert und auch wieder seine Chance erhalten wird«, ist Hütter überzeugt.

Ginter liegt Angebot vor, Eberl und Borussia kämpfen

Viel Überzeugungsarbeit leisten muss indes Max Eberl – vor allem bei Mathias Ginter. Der Vertrag des Nationalspielers läuft aus, die Borussen wollen selbstverständlich mit ihrem Abwehrchef verlängern. Einfach wird das gewiss nicht. Erst kürzlich hat der 27-Jährige die Lage als verzwickt erklärt. »Wir konnten bisher kein adäquates Angebot machen. Jetzt haben wir wieder Ticketeinnahmen, mit denen wir planen können. Daher hatten wir die Möglichkeit, ein Angebot zu machen, das unserer Ansicht nach einem deutschen Nationalspieler angemessen ist«, sagte Max Eberl am Donnerstag und weiß: »Aber es wird sicher noch mehrere Gespräche mit ihm und seinem Berater geben, da müssen wir noch weiter abwarten.«

»Es geht um viele Parameter, die in einem Vertrag stehen, aber ich möchte nicht im Detail ausbreiten, was wir ihm angeboten haben«, erläuterte Eberl. »Es geht um das Gehalt, die Laufzeit, aber natürlich auch um die sportliche Perspektive.« Mit einem Sieg in Berlin kann gerade die für die laufende Saison verbessert werden…