Die Fohlen reisten trotz starker Leistung mit hängenden Köpfen aus München ab. Foto: picture alliance Peter Schatz / Pool

Borussia Mönchengladbach machte beim FC Bayern München ein sehr diszipliniertes und starkes Auswärtsspiel. Doch am Ende gingen die Fohlen mal wieder mit leeren Händen aus einem Top-Spiel. In den entscheidenden Momenten waren es erneut Kleinigkeiten die gefehlt haben, aber große Folgen hinterließen. 

Es kommt sehr selten vor, dass den schier übermächtigen FC Bayern im eigenen Stadion eine Mannschaft so im Griff hat. Gestern war dann wieder so ein Spiel, wo die Gastmannschaft, in diesem Fall die Fohlenelf, zumindest 60 Minuten die Partie voll im Griff hatte. 55 Prozent Ballbesitz, sowie 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Borussia drückten die Überlegenheit in Hälfte eins aus. 

Doch das Problem liegt auf der Hand: 60 starke Minuten reichen gegen den Rekordmeister eben nicht aus, man muss bis zur 90. Minute voll auf der Höhe sein. Das waren die Fohlen leider nicht, denn mit der Einwechslung von Davies und Coman drückten die Bayern mächtig auf die Tube und brachten ordentlich Tempo ins Spiel. 

Keine Reserven mehr

Allmählich begann das gesamte Konstrukt zu wackeln, denn vom starken Kombinationsspiel nach vorne war danach wenig zu sehen. Das lag vor allem an der Tatsache, dass Marco Rose keine Reserven mehr hatte. Durch die Verletzung von Marcus Thuram musste er Breel Embolo schon viel früher als geplant auf den Rasen schicken. Als einzige Spitze machte der Schweizer ordentlich Meter und war irgendwann verständlicherweise platt. 

Zwar ist Borussias Kader in dieser Saison in der Breite sehr gut aufgestellt, doch Leistungsträger wie der verletzte Denis Zakaria, der gelbgesperrte Alassane Pléa und eben ‚Tikus‘ können nicht mal eben ersetzt werden. Denn als Embolo den Platz verließ, hatten die Fohlen keinen echten Stürmer mehr und somit nicht mehr viel Optionen in der Offensive. 

Kleine Fehler, große Wirkung 

Es ist daher äußerst tragisch, dass zwei individuelle Fehler am Ende zu einer sehr bitteren und vor allem auch unnötigen Niederlage führten. Aber hier unterscheidet sich Borussia eben noch von einer echten Spitzenmannschaft, denn auf solch hohen Niveau werden kleinste Fehler direkt bestraft. Natürlich geht das 1:0 auf die Kappe von Yann Sommer, das weiß er selbst. Jetzt aber den Schweizer an den Pranger zu stellen, wäre das völlig falsche Signal, vielmehr sollte man mal ausrechnen, wie viele Punkte die Fohlen ohne seine Glanztaten weniger hätten. 

Gegen die Top-Drei der Liga fehlten also am Ende immer nur Kleinigkeiten, die die Fohlenelf von einem Sieg oder zumindest einem Punkt trennten. Denn immer wieder spielen die Fohlen gegen Leipzig, Dortmund und Bayern auf Augenhöhe, aber es sind eben die kleinen Details, die den Unterschied machen. Wenn die Borussen aus diesen Unachtsamkeiten lernen, dann können sie sich in Zukunft zu einer echten Spitzenmannschaft entwickeln. 

Denn auch in der Champions League, das hat auch die Vergangenheit immer wieder gezeigt, darf man sich keine Fehler erlauben. Apropos: Wie schmerzvoll die Niederlage wirklich ist, wird sich am Sonntagabend entscheiden. Konkurrent Leverkusen muss bei den angeschlagenen Schalkern ran und könnte den Fohlen ein bisschen enteilen. Im Kampf um die Königsklasse ist zwar noch nichts verloren, die Rose-Truppe darf sich nun aber definitiv keinen Ausrutscher mehr erlauben und muss die beiden Niederlagen in Freiburg und München schnell aus den Köpfen bekommen…