»Super geile Fanszene«

Durchsetzen musste sich auch Andy, um Kuttenkönig zu werden. In der finalen Abstimmung waren es letztlich zehn Fans, die den Titel unter sich ausmachten. Am Ende fielen satte 32 Prozent der Stimmen auf die Kutte des VfL-Fan. »Ich bin nur Kuttenkönig geworden, weil wir eine super geile Fanszene haben, die für mich gevotet hat. Ohne die hätte ich es ja gar nicht geschafft. Es ging durch unheimlich viele Foren und bei Facebook wurde es gepusht.« So richtig geglaubt hat er aber bis zum Schluss nicht an den Erfolg: »Ich war felsenfest davon überzeugt, dass der Dortmunder es schafft, weil der BVB einfach die größte Basis hat. Dass der Bayernfan es nicht schafft, war mir eigentlich klar, weil er dort als Kuttenträger eher ein Exot ist«, lacht er.

»Sie gucken dich als Asi und Penner an«

In der Fanszene der Borussen ist er allerdings kein Exot, auch wenn es nur eine Frage der Zeit ist, bis früher oder später gar keine Kutten mehr in den Stadien zu sehen sein werden. »Wir haben in Gladbach immer noch eine relativ große Kuttenszene. Es gibt viele Bundesligisten, die fast keine Kuttenträger mehr haben.« Wie lange Andy seine Kutte noch tragen möchte? Das lässt er offen. »Ich würde lügen, wenn ich nicht schon mal drüber nachgedacht hätte, sie mal nicht anzuziehen. Aber es ist wirklich so, dass es mir gefällt, dass man mir nicht ansieht, wie ich wirklich bin. Ich bin kein Karnevalstyp, aber die Kutte mag ich.« Denn das Image, mit dem Kuttenträger oft leben müssen, ist kein Gutes. Doch genau das reizt den Berufsschullehrer. »Sie gucken dich als Asi und Penner an und wissen nicht, wer dahinter steckt. Das gefällt mir«, grinst er.

Ab auf den Roten Teppich

Sein Gewinn beinhaltet übrigens eine Einladung zum SportBild Award 2018, der Ende August in Hamburg stattfinden wird. Den Roten Teppich teilten sich im letzten Jahr Sportgrößen wie Ottmar Hitzfeld, Wladimir Klitschko und Philipp Lahm. Nun dürfen Andy und seine Frau auch dabei sein. Um die Abendgarderobe brauchen sie sich keine Gedanken machen. »Wir müssen in Kutte erscheinen, wurde uns gesagt.« Eines steht nach dem Gespräch mit Andy Schroeder jedenfalls fest – das wird das geringste Problem sein.