Joe Scally ist bisher DIE Entdeckung der Saison. Foto: Dirk Päffgen

Es sind in diesen Tagen vor allem die jungen Spieler, die Borussia den Stempel aufdrücken und sich in den letzten Spielen nachhaltig empfehlen konnten. Unter Adi Hütter blühen die ‚jungen Wilden‘ regelrecht auf, weil Borussias Trainer ihnen das Vertrauen ausspricht. So wird es auch für etablierte Spieler schwierig auf ihre Einsätze zu kommen. Unsere aktuelle ‚Baustelle Borussia‘, präsentiert von der Schotes Firmengruppe. 

Jüngste Fohlenelf seit zwei Jahren 

25,11 Jahre war die Anfangself von Borussia Mönchengladbach im Spiel beim VfL Wolfsburg alt bzw. jung. Damit schickte Adi Hütter die jüngste Fohlenelf seit über zwei Jahren auf den Platz. Dass die Mannschaft aktuell eine regelrechte Verjüngungskur erhält ist zwar erzwungen, aber letztlich auch kein Zufall mehr. 

Nach den Verletzungen von Ramy Bensebaini, Stefan Lainer und Marcus Thuram musste Adi Hütter seine Mannschaft umbauen, allen voran die Defensive. Vor allem Joe Scally ist bisher die Entdeckung der Saison: Mit seinen erst 18 Jahren hat sich der US-Amerikaner langsam zum Leistungsträger entwickelt oder ist eben auf dem besten Wege einer zu werden. 

In Wolfsburg setzte er mit dem 3:1 für die Fohlenelf nicht nur den Schlusspunkt auf den ersten Auswärtssieg der Saison, er krönte seine starke Leistungen auch mit seinem ersten Tor in der Bundesliga. Der US-Amerikaner gehörte auch am Samstagnachmittag wieder zu den ständigen Aktivposten der Fohlenelf, spulte über 11 Kilometer ab und war damit erneut einer der laufstärksten Akteure. 

Gute Balance zwischen Jung und Alt 

Sein Tor war alles andere als Zufall: Voraus ging ein gewonnener Zweikampf, Scally bereitete sich seinen Treffer selbst vor. Dass er dann mit seinen erst 18 Jahren vor dem Tor so cool blieb ist ebenso beeindruckend wie seine starke Zweikampfquote von knapp 80 Prozent.

»Die Chemie stimmt bei uns. Nach dem etwas schwereren Saisonstart haben wir uns jetzt gefangen. Wir wissen, was der neue Trainer von uns verlangt und setzten das auch ziemlich gut um, vor allen in den letzten beiden Spielen. Wir haben eine gute Chemie zwischen Alt und Jung, zwischen Erfahrenen und ‚jungen Wilden‘ und deswegen klappt es aktuell ganz gut«, sagte Jordan Beyer nach dem ersten Auswärtssieg der Saison. 

Beyer selbst ist eben auch in diesen Tagen einer dieser Akteure die überzeugen. Fast wäre der 21-Jährige an den SV Werder Bremen ausgeliehen worden, nun startet er unter Adi Hütter so richtig durch und profitiert auch vom Ausfall von Stefan Lainer. Dennoch zeigt Beyer, der bereits seit 2016 im Verein ist, dass er längst nicht nur Ergänzungsspieler ist. 

Unter Hütter gilt das Leistungsprinzip 

Von diesem Status ist auch Neuzugang Manu Koné weit entfernt. Zu Beginn der Saison wurde der 20-Jährige noch von einer Innenbandverletzung ausgebremst, stand dann gegen Dortmund zum ersten Mal in der Startelf und wusste auf Anhieb zu überzeugen. Sogar so sehr, dass der etablierte Florian Neuhaus zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Auch mit dieser personellen Veränderung setzte Hütter ein eindrucksvolles Statement, denn unter dem Österreicher gilt nur das Leistungsprinzip, das auch vor großen Namen keinen Halt macht. 

Zu Saisonbeginn waren Christoph Kramer und Neuhaus noch im Mittelfeld gesetzt, doch aktuell hat sich das Duo Denis Zakaria und Manu Koné in den Fokus gespielt, sodass Hütter nahezu keine Alternative hat als die beiden spielen zu lassen. Nachdem am linken Niederrhein unter Marco Rose die ‚jungen Wilden‘ eher spärlich auf ihre Einsätze warteten ist es erfreulich zu sehen, dass Hütter dem Nachwuchs eben eine Chance gibt und ihnen das volle Vertrauen ausspricht. 

Marktwerte spiegeln Leistung wieder 

Dass die Nachwuchsspieler dem vermeintlichen Stammpersonal mächtig Druck machen, spiegelt sich auch bei der Entwicklung einzelner Marktwerte wieder. So sank der Marktwert von Florian Neuhaus von 35,00 Millionen auf ‚nur‘ noch 28,00 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de). Stattdessen stiegen die Marktwerte von Beyer (+1 auf 3 Mio. Euro) und Joe Scally (+2 auf 4 Mio. Euro) an. 

Nun geht es für die Fohlenelf in der Länderpsielpause, auch in der Abwesenheit von vielen Nationalspielern, darum, die notwenige Feinjustierung vorzunehmen. Denn nach den Spielen im Oktober gegen Stuttgart, Hertha, Bochum, Mainz und im Pokal gegen die Bayern wird man sehen, wie weit die (junge) Fohlenelf schon wirklich ist…