Adi Hütter hat auch in 2022 einiges zu tun und vor allem zu verbessern. Foto: Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach enttäuschte vor allem zum Ende der Hinrunde, als die Fohlen Niederlage um Niederlage kassierten. Ohnehin war es ein denkwürdiges Jahr, das Borussia erleben musste. Sportlich gesehen gibt es viele Aspekte, die für das zuletzt schlechte Abschneiden in der Hinrunde verantwortlich waren. Gemeinsam mit ‚CREATEFOOTBALL‘ liefern wir die Gründe. 

Das Jahr begann mit einem Paukenschlag 

Dass Borussia Mönchengladbach am 20. November mit dem 4:0-Sieg über Greuther Fürth die letzten drei Punkte des Jahres 2021 einfahren würde, dachte an diesem Tag wohl niemand. Nur eine Woche später folgte mit dem 1:4 in Köln eine beispiellose Derby-Schmach, die eine Niederlagenserie einleitete. Vier Niederlagen und 17 (!) Gegentore kassierten die Fohlen in der Schlussphase der Hinrunde in Folge, mit dem 1:1-Remis bei der TSG Hoffenheim wurde die Negativserie zumindest einmal gestoppt. 

Es war der Schlusspunkt unter einem merkwürdigen Jahr, das mit der Bekanntgabe des Abschieds von Marco Rose begann. Schon in diesem Zeitraum präsentierte sich die Elf vom Niederrhein alles andere als gefestigt, mit Adi Hütter sollte im Sommer der Neustart gelingen. Dass das vorerst nicht geglückt ist, zeigt sich in der Tabelle nach 17 Spieltagen: Mit Rang 14 und nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 sind die Fohlen weit hinter den eigenen Erwartungen, aber auch den Ambitionen geblieben. 

Fohlen nur noch Mittelfeld 

Auch beim Blick auf die Jahrestabelle 2021 kann einem nur mulmig werden. Diese belegt nämlich, dass die Borussen aktuell nur Bundesliga-Mittelfeld sind. 50 Punkte sammelten die Fohlen im abgelaufenen Kalenderjahr, das Torverhältnis ist mit 62:66 Toren ebenfalls ziemlich negativ. Doch wo liegen die Gründe für den sportlichen Absturz, alle voran in der Rückrunde? 

Gemeinsam mit ‚CREATEFOOTBALL‘ sind wir dieser Frage nachgegangen. Eines ist bereits beim Blick auf die Tabelle offensichtlich: Die Fohlen kassieren einfach zu viele Gegentore. 32-Mal musste Yann Sommer bereits hinter sich greifen. Dabei verhinderte der Schweizer in vielen Spielen schlimmeres. Gladbach hat damit die drittschwächste Defensive der Liga, nach Fürth kassierten sie die zweitmeisten Tore aus dem Spiel heraus. Mit 1,8 Gegentoren pro Spiel liegt die Mannschaft von Adi Hütter Hinter dem Wert der vergangenen Saison (1,55). 

Viele Defizite 

Dazu funktioniert auch das Umschaltspiel noch gar nicht, was eigentlich das Herzstück von Eintracht Frankfurt unter Adi Hütter war. Neben Augsburg und Hertha BSC Berlin ist Borussia nämlich nur eines von drei Teams, das noch keinen Treffer nach einem Konter erzielt hat. Generell hat die Fohlenelf große Probleme, ins letzte Drittel zu kommen und ist im progressiven Passspiel alles andere als federführend, vor allem nicht gegen destruktive Gegner. Nur 26 Prozent aller Aktionen finden in der gefährlichen Zone des Gegners statt, nur zwei Teams in der Liga sind schwächer. 

Auch im Spielaufbau ergeben sich viele Defizite, so ist der erste Ballkontakt nach Passspiel alles andere als sauber. Gladbach hat die zweitmeisten Ballverluste aller Bundesligisten durch technische Probleme bei der Ballkontrolle zu verzeichnen. Doch es gab auch ein paar Lichtblicke in den ersten Monaten unter Adi Hütter. 

Mit fünf erzielten Treffern aus der Distanz erzielten die Fohlen einen guten Wert und gaben ohnehin nach Bayern München die zweitmeisten Torschüsse der Liga ab. Auch im Eins-gegen-Eins versuchen es die Gladbacher immer wieder, verzeichneten hier die drittmeisten Aktionen in  der Hinrunde. Auch wenn man bereits 32 Gegentore kassierte, liegt die Zweikampfquote bei Matthias Ginter und Nico Elvedi bei über 70 Prozent gewonnenen Duellen. Ebenfalls stark: Jonas Hofmann. Nicht nur, dass der 29-Jährige mit sieben erzielten Toren seine bis dato beste Saison spielt, in einem Ranking ist er sogar Liga-Spitze. Hofmann hat die meisten Aktionen, die pro 90 Minuten zu einem Torschuss führen (5,9) und liegt damit sogar noch vor Thomas Müller, Christopher Nkunku und Marco Reus. 

Chancenverwertung mehr als ausbaufähig 

Verbessern muss sich die Fohlenelf in den verbleibenden 17 Liga-Spielen definitiv in der Chancenverwertung: Nur 19 Prozent aller Versuche landeten im Netz, lediglich Wolfsburg ist mit 17% noch schwächer. Schwachstelle im Angriffsspiel ist auch die linke Seite, die aktuell mit nur 2,6 Flanken pro Spiel den schwächsten Wert der Bundesliga aufweist. Auch im Angriffspressing laufen die Fohlen dem Durchschnitt (50 Prozent) hinterher, nur 45% der Pressingaktionen sind erfolgreich. 

Ob sich die geklärten Personalentscheidungen von Matthias Ginter und Denis Zakaria nun positiv auf den Erfolg der gesamten Mannschaft auswirken, bleibt abzuwarten. Dennoch sollte die Bekanntgabe des Abgangs der beiden für ein wenig Ruhe im Umfeld sorgen, sodass sich die Borussen nun wieder mit aller Kraft dem sportlichen Geschehen auf dem Rasen widmen können. So hatte es auch Max Eberl gefordert…