Adi Hütter braucht dingend Säulen, auf die er sich verlassen kann. Foto: Dirk Päffgen

Nach dem Fehlstart und nur einem Punkt aus drei Spielen muss Borussia nach der Länderspielpause dringend wieder zurück in die Spur. Adi Hütter wird die nächsten Tagen nutzen um an einigen Defiziten zu arbeiten. Unterdessen kehrt zumindest in Sachen Personalplanung vorerst etwas Ruhe ein. Gemeinsam mit der Schotes Firmengruppe werfen wir einen Blick auf die aktuelle Baustelle bei Borussia. 

Die Defensive ist noch zu instabil 

»Mit einem Punkt aus drei Spielen können wir nicht zufrieden sein, die Leistungen waren aber zumindest in zwei der drei Spiele in Ordnung«, sagte Adi Hütter nach der 1:2-Niederlage bei Union Berlin. Die Fohlen haben den Saisonstart in den Sand gesetzt und es letztlich auch verpasst, auf die deutliche 0:4-Niederlage in Leverkusen eine Antwort zu finden. 

Allen voran in der Defensive ergibt sich aktuell die wohl größte Baustelle am linken Niederrhein. Wollte Adi Hütter nach 56 Gegentoren der Vorsaison unter Marco Rose endlich die gewünschte Stabilität in die Abwehrreihe bringen muss man feststellen, dass es dem neuen Trainerteam bisher nicht gelungen ist; Sieben Gegentore nach drei Spielen sprechen eine eindeutige Sprache. Zumal die Gegentreffer viel zu einfach fielen und sich die Borussen teilweise äußerst ungeschickt anstellen, wie in Leverkusen oder auch Berlin. 

Dabei zählen die Fohlen sogar zu den zweikampfstärksten Teams der Liga: Borussia konnte in den ersten drei Spieltagen 322 direkte Duelle für sich entscheiden, damit liegt man auf Tuchfühlung zu den Top drei (Bielefeld, Dortmund und Bayern). Allerdings fehlt in den entscheidenden Zweikämpfen rund um das letzte Drittel oftmals die letzte Konsequenz und Zielstrebigkeit. Sicherlich sollte man Adi Hütter und seinem neuen Trainerstab alle Zeit der Welt geben und die Saison, egal in welchen Punkten, nicht bereits nach drei Bundesliga-Spielen völlig abschenken, aber die Fohlenelf muss mit einer stabilen Defensive das Fundament für eine erfolgreiche Saison bilden. 

Fohlen fehlt die mentale Frische 

Ein weiterer Punkt ist die schwache Anfangsphase: Zwar legten die Borussen im Heimspiel gegen Bayern ordentlich los, doch sowohl in Leverkusen als auch in Berlin wurde die Partie in den ersten Minuten schon verschenkt. Bei der ‚Werkself‘ kassierten die Fohlen binnen acht Minuten schon zwei Gegentreffer, auch bei Union stand es nach rund 20 Minuten schon wieder 1:0 für den Gegner. In beiden Auswärtsspielen rannte Borussia zur Halbzeit einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher, ein schwieriges Unterfangen. 

Schwierig hat es auch die Offensivabteilung der Fohlenelf: Während Hütter mit Marcus Thuram und Breel Embolo zwei schwerwiegende Ausfälle verzeichnen muss, kommt das aktuelle Offensivpersonal noch nicht so richtig in Fahrt. An der Alten Försterei wurde ‚Tikus‘ mit all seiner Wucht und Power schmerzlichst vermisst. Borussia mangelt es aktuell, wie schon in der abgelaufenen Spielzeit, auch hier an Konsequenz und Durchschlagskraft. Zwar verbucht die Fohlenelf durchaus Chancen, allerdings sind diese letztlich nicht zwingend genug. 

Was wird aus Zakaria und Ginter? 

Währenddessen kann Max Eberl allerdings eine Baustelle schließen: Transfers. Wie der Sportdirektor bereits ankündigte, wurden die Fohlen nicht mehr auf dem Transfermarkt aktiv und gaben auch keine Spieler mehr ab. Eberl kündigte an, dass nun die Gespräche mit Denis Zakaria und Matthias Ginter nochmals aufgenommen werden. Die Verträge beider Spieler laufen im Sommer 2022 aus, eine Konstellation die Eberl sicherlich nicht ohne Weiteres hinnehmen wird. Deshalb gilt es abzuwarten, welche Lösungen der 47-Jährige angesichts der angespannten finanziellen Situation parat hat. 

In den nächsten Tagen wird und muss Adi Hütter mit seinen Spielern daran arbeiten, schleunigst die Konstanz auf den Platz zu bringen. Erschwert werden die Bedingungen sicherlich damit, dass er in der Länderspielpause erneut viele Spieler abgeben muss und ähnlich wie in der Vorbereitung nicht die komplette Truppe beisammen hat. Sicherlich hat sich der 51-Jährige den Start am linken Niederrhein anders vorgestellt. Aber wir sind mehr als zuversichtlich, dass der Österreicher zu den richtigen Mitteln greift und am Borussia-Park ein stabiles Fundament für die aktuelle Saison bauen wird…