Raúl Bobadilla spielte gegen den BVB das erste Mal seit seiner Rückkehr zu Borussia Mönchengladbach von Beginn an. Der bullige Stürmer traf zwar ebenso wenig wie seine Mannschaftskameraden das Tor, sorgte aber dafür, dass der VfL in der Offensive die Bälle sichern konnte und war an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt.

Beim Blick auf die Aufstellung, die Dieter Hecking ins Rennen schickte, waren viele Borussen zunächst überrascht. Doch der Ausfall von Raffael wurde zur Chance für Bobadilla – und er nutzte sie. Die Entscheidung für den Argentinier kommentierte sein Trainer Dieter Hecking wie folgt: »Raúl war lange verletzt und ist jetzt seit 2,5 Wochen wieder im Mannschaftstraining. Als dann klar war, dass Raffael nicht spielen kann, haben wir natürlich überlegt, wen wir vorne reinstellen können. Ihm haben wir dann gesagt: Du bist es. Solange wie die Füße dich tragen, versuchst du es, umzusetzen.«

Aktivposten Bobadilla

Erstmals gefährlich vor das Tor kam „Boba“ in der 28. Minute, doch sein Schuss aus schwieriger Position landet am Außennetz. Fünf Minuten später bereitete er den Treffer von Vestergaard, der wegen Abseits aberkannt wurde, vor. In der zweiten Halbzeit hatten dann die 50.000 Gladbacher im Stadion den Jubelschrei schon auf den Lippen: Bobadilla kommt an einen abgewehrten Schuss von Lars Stindl ran, sein Ball wird aber auf der Linie geklärt – wieder nichts mit einem Treffer. Und auch eine Viertelstunde vor dem Ende ist Bürki bei einem Flachschuss von Bobadilla in die linke Ecke zur Stelle. In der 79. Minute war der Arbeitstag des Angreifers beendet. »Kurz vor seiner Auswechslung hat er dann leider wieder seine Wade gespürt. Ich war mit seiner Leistung natürlich absolut zufrieden heute«, stellte Hecking seinem Stürmer trotz der Niederlage ein gutes Zeugnis aus.

Vertrauen zurückgezahlt

Denn Bobadilla erwies sich als umtriebig und ballsicher. Er war sofort präsent im Spiel, forderte die Bälle und stellte sich den Dortmunder Verteidigern mit seinem wuchtigen Körper in den Weg, um die Kugel zu behaupten. Er zog auch nicht zurück, als er sich früh im Spiel durch sein Einsteigen gegen Roman Bürki die Gelbe Karte abholte, denn er geht dorthin, wo es weh tut. »Der Trainer hat mir das Vertrauen gegeben und ich habe alles probiert, der Mannschaft zu helfen und ein gutes Spiel zu machen«, sagte Bobadilla, der glücklich war, in der Startelf zu stehen. »Ich freue mich natürlich, dass ich von Anfang an gespielt habe nach meiner langen Verletzung. Ich habe alles versucht, aber leider hat es nicht gereicht.«

Trotzdem konnte Bobadilla Werbung in eigener Sache betreiben und zeigen, dass er auch gegen Hannover 96 am kommenden Samstag von Anfang an spielen kann. Die denn die letzten Prozentpunkte, die ihm für einen Torerfolg fehlen, bekommt der 30-jährige nur durch Spielpraxis.