Die Borussen haben mit dem Sieg über Frankfurt ein Ausrufezeichen gesetzt. Foto: TEAM2sportphoto/Päffgen

Mit dem klaren Sieg über Eintracht Frankfurt hat Borussia Mönchengladbach ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Dabei zeigten sich die Fohlen vor allem nach Standards unglaublich effektiv und profitierten von der Rückkehr von Jonas Hofmann. Nach der Partie zeigte sich die Fohlenelf durchaus angriffslustig und machte klar, in der Tabelle noch weiter nach oben klettern zu wollen. 

Hütter kündigt Statement an

Das Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt wurde seit Tagen mit Spannung erwartet. Nicht nur, weil es sportlich interessant zu werden schien, sondern auch, weil Adi Hütter in der nächsten Saison auf der Trainerbank der Fohlenelf Platz nimmt. Logisch, dass Max Eberl und Hütter selbst vor dem Spiel zum ‚Deal‘ gefragt wurden. 

»Aktuell ist nicht der Zeitpunkt um über die Gründe zu sprechen, dieser wird aber noch kommen. Ich möchte mich jetzt auf das sportliche konzentrieren«, sagte Borussias zukünftiger Trainer vor dem Spiel. Hütter deutete also an, in den nächsten Wochen oder sogar erst nach Saisonende über die Gründe für seinen Wechsel an den linken Niederrhein zu sprechen. 

Eine deutliche Sprache sprachen am Samstagnachmittag eben die Fohlen auf dem Platz, die sich von Beginn an richtig aktiv und vor allem hellwach zeigten. Die Führung nach rund zehn Minuten war eine Frage der Zeit und die Borussen profitierten eindeutig von dem Comeback von Jonas Hofmann. Der 28-Jährige war an den ersten drei Toren beteiligt und bereitete mittlerweile sechs Tore nach Ecken vor, so wie auch das 1:0 von Matthias Ginter. 

Hofmann ist Standard-König in der Bundesliga

»Nico und ich sprechen uns bei Eckbällen immer ab. In dem Fall hat es sehr gut geklappt und der Ball von ‚Hoffi‘ kam perfekt. Es war sehr wichtig, dass wir in Führung gegangen sind«, so der Torschütze nach dem Spiel. Hofmann hingegen ist der Standard-König der Bundesliga und hat mittlerweile schon zehn Torvorlagen nach ruhenden Bällen auf dem Konto, das ist Liga-Spitze. 

»Wir sind sehr froh, dass er wieder da ist. Er hat große Qualitäten bei Standards und wir hoffen, dass es nicht allzu schlimm ist und er am Mittwoch wieder spielen kann«, deutete Ginter die Auswechslung von Jonas Hofmann an. Nach seiner überstandenen Corona-Infektion war für den 28-Jährigen nach 80 Minuten Feierabend, nachdem er einen Ball von Amin Younes aus kurzer Distanz an den Kopf bekommen hat. 

Marco Rose gab nach der Partie allerdings schon wieder vorsichtig Entwarnung. »Er hat den Ball an den Kopf bekommen und war auch leicht benommen. Aber in der Kabine ging es ihm schon wieder besser, da hat er schon wieder Späßchen vertragen. Wir werden das jetzt untersuchen, wenn der Kopf betroffen ist sind wir immer vorsichtig«, kündigte Borussias Trainer weitere Untersuchungen an. 

Tore fielen zum richtigen Zeitpunkt 

Apropos: Untersucht werden mussten gestern auch zwei knifflige Szenen im Strafraum, bei denen die Borussen gut und gerne zwei Elfmeter nach vermeintlichen Handspiel hätten bekommen können. Im Anschluss waren die strittigen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns glücklicherweise kein Thema mehr, dafür sorgten die Fohlen nämlich selbst auf dem Platz. 

»Die ersten drei Tore nach Standards haben dem Spiel eine Richtung gegeben. Frankfurt hat eine sehr gute Mannschaft und sie stehen nicht umsonst dort oben. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und mit dem 2:0 dem Spiel endgültig eine Richtung gegeben. Am Ende vielleicht ein Tor zu hoch, aber ein verdienter Sieg«, fand Matthias Ginter. 

Dabei profitierten die Fohlen aber auch von eine glänzend aufgelegten Tobias Sippel, der mit einer starken Parade die frühe Führung für die Elf vom Niederrhein festhielt. »’Sippi’ ist ein Top-Torhüter und legt immer einen Kaltstart hin und ist immer sofort da. Nach dem 1:0 war es etwas eng, da war er das ein oder andere Mal da, wir haben ihn gebaucht um die null zu halten«, sprach Ginter die blitzschnelle Reaktion nach dem Kopfball von Jović an. 

Borussias Schlussmann selbst fand, dass er und seine Mannschaft »mal wieder ein Ausrufezeichen setzen konnten«. Dabei sind die Fohlen nun endgültig wieder in der Spur und seit vier Spielen ungeschlagen, holten dabei zehn von möglichen zwölf Punkten. »Wir wussten, dass wir irgendwann aus unserer Krise wieder herauskommen, daran haben wir immer geglaubt. Als wir auf Schalke gewonnen hatten, war der negative Druck weg. Jetzt spielen wir wieder guten Fußball«, so der gebürtige Pfälzer. 

Fohlen sind bereit für den Schlussspurt der Saison 

Doch im Kampf um Europa wollen die Fohlen nun weiter ihre Hausaufgaben machen, unabhängig davon was die Konkurrenz macht und welcher Wettbewerb es am Ende werden könnte. »Für diesen Spieltag haben wir nun unser Ziel erreicht. Wir wollen nun von Spiel zu Spiel in der Tabelle weiter nach oben klettern. In den nächsten Wochen wollen wir noch eine Schippe drauflegen und dann schauen, wie weit wir kommen«, zeigte sich Sippel angriffslustig. 

Auch Marco Rose war mit der Leistung seiner Mannschaft mehr als zufrieden: »Das war ein hervorragendes Spiel meiner Mannschaft. Wir haben es durch sehr gutes Verteidigen geschafft, die Eintracht nur selten zu ihrem grundsätzlichen Spiel kommen zu lassen. Die Frankfurter konnten nur selten das machen, was sie sonst auszeichnet: Tempo aufnehmen und kombinieren. Wir haben die Räume geschlossen, die Passwege zugestellt und die tiefen Läufe gut aufgenommen.«

Schon am Mittwochabend sind die Borussen in der letzten Englischen Woche der Saison wieder gefragt, dann steht das Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim auf dem Programm. Dabei ist die Marschrichtung laut Borussias Trainer schon klar. »Jetzt gilt es, den Schwung mitzunehmen und am Mittwoch in Hoffenheim nachzulegen«, damit die Fohlenelf einen ähnlichen Schlussspurt wie in der vergangenen Saison hinlegt…