Die Fohlen durften sich bei Nico Elvedi bedanken, der den goldenen Treffer gegen Bremen erzielte. Foto: Poolfotos/ Dirk Päffgen

Mit einem echten Arbeitssieg hat Borussia Mönchengladbach die Hinrunde abgeschlossen. Gegen Bremen lieferten die Fohlen kein spielerisches Feuerwerk ab und hatten in der Schlussphase auch das nötige Glück auf ihrer Seite, um den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Unter dem Strich stehen drei wichtige Punkte und eine große Chance am Freitagabend. Im Spiel gegen Dortmund wird auch Breel Embolo wieder zum Kader gehören. 

Keine richtige Durchschlagskraft 

»Wir sollten die Wut und Energie für die nächste Partie mitnehmen«, sagte Marco Rose im Vorfeld des Spiels gegen Werder Bremen. Was Borussias Trainer meinte: Das Last-Minute-Unentschieden in Stuttgart abhaken und mit Wut im Bauch gegen Bremen agieren. In den letzten Tagen war durch die Elfmeter-Diskussionen und die Eskapade von Breel Embolo viel los am linken Niederrhein und umso spannender war es, wie die Mannschaft die Themen wegsteckte. 

Das Spiel gegen Werder bot, so ehrlich muss man sein, kaum Highlights und von der angesprochenen Wut war keine Spur. Borussia tat sich über die kompletten 90 Minuten schwer und man vermisste vorne deutlich die Wucht und auch den ein oder anderen Überraschungsmoment, für den in den vergangenen Spielen Lars Stindl mitverantwortlich war. »Die Bremer haben es gut verteidigt und die Räume eng gemacht. Vor allem zu Beginn hat Bremen etwas tiefer verteidigt, dahinter war nicht so viel Raum«, erklärte Marco Rose. 

Aus dem Spiel lief deshalb nicht viel, also musste es ein Standard richten. Nico Elvedi erzielte am Dienstagabend zum richtigen Zeitpunkt sein erstes Saisontor für die Fohlen. »Der Freistoß von Laci war super geschossen, direkt auf meinen Kopf, und ich habe ihn dann perfekt getroffen. Ich bin superglücklich, dass der Ball dann vom Innenpfosten reingegangen ist«, freute sich der Schweizer über den einzigen Treffer des Abends. 

Fohlen mit viel Glück auf ihrer Seite 

In der Schlussphase begann dann aber, wie so oft in dieser Saison, das große Zittern für die Fohlenelf. »Bremen hat nach unserem Tor besser ins Spiel gefunden und gute Möglichkeiten gehabt. Zuletzt haben wir häufiger in der Schlussphase noch einen Gegentreffer bekommen, aber heute hatten wir etwas das Glück auf unserer Seite und wir haben es letztlich gut verteidigt«, so Elvedi. 

Die Fohlenelf konnte sich bei Yann Sommer und letztlich auch beim Innenpfosten bedanken, beide halfen den Sieg über die Zeit zu retten. »Ich war froh, dass der Ball noch an meinen Arm springt und nicht direkt ins Tor geht«, sprach Sommer die glückliche Szene beim Abschluss von Rashica an. »Die Bremer haben am Ende alles nach vorne geworfen, dass sie dann auch noch mal zum Abschluss kommen, ist ganz normal. Letztlich haben wir das 1:0 aber über die Zeit gebracht und haben damit die Hinrunde mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen, das war wichtig. Auch wenn es ein harter Fight war«, wusste Borussias Schlussmann um die Bedeutung der drei Punkte. 

Insgesamt acht Mal verspielte die Fohlenelf schon in der Bundesliga eine Führung, gegen Bremen blieb das Drama glücklicherweise einmal aus. Vor allem aber wurde die Partie zum Geduldsspiel. »Ich hatte in der Pause ein gutes Gefühl, auch wenn wir in der ersten Halbzeit ein paar gefährliche Konter hinnehmen mussten. Ich habe die Jungs daran erinnert, dass man gegen Bremen Geduld braucht und eine einzelne Szene entscheidend sein kann«, sollte Rose recht behalten. 

Deshalb fällt auch sein Fazit positiv aus: »Beim Pfostenschuss hatten wir das Quäntchen Glück, das uns in dieser Saison schon häufig gefehlt hat, dann auch auf unserer Seite. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und auch mit dem Auftritt meiner Mannschaft, weil wir heute gegen ein sehr gut eingestelltes und stark kämpfendes und im Umschaltspiel gut agierendes Bremen zu Null gewonnen haben.«

Embolo gegen Dortmund wieder im Kader 

Die drei Punkte vom Dienstagabend sind für die Borussen extrem wichtig, denn durch den eigenen Sieg und die gleichzeitige Niederlage von Dortmund in Leverkusen ist die Fohlenelf wieder mittendrin im Kampf um die Champions League. Deshalb winkt bei einem Sieg am Freitag gegen Borussia Dortmund der vierte Platz. Gegen den BVB wird auch Breel Embolo wieder im Kader sein, das stellte Rose nach dem Spiel noch klar. 

»Breel ist gegen Dortmund wieder dabei«. Auch Yann Sommer äußerte sich zu dem brisanten Thema um seinen Schweizer Teamkollegen. »Er weiß selber, dass er etwas gemacht hat, was nicht geht. Wir werden mit ihm hart ins Gericht gehen und es deutlich ansprechen, danach aber auch wieder mit ihm nach vorne gehen. Er ist ein junger Spieler dem ein großer Fehler passiert ist und er sicherlich daraus lernen wird.«

Rose hingegen machte, auch wie sein Torhüter, klar, dass die Fohlen den 23-Jährigen nicht fallen lassen, wenngleich er die Aktion als »völlig sinnfrei« bewertet. »Bei Breel reden alle davon, dass er das und das getan hat, niemand weiß aber etwas genaues. Wir stürzen uns alle auf Zeitungsberichte die immer wilder werden. Ich möchte gerne denjenigen sehen, der Breel Embolo dort gesehen hat. Wir haben mit ihm geredet und Breel hat uns glaubhaft vermittelt, dass er mit einem Kumpel bei einem dritten unterwegs und auf keiner Party war«, äußerte sich Borussias Trainer zu den Vorfällen. 

Bei all den Themen dürfen die Fohlen aber auch nicht den Fokus auf das wesentliche verlieren, nämlich die nächste Aufgabe Borussia Dortmund. »Wir wollen gegen die Dortmunder die nächsten Punkte einfahren«, so Yann Sommer.