Die Fohlen konnten sich über den goldenen Treffer von Lars Stindl freuen. Foto: Dirk Päffgen

Es wurde der erwartete Pokal-Fight für die Borussen, die es bis zum Ende spannend machten. Das lag auch daran, dass die Fohlen ihre Chancen nicht konsequent nutzen. Dennoch war Adi Hütter nach dem Spiel nicht unzufrieden und freute sich über den Einzug in die zweite Pokal-Runde und ein erfolgreiches Pflichtspiel-Debüt. 

»Im DFB-Pokal geht es vor allem darum, eine Runde weiterzukommen – und das haben wir geschafft«, brachte es Adi Hütter nach dem Spiel auf den Punkt. Borussias neuer Trainer hat sein erstes Pflichtspiel für seinen neuen Arbeitgeber also erfolgreich gemeistert, auch wenn der 1. FCK Kaiserslautern den Gästen vom linken Niederrhein über die gesamte Partie mächtig Paroli geboten hat. 

Chancenverwertung ist noch ausbaufähig 

Deshalb richtete der Österreicher auch ein »Kompliment an den FCK, der eine gute Leistung geboten und uns alles abverlangt hat«. Dennoch fand der neue Übungsleiter der Fohlenelf auch, dass die Hausherren »lediglich eine klare Torchance hatten, wir hingegen sechs oder sieben«. Doch genau das war es, was den 51-Jährigen auch nach dem Pokalsieg störte. 

Insgesamt konnten die Fohlen 15 Torschüsse in Richtung dem Tor von Kaiserslautern abgeben, allerdings landete nur der Kopfball von Lars Stindl in der 11. Minute im Netz. »Wenn man etwas kritisieren kann, muss man es bei uns suchen, weil wir klare Torchancen hatten«, so Hütter. Doch eine Tatsache machte den Österreicher etwas glücklicher: Seine Mannschaft hielt hinten die Null. 

Stabile Defensive brachte den Erfolg 

Vor der Saison betonte Hütter nämlich, dass er vor allem an der defensiven Stabilität arbeiten möchte, die Fohlen kassierten in der vergangenen Spielzeit 56 Gegentore und brachen vor allem nach Führungen immer wieder ein. Doch diesmal brachten die Borussen, wenn auch mit wackeligen Beinen, die Führungen über die Zeit. »Was mich besonders freut ist die Tatsache, dass wir zu Null gespielt haben, das ist für mich wichtig. Yann Sommer hat die einzig klare Torchance von Kaiserslautern super gehalten«, so Hütter zur Defensivleistung. 

Auch Lars Stindl fand, dass »die Innenverteidigung ein Top-Spiel gemacht hat«. Das galt allerdings auch für den Kapitän selbst, der auf dem Platz voran ging, auch als es mal richtig hitzig wurde. Dennoch lief auch für den Torschützen nicht alles glatt. »Wir haben uns bei diesem Pokal-Fight richtig schwer getan, haben den Kampf aber angenommen. Zu Beginn haben wir nicht so gut reingefunden und zum Ende hin haben wir das Ergebnis nicht klar über die Bühne gebracht. Wir haben uns in manchen Situationen schwer getan, man hat gemerkt, dass wir das erste Pflichtspiel hatten und Lautern zwei Wochen weiter ist«, lautete das Fazit von Borussias Kapitän. 

Dennoch setzte sich Borussia am Ende durch, eben auch, weil die Fohlen »die Qualität auf den Platz gebracht hat«. Das muss den Borussen vor allen Dingen auch am Freitagabend wieder gelingen, dann wartet mit dem FC Bayern München zum Auftakt in die neue Bundesliga-Saison ein ganz anderes Kaliber. 

Versuchen, »am ersten Spieltag etwas besonderes zu schaffen«

»Natürlich gibt es ein paar Dinge an denen wir arbeiten müssen. Trotzdem war das ein Schritt in die richtige Richtung unter Wettkampfbedingungen. Am Freitag kommt eine ganz andere Qualität und Art von Fußball auf uns zu, da müssen wir alles reinwerfen. Vielleicht kommt der ein oder andere Spieler noch zurück, sodass wir in der Breite noch besser werden. Wir werden aber eine starke Elf auf den Platz bringen«, versprach Stindl. 

Bei der abschließenden Einordnung, wo die Mannschaft nach dem Sieg im DFB-Pokal letztlich steht, tat sich Adi Hütter allerdings noch etwas schwer. Ein Grund hierfür sind die vielen verletzten und angeschlagenen Spieler, die den Fohlen am ‚Betzenberg‘ nicht zur Verfügung standen. »Die Mannschaft, wie sie heute zusammengespielt hat, ist noch nicht zu einhundert Prozent zu bewerten, da wir viele Stammkräfte nicht dabei hatten«, so Hütter. Ein kleiner ‚Nachteil‘ für die Borussen ist auch die Tatsache, dass Bayern »gut ausgeruht kommt und wir fast keine Regenerationszeit haben«. Schließlich wollen die Fohlen laut ihrem Kapitän versuchen, »am ersten Spieltag etwas besonderes zu schaffen«.