Borussia stand gegen City Defensiv gut, nach vorne ging fast nichts. Archivfoto: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR

Borussia zog sich gegen Manchester City achtbar aus der Affäre, zumindest Defensiv. In der Offensive waren die Fohlen im Hinspiel des Achtelfinales aber viel zu harmlos und vor allen Dingen nicht mutig genug. Dabei hatten die Borussen durchaus Möglichkeiten gegen die ‚Citizens‘, spielten es aber viel zu unsauber zu Ende. 

Gegentore nach gleichen Muster 

Mit einem Bein aus dem Achtelfinale, aber achtbar aus der Affäre gezogen. So könnte man das Hinspiel von Borussia Mönchengladbach gegen Manchester City kurz zusammenfassen, denn das Weiterkommen in der Champions League ist durch die 0:2-Niederlage im Hinspiel selbstverständlich in weite Ferne gerückt. Vielmehr ging es in der Puskás Aréna zu Budapest für die Fohlenelf darum, der ‚Übermannschaft‘ aus Manchester ein Stück weit Paroli zu bieten. 

Dass das richtig schwer wurde, war bereits in den ersten Minuten zu erkennen, als die ‚Citizens‘ das Aufbauspiel der Borussen schon sehr früh unterbunden und sie immer wieder zu kleineren Fehlern zwangen. Letztlich hielten die Fohlen dem Druck rund eine halbe Stunde stand, ein Fehlpass leitete aber die anschließende Niederlage ein. 

»Es war natürlich unglücklich, dass wir durch zwei Halbfeldflanken, die wir vorher angesprochen hatten, dann zwei Gegentore kassiert haben«, monierte Florian Neuhaus nach Abpfiff. In der Tat fielen beide Gegentreffer nach einem ähnlichen Muster, die Borussen nahmen die Tore zu leicht hin. 

Defensiv stabil, Offensiv zu harmlos 

Dennoch: »Wir haben in der Defensive gut gestanden. Es war ein sehr taktisch geprägtes Spiel, in dem es nicht viele Torchancen gab. Wir wussten, dass wir gegen City viele laufen müssen und diesbezüglich können wir uns auch nichts vorwerfen«, so Florian Neuhaus. Auch Lars Stindl fand, dass er und seine Kollegen »gegen eine herausragende Mannschaft leidenschaftlich verteidigt haben und viel gegen den Ball marschiert sind«. Tatsächlich brachte es City auf ‚nur‘ neun Torschüsse, davon landeten aber eben zwei im Tor. 

In Hälfte eins konzentrierten sich die Borussen überwiegend auf die Defensive, im Spiel nach vorne agierten sie viel zu mutlos und schlossen ihre Aktionen zu hektisch ab. Nach der Pause bekam die Fohlenelf dann tatsächlich die ein oder andere Chance, aber die Abschlüsse waren allesamt nicht zwingend genug und wurden unsauber ausgespielt. Man merkte den Fohlen schon an, dass es aktuell an etwas Selbstvertrauen und Überzeugung in die eigenen Stärken fehlt. 

Wenige Möglichkeiten nicht gut genug ausgespielt 

»Bei eigenem Ballbesitz waren wir nicht mutig genug und hatten den einen oder anderen Stockfehler zu viel drin. Gerade nach der Pause hatten wir ein paar gute Aktionen, die wir besser hätten ausspielen können. Das ist uns leider nicht gelungen. Insgesamt mussten wir aber sehr viel hinterherlaufen und deswegen haben wir unter dem Strich auch verdient verloren«, fand Borussias Kapitän. Auch Florian Neuhaus meinte, dass die Fohlen »die ein oder andere Umschaltmöglichkeit nicht gut genug ausgespielt haben«. 

Die Fohlen mussten im Hinspiel des Achtelfinales eben erkennen, dass gegen einen solch starken Gegner jeder Pass und jede Aktion haargenau sitzen muss, ansonsten kommt man nicht zum Erfolg. »Es ist einfach unglaublich schwer gegen Manchester City zu spielen, man muss so viele Dinge verteidigen. Bei den Gegentoren hätte man versuchen müssen, die Flanke zu verhindern. Gegen so eine Mannschaft muss jeder Pass und jeder Laufweg sitzen, um dann auch zum Torerfolg zu kommen. Das war heute leider nicht der Fall«, bekräftigte Marco Rose. 

Niederlage muss schnell aus den Köpfen 

Trotzdem haben sich die Borussen nicht aufgegeben oder sogar hängen lassen, die Einstellung passte in der Königsklasse. »Wir haben gegen ein absolutes Top-Team gespielt und gekämpft. Das hat man auch gespürt und gesehen. Wir wollten mutig auftreten und das haben wir hinten raus auch probiert. Vor allem in der ersten Hälfte haben wir zu wenig Tiefe gefunden, haben aber trotzdem gut verteidigt und wenig zugelassen. Wir hatten ein oder zwei tiefe Läufe, bei denen wir die Bälle nicht gespielt haben, die dann aber zu unsauber waren. Ich glaube schon, dass wir ein paar Aktionen hatten, die gefährlicher hätten werden können«, so Rosses Fazit. 

Viel Zeit um die zweite Niederlage in Folge aus den Köpfen zu bekommen bleibt Borussia nicht, schon am Samstagabend wartet mit Leipzig in der Bundesliga das nächste Kaliber. Und im ‚Tagesgeschäft‘ geht es nun primär darum, den Anschluss an die europäischen Plätze nicht völlig zu verlieren. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass die Fohlenelf die Niederlage schnell aus den Köpfen bekommt und in der Liga endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis feiern kann..