Lars Stindl nach der Niederlage in Leverkusen – Foto: team2sportphoto

Nach all der Euphorie über den Sieg in der Champions League musste Borussia in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen eine Niederlage einstecken. Am Ende fehlten zwar oftmals nur Kleinigkeiten, doch in den entscheidenden Momenten waren die Fohlen nicht zur Stelle. Auch das Traumtor von Valentino Lazaro halt nichts. 

Dass es nach dem überragenden Sieg in der Champions League bei Schachter Donezk nicht im Spaziergang so weitergeht, hatte Marco Rose in den vergangenen Tagen immer wieder betont. Borussias Trainer wurde auch nicht müde zu erwähnen, dass mit den Leverkusenern vor der Länderspielpause nochmal eine mehr als knifflige Aufgabe wartete. Und der Fußballlehrer sollte Recht behalten, denn die Hausherren konnten sich in einer spannenden Partie am Ende durchsetzen. 

Entscheidenden Moment verpasst 

»Es war ein schwieriger Abend. Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt. Sie hatten viel Kontrolle über das Spiel, wir haben aber dennoch immer wieder Nadelstiche gesetzt und die Tore in den richtigen Moment geschossen«, sagte Yann Sommer nach intensiven 90 Minuten am Mikrofon von ‚Sky‘. Insgesamt hatte Leverkusen zwar mit 59 Prozent mehr Ballbesitz, Borussia hatte aber die größere Anzahl an Torschüssen (15). »Ich denke, dass wir unter dem Strich die besseren und klareren Torchancen hatten«, fand Marco Rose. 

Den wohlmöglich entscheidenden Versuch vergab Neuzugang Hannes Wolf beim stand von 2:2, als er die Kugel freistehend eigentlich nur noch ins Tor schieben musste. Wie so oft im Fußball rächte sich die vergebene Chance, Borussia bog auf die Verliererstraße ab. »Beim 3:2 ist uns das nicht gelungen und dann kam das Gegentor aus einem spitzen Winkel. Für einen Torhüter war das ein schwieriger Abend«, deutete Borussias Nummer eins seinen harten Arbeitstag an. 

Denn beim 2:2 vor dem Halbzeitpfiff sah der Schweizer etwas unglücklich aus und schätze eine Flanke falsch ein. »Es gab kein Abstimmungsproblem mit Nico (Anm. d. Red.: Elvedi) vor dem Gegentor. Wenn ich schreie, dass er da weg bleiben soll, dann verlässt er sich auf mich. Ich komme raus und der Ball fällt eher als gedacht«, beschrieb der 31-Jährige die Szene. Gleichzeitig gab Sommer auch zu, dass ein »Torwart bei solchen Situationen nicht optimal aussieht«. 

Sommer: Leverkusen war am Ende besser 

Dennoch war es nicht Sommers Schuld, dass die Fohlen aus Leverkusen nichts Zählbares mitnahmen. »Es waren zu viele Fehler gegen eine Top-Mannschaft und dann reicht es leider nicht«. Apropos: Lars Stindl erzielte in der BayArena einen Doppelpack, das sollte bekanntlich nicht genügen. »In der zweiten Halbzeit hatten wir zwar besseren Zugriff, aber insgesamt war es nicht das Spiel, wie wir es uns gewünscht hätten. Dann muss man konstatieren, dass Leverkusen zurecht gewonnen hat«, so Borussias Kapitän ernüchtert. 

Auch die zwei Tage mehr Regenerationszeit halfen nichts, denn die Werkself kam erst am Freitag wieder von ihrer Europa-League-Reise aus Tel Aviv zurück. »Das hat man heute nicht gemerkt«, stellte Stindl klar. Ein kleiner aber feiner Unterschied war eben auch die Tatsache, dass die Leverkusener deutlich mehr rotieren konnten als die Fohlen. Seitens Borussia waren zwar nahezu alle Spieler wieder an Bord, doch vielen fehlt aktuell eben in dieser wichtigen Phase auch die Spielpraxis. Dazu kamen noch die Rückenprobleme bei Alassane Pléa, der dann kurz vor Schluss trotzdem noch auf den Rasen musste. 

Insgesamt war die Partie laut Borussias Kapitän »auf Messers Schneide«. Marco Rose fand zwar, dass »sich Leverkusen heute diesen Sieg verdient hat«, haderte aber eben dennoch mit dem Ergebnis. »Es ist ärgerlich mit so einem Ergebnis in die Länderspielpause zu gehen, aber die Jungs haben es in den vergangenen Wochen sehr gut gemacht und hart gearbeitet. Das Spiel in Leverkusen zeigt uns, dass man in der Bundesliga nie auch nur einen Tick nachlassen darf«, mahnte Rose nach der knappen Niederlage. 

Traumtor von Lazaro hilft Borussia nicht 

Trotz des unglücklichen Ausgangs hatten die Fohlen, allen voran Valentino Lazaro, wenigstens ein bisschen Grund zur Freude. Der Österreicher gab direkt mit seinem ersten Bundesliga-Tor für Borussia eine Bewerbung zum ‚Tor des Monats‘ ab, als er den Ball mit der Hacke ins Tor bugsierte. »Es war schon so gewollt, ich habe es einfach probiert und es ist natürlich nicht oft so, dass das dann funktioniert. Ich bin auf jeden Fall stolz drauf. In ein paar Wochen kann ich mich sicher drüber freuen«, wurde die Freude über sein Tor von der Niederlage getrübt. 

»Wir hatten unsere Möglichkeiten, haben zweimal geführt und hintenraus Chancen liegen lassen. Es ist ein sehr bitterer Moment. Es ist schade, dass wir diese außergewöhnlichen Wochen nicht erfolgreich abschließen konnten«, haderte der Neuzugang ebenfalls mit dem Ausgang des 7. Spieltages. Nun hat die Fohlenelf, bis auf die Spieler die zur Nationalelf reisen, die Möglichkeit, diese Niederlage und auch die intensiven Wochen aufzuarbeiten und mal kurz durchzuatmen. Denn bis zur Winterpause wartet auf Gladbach mit Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal wieder ein straffes Program…