Jonas Hofmann wird nach dem Spiel deutlich – Foto: Dirk Päffgen

Das Borussia Mönchengladbach gegen Union Berlin nicht über ein Unentschieden hinaus kam war verdient. Den Fohlen fehlte in der Offensive der letzte Punch, in der Abwehr unterlief im entscheidenen Moment ein Fehler. Richtigerweise legte ein Spieler nach der Partie den Finger in die Wunde und stellte fest, dass die Fohlenelf noch nicht in der neuen Saison angekommen ist. 


Freude über Fans im Stadion 

Groß war die Vorfreude auf das erste Heimspiel von Borussia Mönchengladbach in der noch jungen Bundesliga-Saison 2020/ 21. Zwar hatten die Fohlen den Auftakt in Dortmund verloren, umso größer war aber die Motivation, es am Samstagnachmittag gegen Union Berlin besser zu machen. Dazu passte auch die Kulisse. 

Denn über 10.000 Zuschauer strömten in den Borussia-Park. »Das war heute der erste Schritt in eine hoffentlich richtige Richtung. Es war etwas Besonderes heute, die Fans habe eine gute Stimmung gemacht. Man muss den Leuten, die heute hier waren, ein Kompliment machen«, freute sich Lars Stindl nach dem Spiel über die Fans im Stadion. Auch Marco Rose sprach von einem »guten Tag für den Fußball was die Zuschauer betrifft« und hofft in naher Zukunft schon darauf, die »nächsten Schritte gehen zu können«.

Union die erwartet ‚harte Nuss‘

Diese Schritte wollte auch die Fohlenelf gegen Union gehen, denn die ersten drei Punkte sollten eingefahren werden um den vermeintlichen ‚Fehlstart‘ abzuwenden. Doch schon in der ersten Halbzeit entpuppten sich die ‚Eisernen‘ als sehr unangenehmer Gegner, der vor allem im Spiel nach vorne seine Chancen suchte. 

»Sie sind so aufgetreten, wie wir es erwartet haben. In unserem eigenen Spiel hatten wir zu wenig Sicherheit und haben deshalb zu viele einfache Fehler gemacht. Dadurch hatte Union viele Konter und schnelle Umschaltaktionen«, resümierte Marco Rose. Zwar hatten die Fohlen laut Borussias Kapitän »viel Ballbesitz und Kontrolle«, doch etwas Zählbares sprang nicht dabei heraus. Wenn es gefährlich wurde, dann meistens über Einzelaktionen, so wie bei Alassane Pléa in der ersten Halbzeit. 

Insgesamt fehlte im erste Spielabschnitt »die Vielzahl an Chancen«, fand auch Jonas Hofmann. Zwar schaffte es Borussia durch Marcus Thuram in Führung zu gehen, ‚Tikus‘ traf zuletzt ebenfalls gegen Union, wirkliche Sicherheit brachte das 1:0 aber nicht. »Durch den Treffer wollten wir Ruhe reinbekommen, um unsere Qualitäten auszuspielen. Wir haben zwar mehr Räume bekommen, aber es leider schlecht ausgespielt und nicht mehr so schnell nach vorne gespielt. Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen«, monierte Lars Stindl. 

Führung nicht behauptet 

Doch statt die Führung zu behaupten oder auszubauen, kamen die Gäste aus der Bundeshauptstadt immer wieder zu gefährlichen Aktionen und brachte die Fohlenelf in Bedrängnis. »Nach der Führung muss man es einfach nach Hause bringen, auch wenn es nicht unser bester Tag war. Manchmal passieren Dinge und das Spiel bekommt einen gewissen Ablauf, das ist menschlich. Wir haben es heute einfach nicht so gut auf den Platz bekommen«, suchte Marco Rose nach einer Erklärung für das Unentschieden. 

Einer Erklärung bedurfte es auch nach dem Ausgleichstreffer, denn Schlotterbeck stand nach einer Ecke völlig frei und konnte in aller Ruhe zum Ausgleich köpfen. Stindl fand das Gegentor »unglücklich«, Borussias Trainer sah »in der Summe einiges zusammenkommen«. Im Anschluss hätte Ramy Bensebaini zwar fast noch den Sieg erzielt, doch so richtig verdient wäre dieser nicht gewesen. »Wenn man das komplette Spiel betrachtet, geht das Unentschieden in Ordnung«, musste Borussias Kapitän feststellen. Auch Rose musste den Berlinern zu einem »verdienten Punktgewinn« gratulieren. 

Hofmann wird deutlich 

Etwas deutlicher wurde nach Schlusspfiff Jonas Hofmann, der den Finger richtigerweise in die Wunde legte. »Wir sind aktuell noch nicht auf dem Niveau beziehungsweise gut genug, um in der Liga drei Punkte zu holen und so richtig in dieser neuen Saison anzukommen. Das tut extrem weh und ist sehr bitter.« 

Viel Zeit die Köpfe in den Sand zu stecken bleibt den Fohlen allerdings nicht, denn schon am nächsten Samstag steht mit dem Derby gegen Köln ein extrem wichtiges Spiel auf dem Programm. »Die ersten beiden Spiele der neuen Saison haben wir uns natürlich anders vorgestellt. Trotzdem müssen wir damit nun umgehen. Wir setzen uns damit in den nächsten Tagen auseinander und wollen dann im Derby wieder angreifen«, richtete Lars Stindl den Blick wieder nach vorne.