Marco Rose schwört seine Spieler in diesen Tagen auf die Partie gegen Bayern ein. Foto: Dirk Päffgen

Nach dem positiven Start ins Jahr 2021 wollen die Fohlen am Freitagabend gegen Bayern München nachlegen. Dabei wird Borussia auf Valentino Lazaro verzichten müssen, der Österreicher ist schlimmer verletzt als zunächst befürchtet. Hoffnung macht die mögliche Startelf-Rückkehr von Alassane Pléa. 

Borussia stark wie kein anderer Bundesligist gegen Bayern 

Borussia Mönchengladbach konnte den Start ins neue Jahr mit dem 1:0-Auswärtssieg bei  Arminia Bielefeld äußerst positiv gestalten. Auf der ‚Bielefelder Alm‘ zeigten die Fohlen, vor allem in der ersten Halbzeit, eine starke Vorstellung und holten sich somit Selbstvertrauen. Das war auch nötig, denn mit dem FC Bayern München wartet am Freitagabend im Borussia-Park ein ganz anderes Kaliber. 

Doch Borussia gegen Bayern, das ist fast immer Spektakel. Man erinnere sich nur an die sensationelle Rettungstat von Yann Sommer im letzten Heimspiel gegen den Rekordmeister, als der Schweizer die Kugel mit einem Finger noch gerade so von der Linie kratzte. Hinzu kommt die ausgeglichene Bilanz gegen die Münchener: Kein anderer Bundesligist holte seit Sommer 2014 so viele Punkte gegen den FCB wie die Fohlenelf. Fünf Siege gingen jeweils an beide Mannschaften, zwei Mal ging das Spiel unentschieden aus. 

In der Champions League auf Augenhöhe – Auch gegen den FCB? 

»Damals waren die Bayern in der ersten Halbzeit sehr dominant und wir haben nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben dann aber eine sehr gute zweite Hälfte gespielt«, erinnert sich Marco Rose an das Spiel im letzten Dezember im Borussia-Park. Deshalb geht es auch im 112. Duell gegen den Rekordmeister darum, »das Spiel so lange wie möglich offen zu gestalten und unsere Chance zu suchen«. Die Marschrichtung ist klar: Für Borussia soll es nach dem Dreier in Bielefeld weiter nach oben gehen um im Kampf um die Champions League Boden gutzumachen. 

»Wir wollen möglichst etwas Zählbares mitnehmen, das wäre in unserer Situation sehr wichtig«, weiß auch Borussias Trainer. Helfen soll dabei die Erfahrung und auch die Erkenntnis, dass man auch gegen große Namen mithalten kann. In der Champions League zeigte sich die Fohlenelf gegen Real Madrid und Inter Mailand in den Heimspielen mindestens auf Augenhöhe. »Spiele auf Topniveau helfen immer. Da durften wir in der Champions League Erfahrungen sammeln. Diese Erfahrungswerte müssen wir nun mitnehmen. In solchen Top-Spielen muss man die richtige Haltung finden und selbstbewusst und frech auftreten«, möchte sich Rose nicht vor den Bayern verstecken. 

Sicherlich ist der deutsche Rekordmeister ein »Kaliber«, doch es geht darum, »die Überzeugung zu haben, etwas Zählbares mitzunehmen«. Borussias Trainer weiß eben auch: »An einem sehr guten Tag können wir den Bayern wehtun und die Münchener schlagen.« 

Verletzung von Lazaro schlimmer als befürchtet 

Helfen kann dem 44-Jährigen bei diesem Unterfangen allerdings nicht Valentino Lazaro. Der Österreicher verletzte sich beim Aufwärmen am Samstagnachmittag in Bielefeld, nun ist auch die Diagnose eingetroffen. »Valentino Lazaro wird am Freitag definitiv ausfallen. Nach einer weiteren Untersuchung wurde bei ihm eine strukturelle Verletzung festgestellt. Da müssen wir jetzt schauen, wie lange er fehlen wird«, verrät Rose. Der Ausfall schmerzt, denn »er bietet einen großen Mehrwert für die Mannschaft«. 

Dagegen ist Alassane Pléa wohl wieder ein Kandidat für die Startelf und soll die zuletzt häufig liegen gelassenen Chancen verwandeln. »Alassane ist nach seinem Kurzeinsatz in Bielefeld nun wieder eine Option von Beginn an«, gibt Rose beim Franzosen Entwarnung. Nach seiner Corona Erkrankung ist Ramy Bensebaini zwar wieder auf dem deutlichen Weg der Besserung, für 90 Minuten reicht es laut Borussias Trainer aber noch nicht. »Da müssen wir schauen, wie wir ihn am besten einsetzen. Zweifelsohne besitzt er aber mit seiner Dynamik, seiner Kopfballstärke Qualität, die uns weiterhilft.« Gut möglich, dass der Algerier von Beginn an aufläuft und Oscar Wendt für ihn später in die Partie kommt. 

Bayern lief zuletzt Rückständen hinterher 

Dass die Bayern immer anfällig für Gegentore und bei weitem nicht unschlagbar sind, zeigten sie auch zuletzt. In den letzten neun Bundesliga-Spielen kassierte Manuel Neuner immer mindestens ein Gegentor, die Bayern liefen in den letzten acht Liga-Spielen sogar immer einem Rückstand hinterher. Allerdings drehten die Münchener, auch dank Robert Lewandowksi, immer die Partie. 

»In Robert Lewandowski hat der FCB einen Weltklasse-Stürmer, der nicht viele Chancen braucht, um Tore zu schießen. Er wird seine Räume suchen und auch nutzen. Um gegen solch einen Mann zu verteidigen, benötigt man einen Top-Tag. Doch wir haben gute Innenverteidiger und gute Sechser, sie müssen sich dieser Aufgabe einfach stellen«, so Rose. Und bei all den Statistiken weiß Borussias Trainer auch: Den Rekordmeister darf man niemals unterschätzen. 

»Die Bayern sind Tabellenführer und in einer guten Verfassung, auch wenn sie zuletzt einige Gegentore bekommen haben. Wir haben in unserer Analyse geschaut, wo sich bei den Münchenern Räume ergeben, die wir nutzen können. Es ist bekannt, dass sie hoch verteidigen und so ihre Dominanz mit dem Ball nochmal unterstreichen. So könne sie die Bälle schnell zurückgewinnen und die Räume eng machen. Das verursacht in anderen Räumen für den Gegner aber auch die Chance, in diese hineinzustoßen. So etwas müssen wir gegen München konsequent und gut nutzen.«

Hofmann in Top-Form 

Genau diese Räume möchte und muss Borussia am 15. Spieltag nutzen, gleichzeitig sollten die Fohlen ihre Möglichkeiten aber auch deutlich konsequenter nutzen als noch zuletzt in Bielefeld. Dabei kann Gladbach auf einen Jonas Hofmann in Top-Form zurückgreifen, der bei der Arminia ein starkes Liga-Comeback feierte. 

»Hoffi hat sich in den letzten Monaten stark entwickelt. Dass er wichtig für uns ist, hat man wieder in Bielefeld gesehen. Er hat das Tor vorbereitet, ist unglaublich viel gelaufen und die Räume bearbeitet. Er bringt eine gewisse Spielfreude auf den Platz, entscheidet Dinge intuitiv und arbeitet fleißig mit nach hinten. Er ist in sehr guter Form und für die Art und Weise, wie wir spielen wollen ein wichtiger Faktor«, lobt Rose. 

In diesem Sinne: Zieht den Bayern die Lederhosen aus…