Borussia möchte den Bayern auf dem Weg zur Meisterschaft ein Bein stellen. Foto: Ulrich Hufnagel/Poolfoto via Dirk Päffgen

Vor dem Auswärtsspiel am Samstagabend bei Bayern München steht hinter Lars Stindl noch ein Fragezeichen. Marco Rose konnte noch nicht final sagen, ob Borussias Kapitän mit an Bord ist. Mit an Bord hingegen sollen auf dem Rückweg vor allem Punkte sein, die im Kampf um Platz sieben und damit das europäische Geschäft notwendig sind. 

Fohlen wollen mindestens Platz sieben 

Seit dem vergangenen Wochenende und dem Einzug von Leipzig und Dortmund ins DFB-Pokalfinale ist klar: Platz sieben reicht in diesem Jahr für Europa, wenngleich auch ‚nur‘ für die neue Conference League. »Wir wissen, dass noch neun Punkte zu vergeben sind, aber wir wissen auch, dass wir in dieser Saison einige Punkte haben liegen lassen. Das bedeutet für uns, dass wir drei Spiele vor Schluss noch vier Punkte Rückstand auf Bayer Leverkusen haben, die aktuell auf einem Qualifikationsplatz für die Europa League stehen«, so Marco Rose zur Ausgangslage. 

Borussia Mönchengladbach ist zwar aktuell siebter, doch Union Berlin liegt punktgleich mit der Fohlenelf dahinter. »Der SC Freiburg absolviert heute Abend noch ein Nachholspiel und könnte damit auch noch näher herankommen. Wir müssen aus den letzten drei Spielen nun das Maximum herausholen, um die Chance zu nutzen, noch auf einen Europa-League-Platz zu rutschen beziehungsweise um den siebten Platz zu verteidigen, der für die Conference League-Teilnahme berechtigen würde«, gibt Borussias Trainer die Marschrichtung vor. 

Verdirbt Borussia mit Jubiläumssieg den Bayern die Meisterschaft? 

Dabei könnte die Aufgabe nicht größer sein, denn der FC Bayern München steht kurz vor dem Gewinn seiner neunten Meisterschaft in Folge. Die Fohlen könnten dem Rekordmeister also die ‚Schale‘ am Samstagabend noch vermiesen. Wenn jemand weiß wie man gegen München punktet, dann sind es definitiv die Borussen: Kein anderer Bundesligist holte seit dem Sommer 2014 so viele Punkte gegen Bayern wie die Gladbacher, aus 13-Bundesliga-Spielen gab es satte 20 Punkte. 

Bei einem Sieg winkt sogar ein Jubiläum, denn die Fohlenelf steht vor dem 250. Auswärtserfolg in der Bundesliga. Allerdings nahm Borussia nur ein Mal aus den letzten acht Auswärtsspielen die drei Punkte mit zurück an den linken Niederrhein (vier Remis, drei Niederlagen). Das Duell mit dem FCB wird also alles andere als ein Selbstläufer. 

»Mit dem Spiel zufrieden sind wir nur, wenn auch das Ergebnis stimmt. Davor steht aber natürlich auch immer eine Leistung, und die muss in München passen. Es wird eine große Herausforderung dort zu spielen, vor allem weil die Bayern die Möglichkeit haben, zuhause Meister zu werden. In der Bundesliga-Pause haben wir uns das Hinspiel, das wir 3:2 gewonnen haben, nochmal angeschaut und festgestellt, dass wir in den ersten 25 Minuten zu passiv waren, und nicht die Überzeugung und die Intensität an den Tag gelegt haben, die es braucht, um gegen München bestehen zu können«, erinnert sich Rose an das turbulente Hinspiel. 

Fragezeichen hinter Lars Stindl 

Um die Bayern zu ärgern benötigt man außerdem »Ballbesitzphasen und Umschaltmomente, es wird auch ein wichtiger Faktor werden, dass wir die Münchener nicht ins Spiel kommen lassen«. Zuletzt tankten die Fohlen beim 5:0-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld ordentlich Selbstvertrauen. »Wir haben im Moment eine Menge Jungs, die in der Offensive für die Startelf in Frage kommen. Es gibt nur eine bestimmte Anzahl an Positionen, die wir dort besetzen können und wir wollen als Mannschaft gemeinsam erfolgreich sein. Dementsprechend muss die Entscheidung, wer spielen darf, von allen verstanden werden und alle müssen diese mittragen – auch wenn dann der eine oder andere etwas enttäuscht sein wird«, antwortete Borussias Trainer auf die knifflige Frage, wer denn am Samstag in der Offensive von Beginn an ran darf. 

Mit Lars Stindl hat Rose noch eine weitere Option, der ‚Capitano‘ fehlte zuletzt aufgrund eines Muskelfaserriss. Dennoch ist bisher nicht eindeutig klar, ob der 32-Jährige auch wieder an Bord ist. »Lars Stindl hat die Trainingswoche bis hierhin gut verkraftet und ist grundsätzlich in einer guten Verfassung. Was das Spiel am Samstag in München betrifft, müssen wir aber einige Dinge abwägen. Auf der einen Seite haben wir die jüngste Partie gegen Bielefeld in jener Konstellation sehr ordentlich gespielt und Lars war aufgrund seines Muskelfaserrisses auch einige Woche raus. Dennoch wissen wir, dass er unser Kapitän ist und in dieser Saison schon einige wichtige Scorer-Punkte geliefert hat. Wir werden für Samstag eine gute Lösung finden«, so Rose. Definitiv fehlen werden Mamadou Doucouré (OP nach Achillessehnenriss) und Torben Müsel (Aufbautraining). 

Apropos fehlen: Das werden auch weiterhin die Zuschauer im Borussia-Park. Zwar hatte sich die Stadt Mönchengladbach als Modellregion beworben, doch die aktuellen Inzidenz-Zahlen sind zu hoch. »Dieser Zug ist wahrscheinlich leider abgefahren, da sich Mönchengladbach dafür für einen längeren Zeitraum unter der Sieben-Tages-Inzidenz von 100 befinden muss. Es gab an uns bisher keine Signale. Wir müssten uns auf dieses Szenario auch vorbereiten und einige Dinge einleiten, um dieses Spiel mit Zuschauern bestmöglich über die Bühne bringen zu können. Stand heute sieht es leider danach aus, dass das Modellprojekt nicht umgetzt werden kann«, erklärt Max Eberl mit Blick auf das letzte Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. 

Was passiert auf dem Transfermarkt? 

Ein Auge muss Borussias Sportdirektor in diesen Tagen wohl auch immer auf den Transfermarkt haben, denn die Kaderplanung für die nächste Spielzeit mit Trainer Adi Hütter ist in vollem Gange. Dennoch glaubt Eberl weiterhin, dass der Markt erst spät in Bewegung kommt. »Wir befinden uns aktuell in einer völlig neuen Situation, die allen Sportdirektoren zu teil wird. Wir alle wissen nicht, was in diesem Sommer passieren wird. Der Markt ist extrem kompliziert und anders, als er es die vergangenen Jahrzehnte gewesen ist. Das hat sowohl mit Corona als auch dem neuen TV-Vertrag zu tun, der ab Sommer greifen wird. Es kommt einiges zusammen, sodass es nur wenige Vereine geben wird, die auf dem Transfermarkt aktiv werden können«, so Borussias Sportdirektor. 

Hinter Matthias Ginter und dem Verbleib von Florian Neuhaus stehen zwar noch ein paar Fragezeichen, dennoch gab es in den vergangenen Tagen positive Meldungen, dass die beiden Nationalspieler auch über den Sommer hinaus in Mönchengladbach bleiben. »Wir haben zum Glück Verträge mit den Spielern und ich bin davon überzeugt, dass wir einen sehr guten Kader haben. Wir werden dann schauen, was bei unserem Kader passiert und welche Angebote es geben wird. Zum Glück stehen wir finanziell stabil da, dennoch müssen wir schauen, was die Kasse im Sommer hergeben wird«, erklärte Eberl…