Breel Embolo wurde von Borussia aus dem Kader gestrichen. Foto: Dirk Päffgen

Der Elfmeter-Frust ist vergessen, Borussia möchte am Dienstagabend die Hinrunde mit einem Sieg beenden. Gladbach ist gegen Bremen unter Zugzwang, ansonsten verliert man nach acht verspielten Führungen den Anschluss an die Champions League-Plätze. Währenddessen sorgt Breel Embolo für Aufregung: Der Schweizer soll in der Nacht zum Sonntag in Essen eine Party gefeiert und somit gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen haben. Die Fohlen strichen den Angreifer daraufhin aus dem Kader. 

Rose macht Haken hinter Elfmeter-Entscheidung 

72 Stunden liegen zwischen dem Abpfiff beim Auswärtsspiel in Stuttgart und dem Anpfiff des Heimspiels gegen Werder Bremen. Kurze drei Tage, in denen Borussia Mönchengladbach das Spiel vom Samstagabend aus den Köpfen bekommen muss, durch eine Fehlentscheidung wurde der Fohlenelf in letzter Minute noch der Sieg geklaut. Das ist nun vergessen, der Blick richtet sich nun auf die erste Englische Woche des neuen Jahres. 

»Das war relativ schnell abgehakt und ich habe den Jungs gesagt, dass wir uns nicht in eine Opferrolle reden sollten. Wir sollten vielmehr die Wut und Energie für die nächste Partie mitnehmen. Wenn Felix Brych sich nach dem Spiel vor die Kamera stellt und den Fehler eingesteht, zeigt das menschliche Größe«, sagte Marco Rose zu den Ereignissen am Samstagabend. 

Beim VfB Stuttgart verspielte die Fohlenelf allerdings bereits zum achten Mal in dieser Saison eine Führung, das ist Höchstwert in der Liga. Insgesamt ließ Borussia also 18 Punkte nach einer Führung liegen, das würde mittlerweile die sichere Tabellenführung bedeuten. Stattdessen haben die Gladbacher vier Punkte Rückstand auf die Champions League-Plätze und sind dementsprechend gegen Bremen unter Zugzwang. 

Rotation bei Borussia 

»Ich finde den Bremer Weg in dieser Saison bisher sehr sachlich. Sie beschränken sich auf das, was sie haben und was sie können. Das ist ein sehr pragmatischer Ansatz. Nach der letzten Saison geht es für Bremen darum, stabil zu werden. Trotzdem ist Werder eine Mannschaft, die gute Fußballer und eine gute Idee hat. In den letzten Wochen hat Bremen häufig mit einer Dreier- oder Fünferkette in der Defensive gespielt«, schätzt Borussias Trainer den nächsten Gegner ein. 

Aufgrund der Englischen Woche, am Freitag kommt Borussia Dortmund in den Borussia-Park, ist es deshalb unstrittig, dass der 44-Jährige auf frisches Personal zurückgreifen wird. »In dieser Woche haben wir wenig Trainingszeit. Die Spieler, die am Wochenende viel gespielt haben, haben heute noch einmal regeneriert. Die anderen haben ein Abschlusstraining vor dem morgigen Spiel absolviert. Wir werden in Hinblick auf das Spiel gegen Bremen natürlich auf die Belastung reagieren, Dinge ändern und rotieren«, kündigte Rose bereits die Rotation an. 

Definitiv ausfallen wird bereits wie gegen den VfB Stuttgart Valentino Lazaro. Der Österreicher leidet aktuell an Leistenproblemen und könnte vielleicht schon in den nächsten Tagen wieder ins Training einsteigen. »Valentino Lazaro wird wegen muskulärer Probleme weiterhin ausfallen, er befindet sich aber schon wieder auf einem guten Weg. Er hat heute noch einen MRT-Termin, danach werden wir sehen, wie schnell wir ihn wieder integrieren können«. 

Alassane Pléa hatte zuletzt immer mit muskulären Problemen zu kämpfen und fehlte gegen die Bayern sogar komplett. Gegen Stuttgart wurde der Franzose lediglich in der letzten halben Stunde eingewechselt. »Alassane Plea ist gesundheitlich aktuell immer wieder etwas anfällig. Wir hoffen, dass sein Gesundheitszustand im Laufe der Saison stabil werden wird, müssen aktuell bei ihm aber etwas aufpassen«, so Rose zum aktuellen Stand beim 27-Jährigen. 

Embolo fliegt aus dem Kader 

Für den Aufreger des Abends sorgte aber Breel Embolo. Noch auf der Pressekonferenz nahm Marco Rose seinen Schützling in Schutz und sagte, dass der Schweizer in Stuttgart »aufgrund der Vollnarkose einer Hand-OP relativ zeitig müde wurde«. Außerdem spielt der 23-Jährige »die nächsten vier bis sechs Wochen wegen seines operierten Handbruchs mit Schiene«. Am Abend wurde dann bekannt: Embolo spielt gegen den SV Werder Bremen definitiv nicht. 

Der Schweizer soll sich neben dem Platz einen Fehltritt erster Güte geleistet haben. Zunächst vermeldete Borussia auf der eigenen Website, man habe Embolo aufgrund eines möglichen Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung aus dem Kader gestrichen. Wenig später berichtete die Rheinische-Post darüber, dass in der Nacht auf Sonntag eine Party mit mehr als 20 Menschen am Essener Baldeney-See stattgefunden hat. 

Angeblich mittendrin im Geschehen: Breel Embolo. Zwar wurde der Schweizer von Borussia mit einer Geldstrafe sanktioniert und er darf erst wieder am Training teilnehmen, wenn er einen negativen Corona-Test vorweist, doch der Schaden für den Klub ist immens. Nach der Spuck-Attacke von Marcus Thuram wäre der Vorfall bereits die nächste mögliche Eskapade innerhalb kürzester Zeit. 

Vor allem aber wäre die Aktion von Embolo, sollte sie denn bestätigt werden, ein Schlag ins Gesicht für die komplette Bevölkerung. Während sich ganz Deutschland im harten Lockdown befindet und sich vermutlich in den nächsten Tagen auf noch strengere Maßnahmen einstellen muss, feierte offenbar Embolo nach der fragwürdigen Leistung in Stuttgart mutmaßlich noch bis tief in die Nacht. Eine Vorbildfunktion sieht definitiv anders aus, vor allem in diesen schwierigen Zeiten! 

Es wird Zeit, dass Borussia am Dienstagabend gegen Bremen eine Party auf dem Rasen feiert…