Borussia durfte gegen den BVB gleich vier Mal jubeln. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Martin Meissner

Borussia hat mit dem Sieg gegen Dortmund ein echtes Ausrufezeichen gesetzt und klettert dadurch erstmals in dieser Saison auf einen Champions League-Platz. Bemerkenswert, wie sich die Fohlen auch von kleineren Rückschlägen während des Spiels nicht aus der Ruhe bringen ließen und am Ende einen hochverdienten und überzeugenden Sieg feierten. Marcus Thuram lieferte nach seinem Comeback die Geschichte des Spiels. 

Wieder einmal Ärger mit dem VAR

Das Spiel gegen Borussia Dortmund begann für Borussia Mönchengladbach erneut mit VAR-Frust. Die Fohlen legten einen regelrechten Blitzstart hin und gingen schon nach einer Minute durch Florian Neuhaus in Führung. So dachte man es, doch der Videoschiedsrichter griff ein, obwohl es keine vermeintliche Fehlentscheidung gab. Denn Spielleiter Manuel Gräfe gab zunächst den Treffer. 

»Mir hat der Schiedsrichter gesagt, dass er klare Sicht auf die Aktion hatte, und es für ihn kein Foul war. Dann kann man es auch weiterlaufen lassen und muss nicht auf dem Bildschirm nach einem Kontakt suchen. Offiziell heißt es, der VAR soll nur eingreifen, wenn eine klare Fehlentscheidung vorliegt. Wenn es so klar war, kann man aus dem Keller auch direkt entscheiden, dass es ein Foul war, dafür muss sich Herr Gräfe nicht so oft die Wiederholung anschauen«, ärgerte sich der vermeintliche Torschütze Florian Neuhaus. 

Borussia ließ sich nicht aus der Ruhe bringen 

Umso bemerkenswerter, wie die Borussen diesen Rückschlag in der Anfangsphase wegsteckten. »Zum Glück müssen wir uns diesmal nicht darüber ärgern, weil wir das Spiel am Ende verdient gewonnen haben«, deutete Neuhaus an. Denn die Fohlen bestimmten ganz klar das Geschehen im leeren Borussia-Park, die Gäste aus Dortmund kamen überhaupt nicht ins Spiel. 

»Wir sind super ins Spiel gekommen. Nach dem Tor was uns aberkannt wurde, haben wir direkt weitergemacht und gleich noch einen Treffer erzielt«, so Lars Stindl. Doch, wie so oft nach einer Führung, liefen die Fohlen plötzlich einem Rückstand hinterher und mussten sich erstmal sammeln. »Es kam dann ein Bruch in unser Spiel, da haben es die Dortmunder offensiv aber auch sehr gut gemacht«, fand Borussias Kapitän. 

Ein Grund war sicherlich die Dreierkette in der Defensive, mit der Marco Rose begann. So musste Borussias Trainer nach gut einer halben Stunde korrigieren und stellte wieder auf die gewohnte Viererkette um – mit Erfolg. »Wir mussten nach dem Rückstand korrigieren und haben mit der Dreierkette nicht mehr den Druck bekommen, bis dahin haben wir es aber richtig gut gemacht. Mit unserer gewohnten Grundordnung haben wir es aber wieder gut in den Griff bekommen«, erklärte Rose. 

Fohlen immer hellwach 

Das Spiel gegen die Dortmunder lieferte in der ersten Halbzeit reichlich Spektakel, es hätte laut Rose »auch 5:5 oder 6:6 stehen können«. In der Halbzeitpause fand der 44-Jährige wohl die richtigen Worte an seine Mannschaft, denn die Borussen kamen mit einem regelrechten Blitzstart aus der Kabine und legten mit einem weiteren frühen Tor den Grundstein für den ersten Erfolg gegen den BvB nach elf sieglosen Liga-Spielen in Folge. 

»Nach der Pause waren wir sofort präsent. Nach dem 3:2 haben wir dann sehr gut verteidigt und das Spiel letztlich verdient gewonnen. Dass wir es geschafft haben, noch das 4:2 nachzulegen, war vielleicht der nächste Schritt in unserer Entwicklung«, war Lars Stindl mehr als glücklich. Denn nach den Bayern und auch Leipzig konnten die Fohlen nun auch Dortmund im eigenen Stadion schlagen. 

»Es war ein extrem wichtiges Spiel für uns. Wir wussten, dass wir mit einem Sieg in der Tabelle Boden gut machen können. Ich glaube, man hat unserer Leistung auch angesehen, dass wir alle wussten, worum es geht. Ich bin sehr glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben«, freute sich Florian Neuhaus. Der 23-Jährige war auch am Freitagabend wieder ein Aktivposten und machte mit zwei Torvorlagen eine starke Partie, lief dazu noch knapp 12km während der 90 Minuten. 

Vor allem aber brachten Neuhaus und seine Kollegen den absoluten Willen auf den Platz dieses Spiel zu gewinnen. Borussia lies sich auch von den Rückschlägen während des Spiels absolut nicht aus der Ruhe bringen und hatten den Sieg fest im Blick. Bemerkenswert, dass die Mannschaft nach den Schlagzeilen in den letzten Tagen so gefestigt wirkte. 

Thuram feierte Comeback nach Maß 

Die Geschichte des Spiels schrieb dann natürlich Marcus Thuram: Der Franzose feierte nach seiner Spuckattacke gegen Hoffenheim nach fünf gesperrten Spielen sein Comeback. Nach seiner Einwechslung machte der 23-Jährige mit dem 4:2 dann endgültig den berühmten Deckel drauf und sorgte für die Entscheidung. 

»Es war keine einfache Situation für Thuram, er hat viel darüber nachgedacht. Wir werden ihm weiter zur Seite stehen und es war heute ein richtiger Schritt in die richtige Richtung«, fand Lars Stindl. Auch Marco Rose freute sich darüber, dass ‚Tikus‘ seine Vorgabe vor dem Spiel umgesetzt hat. Vor dem 18. Spieltag forderte Rose nämlich vom Franzosen, jetzt wieder sportliche Schlagzeilen zu schreiben. »Damit hat er heute begonnen«, so Borussias Trainer. 

Fohlen lassen direkten Konkurrenten hinter sich 

Für die Fohlenelf war der Sieg gegen Dortmund ein wichtiger Bigpoint, denn dadurch kletterte Borussia erstmals in dieser Saison auf einen Champions League-Platz und lässt den direkten Konkurrenten vorerst hinter sich. »Wir haben immer an den Sieg geglaubt und sind auch drangeblieben. Dortmund hat uns zwar nochmal unter Druck gesetzt, aber das haben wir fleißig und gut verteidigt. Das war insgesamt eine tolle Leistung der Mannschaft. Das war ein sehr guter Abschluss einer intensiven Woche«, sprach Rose die hohe Belastung der vergangenen Tage an. 

Deshalb gibt der 44-Jährige seinen Spielern auch, völlig zurecht, am Sonntag und Montag frei. »Am Samstag ist Training, danach haben die Jungs zwei Tage frei. Es ist wieder eine lange Woche bis zum nächsten Spiel«, deutete Rose das Auswärtsspiel bei Union Berlin am nächsten Samstag (30.01.) an.