Die Fohlen gingen erneut mit leeren Händen aus dem Spiel. Foto: POOLFOTOS/FIRO/PÄFFGEN

Borussia befindet sich auch nach der sechsten Pflichtspielniederlage weiterhin im freien Fall. Dabei hätten die Fohlen den Abend in Augsburg definitiv erfolgreich gestalten können, spielerisch wirkten sie zumindest in Halbzeit eins verbessert, die Chancen wurden allerdings kläglich vergeben. Erneut gingen die Borussen mit hängenden Köpfen vom Platz, erneut brachen die Gladbacher in der zweiten Halbzeit ein. 

Hoffnungsvoller Beginn wird in Keim erstickt 

»Ich hatte zu Beginn eine große Chance, dass ich das Tor nicht mache ist sehr bitter. Wir stehen mit leeren Händen da, weil wir einfach unsere Chancen nicht genutzt haben«, fasste Florian Neuhaus die 1:3-Auswärtsniederlage beim FC Augsburg kurz und knapp zusammen. Nach eher glücklosen Auftritten in den vergangenen Spielen machte der 23-Jährige selbst, aber auch die anderen Borussen wieder eine bessere Partie. 

Es kam sogar etwas wie Hoffnung am Freitagabend auf, zumindest versprach das die Anfangsphase. Doch als auch Lars Stindl erstmals seit 2016 einen Elfmeter verschoss wusste man schon, dass das mal wieder kein normales Spiel war. »Den Elfmeter nehme ich auf meine Kappe, das tut mir leid für die Truppe«, sagte Borussias Kapitän. Und auch Neuhaus hatte »zu Beginn, trotz des verschossenen Elfmeters, ein gutes Gefühl, weil wir endlich mal wieder Torchancen hatten und gut nach vorne gespielt haben«. 

Insgesamt, das kann man so sagen, waren die Fohlen deutlich überlegen. Doch das Ergebnis auf der Anzeigetafel sprach Bände, die Borussen mussten die sechste Pflichtspielniederlage in Folge hinnehmen; Und das gegen recht harmlose Augsburger. Das Torschussverhältnis: 26:10 zugunsten der Gladbacher, hinzu kommen 65% Ballbesitz. Doch was am Endes des Tages zählt ist nur das Ergebnis, das weiß auch Lars Stindl. 

Hängende Köpfe nach hohen Aufwand 

»Der Aufwand stimmt, das hat man heute gesehen wie viel wir investiert haben. Es kommt aber darauf an Spiele zu gewinnen, da hinken wir momentan richtig hinterher«, so der 32-Jährige. Auch Neuhaus fand, dass die Gäste vom linken Niederrhein »eigentlich hätten zur Halbzeit klar führen müssen um sich für den Aufwand zu belohnen. Das ist uns aber nicht geglückt. Im Gegenteil – Augsburg konnte dann einen Standard zur Führung nutzen. Wir sind dann zwar mit meinem Tor nochmal zurückgekommen, aber am Ende war unsere Leistung in der zweiten Hälfte auch nicht mehr so gut.« 

Deshalb fiel es Stindl anschießend auch »schwer, dieses Ergebnis zu akzeptieren«. Egal wie viel die Fohlenelf aktuell investiert, der Sieg möchte am Ende nicht herausspringen. Bei all den aktuellen Diskussionen kann man der Mannschaft beim FC Augsburg lediglich vorwerfen, dass sie mit ihren Chancen zu fahrlässig umgegangen sind. Ansonsten machte Borussia das vielleicht beste Spiel seit langen, das Pressing funktioniert und auch das schnelle Spiel nach vorne. 

Trotzdem braucht die Elf vom Niederrhein dringend wieder ein Erfolgserlebnis, der Zug nach Europa ist mittlerweile schon so gut wie abgefahren. Sechs Punkte hat Borussia aktuell Rückstand auf Platz sechs und die Konkurrenten spielen bekanntlich noch an diesem Wochenende. Deshalb legte Lars Stindl den Fokus auch absolut nicht auf die Tabelle. »Es muss das primäre Ziel sein Spiele zu gewinnen und sich nicht Gedanken über tabellarische Situationen zu machen. In der Liga brauchen wir uns mit der Tabelle nicht zu befassen«. Florian Neuhaus hingegen geht es »auf die Nerven«, dass sich die Fohlen nicht für den hohen Aufwand belohnt haben. Deshalb fasste er es wie folgt zusammen: »Das ist heute ein echter Scheiß-Tag!«

Fohlen brechen immer wieder in zweiter Halbzeit ein 

Marco Rose wirkte nach der neuerlichen Niederlage auch irgendwie ratlos, hatte er es doch scheinbar geschafft seine Mannschaft wieder irgendwie wachzurütteln. »Wir bekommen im Moment überhaupt keine Ergebnisse, beziehungsweise die falschen. Die Jungs investieren extrem viel und auch hier in Augsburg sind sie wieder mit viel Energie aufgetreten. Am Ende haben wir die Tore aber nicht gemacht, aber die Gegentore bekommen. Das führt dazu, dass wir seit geraumer Zeit keine Erfolgserlebnisse hatten«. 

Trotz der Gegentreffer haben die Borussen »stabil und über weite Phasen spielfreudig gewirkt, befinden sich aber gerade in einer harten Phase«. Ein Blick auf die Statistik zeigt aber auch: Borussia bricht in der zweiten Halbzeit immer ein. In den vergangenen acht Spielen erzielten die Fohlen in der zweiten Halbzeit lediglich ein Tor, kassierten aber elf Gegentore. Zum Vergleich: Im ersten Spielabschnitt fielen lediglich drei Gegentore. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Gladbacher 61 Torschüsse zuließen, auch gestern in Augsburg sorgten die wenigen Versuche des FCA für reichlich Chaos in der Hintermannschaft. 

Champions League kommt zum falschen Zeitpunkt 

Und die Aufgaben werden nicht leichter, im Gegenteil. Am Dienstagabend muss die Truppe im Rückspiel des Achtelfinales in der Königsklasse in Budapest gegen Manchester City ran. Angesichts der Niederlage im Hinspiel ein nahezu aussichtsloses Unterfangen, die Reise hat keine Bedeutung. Das gab auch Marco Rose in Ansätzen zu. 

»Das Champions League-Spiel passt uns gar nicht in den Kram. Wir hätten gerne eine Trainingswoche um uns auf die Kernaufgabe in der Bundesliga vorzubereiten. Trotzdem wollen wir in Budapest eine gute Leistung bringen. Aus dem Spiel heute können wir viele positive Dinge, bis auf das Ergebnis, mitnehmen«. Dass Max Eberl hinsichtlich der Trainerfrage in den nächsten Tagen reagiert ist äußerst unwahrscheinlich, vor allem im Hinblick auf den angespannten Terminkalender. Was die Borussen in den nächsten Tagen primär leisten müssen ist Aufbauarbeit, damit der Sinkflug schleunigst beendet wird…