Doch Standards müssen auch verteidigt werden. Klare Absprachen und Zuordnungen sind dabei unabdingbar und sollen im Vorfeld geklärt sein. »Es geht auch um die grundsätzliche Philosophie bei offensiven und defensiven Standards: Wie will ich verteidigen? Was habe ich für Varianten, um den Gegner vor Aufgaben zu stellen? Wie viele Kopfballspieler habe ich auf dem Feld? Das ist von so vielen Faktoren abhängig. Es wird aber leider immer nur das Ergebnis bewertet: Wie viele Standardtore mache ich, wie viele kassiere ich? Aber das ist natürlich nicht alles«, betont Bremser.

»Sehr viel Kleinarbeit« 

Er liebt Details und bewertet nicht ausschließlich die Trefferquote nach nach ruhenden Bällen. »Manchmal kommt man zum Abschluss und der Ball geht an die Latte oder der Torwart hält gut. Dann wird gesagt, dass man keine Standardtore schießt. Es ist sehr viel Kleinarbeit und das macht mir sehr viel Spaß. Da geht es teilweise um Nuancen – wie man steht und welche Zeichen man verwendet. Es geht auch um die Verlässlichkeit des Schützen, dass die Bälle dahin kommen wo sie hin sollen«, sagt Bremser.

Erfolgreich war die Elf vom Niederrhein bislang vor allem nach indirekten Varianten. »Man muss die Freistöße in der gefährlichen Zone erstmal rausholen«, so Bremser. Denn mit Raffael, Neuhaus, Hazard, Cuisance, Zakaria und Bénes stehen durchaus einige potenzielle Freistoßschützen im Kader. Den letzten direkt verwandelten Freistoß darf sich Christoph Kramer gutschreiben, der gegen den VfL Wolfsburg in der Rückrunde den Moment der Unachtsamkeit des Gegners nutzte und den Ball schlitzohrig in die offene Ecke schlug, als Schlussmann Koen Casteels noch mit der eigenen Mauer beschäftigt war und Kramer die Situation wie von Bremser gefordert sofort erkannte.