Jubelnde Borussen – gegen Leipzig gelang der 1. Sieg. Foto: team2sportphoto

Borussia Mönchengladbach bleibt in der Bundesliga auf Erfolgskurs. Durch den erkämpften 1:0-Sieg gegen RB Leipzig bleibt die Fohlenelf auch im fünften Bundesliga-Spiel in Folge ungeschlagen und holte dabei den dritten Sieg. ‚Ausgerechnet‘ Leipzig-Leihgabe Hannes Wolf sorgte mit seinem Treffer für den Sieg der Fohlenelf, die zum ersten mal überhaupt gegen die Sachsen gewinnen konnte.

Borussias Trainer Marco Rose verzichtete gegen den Tabellenführer auf Andreas Poulsen (Schulter-OP) Jordan Beyer und Danis Zakaria (Aufbautraining). Auch Tony Jantschke stand nicht im Aufgebot. Im Vergleich zum Remis gegen Real Madrid nahm der 44-Jährige drei Änderungen in der Startelf vor: Hannes Wolf, Patrick Herrmann und Breel Embolo den Vorzug vor Christoph Kramer, Lars Stindl und Doppelpacker Marcus Thuram. 

Vor leeren Rängen hatte die Partie einen ansehnlichen Beginn. Sowohl die in den schwarzen Jubiläumstrikots spielenden Borussen als auch die Leipziger spielte mit Tempo nach vorne und suchten die passende Lücke, um durchzustechen. Erstmals gelang das richtig gut den Gästen aus Sachsen. Sörloth setzte Poulsen mit einem Pass in die Mitte in Szene. Der Angreifer nahm die Kugel aus kurzer Distanz direkt, Sommer war mit einem klasse Reflex zur Stelle (10.).

RB und Fohlen halten die Tür zu

Auf der Gegenseite wartete man noch auf die erste gute Chance der Fohlen. Die ließ noch auf sich warten, weil RB mächtig Dampf machte. Die Fohlen ließen den Ball dann etwas ruhiger durch die eigenen Reihen laufen, so dass etwas Ruhe ins Spiel kam. Zudem waren die Borussen hochkonzentriert und hielten die Räume eng. So kam auch RB zu keiner nennenswerten Torchance. 

Das blieb hüben wie drüben auch im weiteren Verlauf – weil beide Teams fleißig waren, sich nichts schenkten und die Räume eng hielten. Das Geschehen spielte sich eher zwischen beiden Strafräumen ab – Abschlüsse und Chancen demnach Fehlanzeige. Zwar hatte die Fohlenelf nach einer halben Stunde mehr Balbesitz, einen Torschuss gab es aber noch nicht. Es war eine harte Nuss, die die Fohlenelf da zu knacken hatte. Doch auch für RB war nicht mit Hacke-Spitze-1-2-3-Fußball nach vorne zu kommen, weil die Fohlenelf sofort darauf reagierten und die Angriffsversuche unterbanden.

Dementsprechend ging es torlos in die Kabinen. Ein Spektakel war es nicht im Borussia-Park, weil sich beide Teams gegenseitig ausguckten und  weitestgehend neutralisierten. Gefährlicher waren aber dennoch die Leipziger, die Fohlenelf hingegen hatte im Offensivspiel keine Mittel, die Tür zu öffnen.

Weiterhin sind die Türen zu

Zum zweiten Durchgang nahm Rose dann einen Wechsel vor: Wendt kam für Elvedi. Bensebaini rückte für den angeschlagenen Schweizer nach innen. Den ersten Nadelstich nach Wiederanpfiff setzten die Borussen. Hofmann eroberte die Kugel von Upamecano und spielte dann auf Plea, der dann hinter seinem Abschluss aber nicht die nötige Wicht bekam (48.). Kurze Zeit später musste Embolo nach einer rüden Attacke von Kampl kurz behandelt werden, konnte Gott sei Dank aber weitermachen (50.). Drei Minuten später kam Plea nach Zuspiel von Herrmann erneut zum Abschuss, verlor die Kugel aber an Orban (53.). Die Fohlenelf versuchte es in dieser Phase gerade immer auch über Plea.

Ein toller Angriff knackt den Beton

Viel anders als vor de Pause war aber nicht. Nach wie vor schenkten sich beide Mannschaften nichts, hielten die Räume eng und lauerten auf den entscheidenden Fehler des anderen. Und genau den fanden dann die Borussen und brachten sich nach einem klasse Spielzug in Führung! Erneut war Plea beteiligt. Der Franzose spielte die Kugel nach Pass von Bensebaini zu Herrmann, der gedankenschnell zu Wolf ablegt. Die LeipzigerLeihgabe vollendete aus kurzer Distanz  souverän rechts ins Eck – 1:0 für den VfL (60.)!

Eine Führung, die den Fohlen natürlich voll in den Kram passte. Leipzig musste jetzt mehr riskieren, die Borussen konnten auf Konter lauern. So wie in Minute 67, als Plea die Kugel nach einem blitzschnellen Konter aus 16 Metern an die Latte zimmerte.

Mittlerweile lief die Schlussviertelstunde und der Deckel war gewiss noch nicht drauf. Leipzig holte alles aus der Schublade und suchte den Abschluss. Sörloth versuchte es aus der Distanz, weit drüber (75.). Kurze Zeit später brachte eine Ecke nichts ein (76.). Rb drückte in der Schlussphase und drängte die Borussen weit in die eigenen Hälfte. Aber die Fohlenelf legte ebenso alles in die Waagschale und hielt mit vereinten Kräften dagegen. Mehr war nicht drin für die Borussen, denen die schweren Beine anzusehen waren.

Aber die Borussen hielten durch und brachten den Vorsprung mit einem Kraftakt über die Zeit. So durften sie am Ende erstmals gegen Leipzig jubeln und schoben sich durch den dritten Saisonsieg auf den vierten Tabellenplatz vor. Hut ab vor dem Einsatz, Borussia!

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi (46. Elvedi), Bensebaini – Hofmann, Neuhaus (73. Kramer)- Herrmann (80. Lazaro), Embolo (73. Thuram), Wolf – Plea (90. Stindl)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Lang, Reitz, Traoré

RB Leipzig: Gulácsi – Henrichs, Orban, Upamecano, Angelino – Kampl (66. Haidara), Sabitzer, Smardzic (69. Nkunku) – Dani Olmo (66. Forsberg) – Poulsen (66. H.-C. Hwang), Sörloth

Weiter im Kader: Martinez (ETW), Konaté, Martel, Voss, Kluivert

Tore: 1:0 Wolf (60.)

Gelbe Karten: Wendt, Neuhaus / Kampl, H.-C. Hwang, Sabitzer, Nkunku

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)

Zuschauer: Fehlanzeige (Borussia-Park)