Erst am vergangenen Samstag gaben die Borussen-Anhänger mit Hass-Parolen gegen RB Leipzig und Ralf Rangnick ein negatives Bild ab. Doch nicht immer zielen die Beleidigungen auf den Gegner ab. Jonas Hofmann und Tobias Strobl haben in der vergangenen Woche über ihren eigenen Umgang mit persönlichen Beleidigungen gesprochen.

Letztlich ist es egal, ob sich die Beleidigungen an den Gegner oder die eigene Mannschaft richten. Fakt ist, dass sie in kein Stadion dieser Welt gehören. Doch nicht nur auf dem Fußballplatz müssen sich Profis, Trainer und die Verantwortlichen einiges gefallen lassen. Gerade nach Niederlagen tobt das Netz – und die negativen Kommentare in den Sozialen Medien nehmen zu.

»Man bekommt es natürlich mit. Das ist nicht schön, wenn man sowas liest. Der eine macht sich mehr Gedanken darüber, der andere weniger. Jeder muss selbst wissen, wie er damit fertig wird«, erzählt Jonas Hofmann im Logentalk der ’Postbank’. Fußballspieler sind Personen des öffentlichen Lebens. Das ist ihnen bewusst. Sie werden gut dafür bezahlt, ihre Leistung Woche für Woche vor einem Millionenpublikum abzuliefern. Klappt das nicht, werden sie oft zur Zielscheibe der eigenen Fans.

»Da haben die meisten keine Eier zu«

Hofmann selbst hatte einen schwierigen Start bei Borussia. Immer wieder wurde er von der eigenen Anhängerschaft scharf kritisiert. »Viele sitzen zu Hause vor dem Laptop und schreiben solche Dinge, weil sie wissen, dass ihnen keiner was tun kann. Ich glaube nicht, dass die gleichen Leute zu uns kommen würden und uns die Beleidigungen ins Gesicht sagen würden. Da haben die meisten keine Eier zu«, ist sich Hofmann sicher. Denn meist handelt es sich bei den Äußerungen nicht um konstruktive Kritik. »Das ist leider das Problem: Es passiert nichts, wenn die Leute uns von zu Hause beleidigen. Es ist die Frage, ob das der richtige Weg für die Zukunft ist«, so Hofmann, der nicht glaubt, dass sich daran etwas ändern wird.

»Gekränkt und down«

Tobias Strobl gibt zu, dass ihn manche Kommentare hart treffen. »Leider schaue ich mir das auch an und leider nimmt mich das auch sehr mit, wenn ich etwas Negatives über mich lese. Ich bin ein extremer Kopfmensch. Dann ist man schon ein bisschen gekränkt und down«, schildert der 28-jährige, der nach schlechteren Spielen schon oft seinen Kopf hinhalten musste. »Das ist leider unser Job. Wir sind angreifbar, das wissen wir alle. Trotzdem ist es nicht schön, wenn man irgendwas Schlechtes oder Beleidigendes über einen hört«, unterstreicht er.