Für Borussia gab es im Auswärtsspiel bei Union Berlin kein durchkommen. Archivfoto: Dirk Päffgen

Borussia musste sich bei Union Berlin letztlich mit einem Punkt zufrieden geben. Zwar stand die Defensive um Matthias Ginter, bis auf das Gegentor, stabil, doch nach vorne fehlte der Fohlenelf eindeutig die Durchschlagskraft. Borussias Trainer sprach am Ende sogar von einem richtigen »Union-Spiel«. 

Das Gegentor nicht gut verteidigt 

Es war eine zähe Angelegenheit an der Alten Försterei, wobei das Spiel eigentlich sehr vielversprechend begann. Schon nach drei Minuten gab Jonas Hofmann den ersten von insgesamt 14 Torschüssen der Borussen am Samstagnachmittag ab. Allerdings konnten die Fohlen das Tempo aus der frühen Anfangsphase nicht mit in die komplette Partie transportieren. Denn die Unioner machten geschickt die Räume zu und setzten nach vorne immer wieder die berühmten Nadelstiche. 

Deshalb war die Führung der Hausherren nach rund einer halben Stunde nicht gänzlich unverdient, wenngleich völlig schläfrig von den Fohlen verteidigt. Beim Freistoß stimmte die Grundordnung absolut gar nicht, denn Torschütze Knoche konnte den Ball letztlich relativ ungehindert ins lange Eck köpfen. 

»Beim Gegentor hätten wir vielleicht ein bisschen mehr in den Zwischenräumen und enger am Gegenspieler stehen sollen. Es war aber auch ein super Freistoß, der nicht einfach zu verteidigen war«, gab Nico Elvedi zu. Elvedi war es in der Situation auch, der gleich zwei Berliner gegen sich hatte, eben einer zu viel wie sich im Nachgang herausstelle. 

»Wir stehen bei Freistößen eigentlich immer relativ hoch um dem Torwart zu ermöglichen herauszukommen. Wir haben es in dieser Situation aber nicht wirklich abgezählt und die Raumaufteilung hat nicht gestimmt. Es hat weniger mit der Höhe zu tun, weil in der Mitte zwei Unioner gegen einen Gladbacher gespielt haben«, analysierte Matthias Ginter die Szene zum 1:0. 

Mehr Pässe, weniger Läufe als gegen Dortmund 

In der Folge hätte man eigentlich eine Reaktion der Fohlen erwartet, diese ließ aber zumindest bis nach der Pause auf sich warten. Vom mutigen Angriffsfußball wie im Borussia-Park gegen Bayern und Dortmund war an der Alten Försterei nichts zu sehen, weil der Gegner es eben auch absolut nicht zuließ. »Wir wussten das Union sehr gut verteidigt, es ist sehr schwer hinter ihre letzte Reihe zu kommen. Dementsprechend war es nicht einfach, vor allem weil sie zu Hause geführt haben. Union hat nicht umsonst so wenige Gegentore bekommen, deshalb haben wir uns im Spiel im letzten Drittel etwas schwer getan«, erklärte Ginter. 

Die Führung spielte den ‚Eisernen‘ lange Zeit in die Karten, erst in der Schlussphase agierten beide Mannschaften etwas mutiger. Dennoch fehlte es unter dem Strich in der Offensive an der Kreativität und der letzten Bereitschaft die entscheidenden Meter zu gehen. Apropos: Insgesamt spulten die Fohlen vier Kilometer weniger ab als noch eine Woche zuvor gegen Dortmund. 

Außerdem spielten die Borussen 597 Pässe, eben weil es gegen die Abwehr von Union einfach kein durchkommen gab. Zum Vergleich: Gegen die falsche Borussia waren es ‚nur‘ 462 Pässe, die Fohlenelf zeigte sich am 18. Spieltag deutlich effektiver. Deshalb müssen die Fohlen mit dem Punktgewinn zufrieden sein, mehr war am Samstagnachmittag einfach nicht drin. 

Fohlen enttäuscht über Unentschieden 

»Unser Ziel war schon, dass wir hier drei Punkte holen. Dementsprechend sind wir schon ein bisschen enttäuscht. Es ist immer schwierig wenn ein Gegner tief steht, sich Chancen herauszuspielen. Wir haben das leider heute nicht genutzt«, zeigte sich Matthias Ginter nach der Partie enttäuscht. Auch für Nico Elvedi war das Ergebnis nicht zufriedenstellend, der Schweizer konnte seinen Lauf von zuletzt drei Toren in zwei Spielen nicht fortsetzen und auch beim ‚Ecken-Festival‘ in der Schlussphase nicht die Entscheidung herbeiführen. 

»Schlussendlich nehmen wir diesen Punkt mit, wir wissen, wie schwer es in Berlin ist. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir schauen nach vorne, sind gut drauf und werden am Mittwoch im Pokal angreifen«, blickte der Schweizer schon auf die nächste Aufgabe beim VfB Stuttgart. Marco Rose sprach nach der Partie von einem »gerechten Unentschieden«, weil Borussias Trainer eben wusste, welche Aufgabe seiner Mannschaft bevorstand. 

Deshalb sprach der 44-Jährige von einem »richtigen Union-Spiel«, was er aber natürlich noch erklärte. »Selbst wenn man gegen Union gewinnt, wird man am Ende immer von einem Arbeitssieg reden. Weil die Berliner einfach wenig Klares zulassen und man selbst Entscheidungen treffen muss, wie man am besten an den Ball kommt.« Rose hätte das Spiel »schon gerne gewonnen, in der Summe war es aber ein gerechtes Unentschieden«. 

Nächste Aufgabe schon am Mittwochabend 

Für was der Punkte am Ende der Saison gut sein wird, kann man aktuell nicht genau sagen. Was man aber sagen kann ist, dass der Kampf um die Champions League aktuell hart umkämpft ist. Zwischen Platz acht (Union Berlin) und Platz drei (Eintracht Frankfurt) liegen gerade einmal vier Punkte. Borussia liegt mit 32 Zählern zwar ‚nur‘ auf Platz sieben, aber letztlich eben voll im Soll. Immerhin sind die Fohlen im neuen Kalenderjahr noch komplett ungeschlagen, das soll natürlich auch im DFB-Pokal am Mittwochabend so bleiben…