Ratlos – Marcus Thuram und die Borussen mit erneuter Niederlage. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Martin Meissner

Borussia Mönchengladbach bleibt weiter sieglos und kann sich so langsam aber sicher auch vom Erreichen eines Europa League-Platzes verabschieden. Gegen Bayer Leverkusen stand die Leistung erneut unter dem Motto ‚Sie waren stets bemüht‘, aber es reichte abermals gerade offensiv nicht. Für die Werkself erzielte Patrick Schick den Treffer des Tages. 

Borussias Trainer Marco Rose hatte gegen die Werkself mit diversen personellen Problemen zu kämpfen. So konnten konnten Lars Stindl (5. Gelbe Karte), Christoph Kramer (Bänderdehnung) und Jonas Hofmann (muskuläre Probleme) in den Überlegungen des Coaches keine Rolle spielen. Im Vergleich zur Niederlage in Leipzig gab es vier Änderungen: Yann Sommer, Denis Zakaria, Valentino Lazaro und Hannes Wolf begannen für Tonias Sippel, Christoph Kramer, Jonas Hofmann und Lars Stindl.

Leverkusen bestimmt die Anfangsphase

Bei tollstem Fußballwetter mit strahlendem Sonnenschein gehörten Bayer Leverkusen die ersten Offensivaktionen, bei denen zwei Eckbälle in Serie nichts einbrachten (03.). Generell bestimmte die Werkself die Anfangsphase und hatte Abschlüsse. So wie Demirbay, dessen Schuss Zakaria noch abfälschte. Die Ecke konnten die Borussen klären (7.). Auch in der Folgezeit blieb Bayer04 am Ball und drängte die Fohlenelf in die Defensive. Diaby steckte im Strafraum durch zu Schick, Bensebaini unterband einen möglichen Abschuss (9.).

Mittlerweile war eine Viertelstunde um und die Borussen ließen weiter auf den ersten Torschuss warten. Bayer machte es bis dahin gut und ließ nichts zu. Dann gab Neuhaus den ersten Torschuss ab, setzte die Kugel aber weit am Tor vorbei (15.). Auf der Gegenseite scheiterte Dhabi mit seinem Schuss ins kurze Eck an Sommer (18.).

Plea und Wolf mit ersten guten Möglichkeiten, Sommer rettet stark

Ein Lebenszeichen der Fohlenelf, die dann den ersten richtig guten Umschaltmoment hatten – allerdings unvollendet. Über Lainer und Lazaro kam die Kugel zu Plea, dessen Schlenzer für Keeper Grill kein Problem war (22.). Drei Minuten später fasste sich Wolf ein Herz – der abgefälschte Schuss verfehlte das Ziel nur knapp (25.). Nach einer halben Stunde dann die bis dahin größte Chance des Spiels – und die gehörte der Werkself. Nach einem Konter kam Dhabi zum Abschluss, Sommer wehrte zunächst ab, ehe Schick den Nachschuss nicht kontrollieren konnte (33.).

Zur Pause blieb es beim 0:0, das auch okay ging. Gerade die Borussen hatten zwar durch Plea und Wolf zwei gut Möglichkeiten, konnten aber ansonsten noch nicht allzu viel kreieren. Was auch daran lag, dass Neuhaus und Zakaria im Mittelfeld blaß blieben. Generell mussten die Fohlen im zweiten Gang eine deutliche Schippe drauflegen, um überhaupt zum Torerfolg gelangen zu können.

VAR revidiert Elfmeter-Entscheidung

Marco Rose vertraute dazu zunächst seiner Elf der ersten 45 Minuten. Und seine Mannschaft versuchte es weiter, so richtig bis in die Gefahrenzone durchtanken konnten sich die Borussen aber weiterhin nicht. Dann hatte Wolf eine gute Möglichkeit, doch Tag hielt rechtzeitig den Schlappen dazwischen. Die anschließende ecke brachte nichts ein (54.). Vier Minuten später hätte Bensebaini vom Elfmeterpunkt aus für Führung sorgen können – Thuram wurde von den Beinen geholt – aber zuvor hatte Lazaro, an der Szene beteiligt, im Abseits gestanden. Die TV-Bilder unterstrichen das, weshalb die Entscheidung richtig war.

Schade für die Borussen, denen eine Führung sicherlich gutgetan hätte. Jedenfalls zeigten sich die Borussen verbessert gegenüber dem ersten Durchgang und waren auch zielstrebiger. Und auch in der Defensive war die Fohlenelf präsent und ließ kaum etwas zu gegen Leverkusen. Doch ein Punkt reicht bekanntlich nicht, um noch weiter einen Angriff auf Europas fahren zu können. Die erste gute Chance hatte dann aber die Werkself. Amiri zog aus der Distanz ab und ließ die Kugel nur um Haaresbreite über den rechten Winkel fliegen (67.). Kurze zeit später wurde Plea Schuss zur Ecke geblockt (69.). Eine Minute später war Schluss für den Franzosen, Embolo kam in die Partie (70.). Viel brachte die Frische nicht. Weiterhin kann man den Borussen kein Bemühen absprechen, doch es war nach vorne einfach zu harmlos.

Schickst trifft die Borussen mitten ins Mark

Und dann mussten die Borussen auch noch einem Rückstand hinterherlaufen. Wolf verlor die Kugel im Mittelfeld gegen Tah. Dann ging es bei Bayer ganz schnell. Der Innenverteidiger leitete sofort weiter auf Amiri, der Diaby auf die Reis schickte. Der Linksfuß war von Elvedi nicht mehr einzuholen und lief frei auf Sommer zu. Der Schweizer Schlussmann konnte zunächst stark mit einer Hand parieren, aber der Abpraller landete bei Schick, der aus zehn Metern souverän ins linke Eck zum 1:0 einschob (77.).

Das war der Genickbruch für die Borussen, die in der Schlussphase nicht mehr den Bock umzustoßen. Sie versuchten es, aber es kam einfach neu wenig, um noch einen Punkt mitnehmen zu können. So stand am Ende erneut eine Niederlage, die gezeigt hat, dass es derzeit einfach nicht reicht. Die Fohlenelf befindet sich weiter im freien Fall – und hinterlässt aktuell nicht den Eindruck, den stoppen zu können.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sippel – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini – Zakaria, Neuhaus – Lazaro (82. Herrmann), Wolf, Thuram (81. Traoré) – Plea (70. Embolo)

Weiter im Kader: Sommer (ETW), Beyer, Jantschke, Lang, Wendt, Reitz

Bayer Leverkusen: Grill – Frimpong, Tah, Tapsoba, Wendell – Aránguiz – Amiri, Demirbay – Diaby, Schick, Gray

Weiter im Kader: Johnson (ETW), Lomb (ETW), Dragović, Jedvaj, Weiser, Palacios, Alario, Bellarabi

Tore: 0:1 Schick (77.)

Gelbe Karten: – / Amiri, Schick

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)

Zuschauer: Keine (Borussia-Park)

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