Florian Neuhaus sprach nach dem Sieg gegen Union Berlin offen über die Königsklasse. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Borussias überzeugender 4:1-Sieg gegen Union Berlin war ein kleiner Befreiungsschlag und ein äußerst wichtiger ‚Dreier‘. Deshalb machten die Spieler nach der Partie auch kein Geheimnis daraus, was am Ende der Saison rausspringen soll: Die Champions League. Marco Rose war vor allem über die Art und Weise der Tore begeistert. 


Wieder zurück in der Spur

Zugegeben: Ein paar Fragezeichen gab es vor dem Spiel gegen Union auf Seiten von Borussia Mönchengladbach schon. Das lag allen voran daran, dass die Fohlen gegen Leverkusen und in Bremen nicht zu überzeugen wussten. Außerdem entstand durch den Sieg von Leverkusen am Freitagabend in Freiburg ein zusätzlicher Druck. 

Doch all diesen Faktoren hielt die Fohlenelf auf ziemlich souveräne Art und Weise stand, denn die Hausherren ließen sich von kämpferischen Berlinern nicht den Schneid abkaufen. »Wir haben uns viel vorgenommen und von dem sehr viel auf den Platz gebracht. Nach vorne wollten wir mehr Präsenz zeigen und mehr Wucht in unser Offensivspiel bringen, das ist uns heute mit vier Toren gut gelungen«, brachte es Florian Neuhaus auf den Punkt.

Neuhaus sorgt für Jubiläum 

Der 23-Jährige war es, der sich dank einer beherzten Einzelaktion, in die Geschichtsbücher von Borussia eintragen durfte. Neuhaus erzielt nicht nur das wichtige 1:0, sondern auch das 3.000 Bundesliga-Tor der Gladbacher in der Bundesliga. »Das ist eine schöne Zahl, das freut mich so ein besonderes Tor erzielt zu haben«. Allerdings hatte ‚Tikus‘ für Borussias Trainer auch einen großen Anteil am Führungstreffer. 

»Das erste Tor war eine Einzelleistung von Flo, aber Thuram hat vorher einen richtig klugen Laufweg gemacht um den Raum aufzuziehen«, gab es von Marco Rose noch ein Sonderlob. Vor allem wenn es die Fohlen schafften Tempo ins Spiel zu bringen, hatten die ‚Eisernen‘ immer wieder ihre Probleme. Borussias Waffe am Sonntagnachmittag: Ein starkes Spiel über die Flügel. »Das waren die Dinge, die wir vorher besprochen haben. Gegen so einen Gegner muss man sich auch ohne Ball viel bewegen. Die Tore waren richtig schön rausgespielt und teilweise auch hart erarbeitet. Das sind die Faktoren, die am Ende zum erfolg führen«, so Rose. Dinge, die Borussia vor allem beim Auswärtsspiel in Bremen schmerzlich vermissen ließ. 

Rose zufrieden mit seiner Mannschaft

Einziger Wermutstropfen war sicherlich der Anschlusstreffer direkt nach der Pause, denn dieser ließ laut Max Eberl »ein bisschen Unwohlsein aufkommen«. Auch Matthias Ginter ging nach der Partie in die Analyse des 2:1: »Wir standen beim Gegentor zu tief und nicht auf einer Höhe. Das ist sehr wichtig, weil Union viele Spieler über 1,90 hat.« In der Tat mussten sich die Fohlen kurz schütteln, doch fanden glücklicherweise wieder sehr schnell zurück in die Spur. Generell lobte Borussias Sportdirektor »die erste Halbzeit, in der wir sehr griffig waren und eine hohe Intensität auf den Platz gebracht haben«.

Richtig entschieden war die Partie dann aber erst mit dem 3:1, denn laut Ginter hätte Borussia »die ein oder andere Chance ein bisschen besser ausspielen können«. Auch Marco Rose sah bei seiner Mannschaft »auch ein paar zu einfache Fehler«. Dennoch war der 43-Jährige mit dem starken Auftritt sehr zufrieden: »Wir haben das gemacht, was wir uns vorgenommen haben: Das Spiel von Union, so wie sie spielen, gut angenommen. Wir haben auch sehr schöne Tore geschossen und dementsprechend bin ich mit der Leistung sehr, sehr einverstanden.«

Borussia spricht über die Königsklasse 

Durch den Sieg von Leverkusen waren die Fohlen also schon vor dem Spiel etwas unter Zugzwang, landeten durch den überzeugenden Auftritt gegen Union einen wichtigen Sieg. Es verwundert also nicht, dass Florian Neuhaus nach dem Spiel offen die Königsklasse ansprach. »Der Sieg war wichtig im Kampf um die Champions League. Es war unser Ziel an Leverkusen vorbei zu ziehen.«

Marco Rose hingegen wollte weder von der Champions League, noch von der (fast) sicheren Teilnahme an der Europa League etwas wissen und sprach eher eine kleine Warnung an die Fohlen aus. »Es ist in Ordnung wenn die Jungs über die Champions League reden, aber wir müssen es dann auch so leben und umsetzen, alles dafür tun.« Borussias Trainer weiß eben auch, dass die Qualifikation für die Königsklasse kein Selbstläufer wird.

»Platz drei ist Ausdruck unserer Qualität und die Leistung, die wir bisher gebracht haben. Wir haben uns da oben festgebissen und wir wollen gegen diese Big Four als Außenseiter dabei sein und spielen momentan eine sehr gute Rolle«, formulierte Max Eberl vorsichtig die Ambitionen und Ziele der Fohlen. Der Jubiläumstorschütze Florian Neuhaus legte den Fokus allerdings schon wieder auf die nächsten beiden Auswärtsspiele, denn mit Freiburg und Bayern warten keine einfachen Gegner auf die Fohlen. »Jetzt wollen wir uns auf das Spiel in Freiburg konzentrieren und da nachlegen«…