Manu Koné feierte seinen ersten Treffer für Borussia. Foto: Dirk Päffgen

Mit dem überragenden 5:0-Sieg im DFB-Pokal über Bayern schaffte Borussia Mönchengladbach Historisches: Erstmals konnten die Fohlen den Rekordmeister aus dem Pokal werfen. Es war ein wahres Fußballfest und die Borussen spielten wie entfesselt, regelrecht wie im Rausch. Die Reaktionen auf einen Abend, der in die Geschichte des Vereins eingehen wird. 

Der Fohlen-Express nahm Fahrt auf 

Wer zum Anpfiff der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München am Mittwochabend noch nicht seinen Platz im Borussia-Park eingenommen hatte, der wurde bitter bestraft. Denn die Fohlen überrollten den schier übermächtigen Gegner regelrecht und wiesen die Münchener im Verlaufe der Partie in die Schranken. Spätestens nach 80 Sekunden und dem frühen 1:0 von Manu Koné, der damit seine Torpremiere feierte, bebte der Borussia-Park. 

»Wir haben eine gute Reaktion auf das Spiel in Berlin gezeigt und eine tolle Leistung abgeliefert, die es auch braucht, um die Bayern zu bezwingen. Wir sind super in das Spiel gekommen mit dem frühen Tor und haben einige Fehler der Bayern ausgenutzt«, so Yann Sommer. Doch die Fohlen begnügten sich in der zweiten Runde des Pokals nicht nur mit einem Tor, sie setzten aggressiv nach und führten ich 20 Minuten bereits mit drei Treffern. 

Spätestens jetzt war klar: Es würde ein besonderer Abend werden. »Wir haben von Beginn an genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben super verteidigt und vorne die Chancen eiskalt genutzt. Das war schon bärenstark, da haben wir uns in einen Rausch gespielt. Und wenn man 3:0 nach 20 Minuten führt, spielt einem das natürlich in die Karten. Da wird viel freigesetzt, was es einem im weiteren Spielverlauf einfacher macht«, beschrieb Jonas Hofmann die Gefühlslage. 

Historischer Sieg gegen Bayern 

Adi Hütter hatte es geschafft, die Borussen nach der Niederlage in Berlin wachzuküssen und in einen Rausch zu versetzen. Die Bayern schienen nämlich wie ‚benebelt‘ und wohl nur die größten Optimisten haben mit solch einer Performance des Fohlen-Express gerechnet. »Als wir dann direkt nach der Halbzeit auch noch das 4:0 nachgelegt haben, war das Spiel mehr oder weniger schon entschieden. Danach haben wir es souverän nach Hause gebracht«, so Hofmann zum weiteren Spielverlauf. 

Durch das überragende 5:0 gegen den deutschen Rekordmeister schafften die Fohlen außerdem Historisches: Denn noch nie in der 121-Jährigen Vereinsgeschichte gelang es Gladbach, die Bayern aus dem DFB-Pokal zu werfen. Zwar ist Adi Hütter erst seit einigen Monaten als Trainer am linken Niederrhein tätig, doch einen Platz in den Geschichtsbüchern hat er durch den Erfolg bereits jetzt schon sicher. 

»Es war ein außergewöhnlicher Tag. Es ist wunderbar, dass wir es als erste Borussia-Mannschaft geschafft haben, die Bayern aus dem DFB-Pokal zu werfen«, freute sich der Österreicher. »Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Wie sie die Tore herausgespielt hat, war Weltklasse. Und gegen die Bayern lange Zeit defensiv kaum etwas zuzulassen, ist ebenfalls überragend. Wir freuen uns riesig über diesen historischen Sieg«, so Hütter nach der Partie. 

Ein Fußballfest im Borussia-Park 

Neben den fünf Toren war es auch extrem wichtig fürs Selbstvertrauen, dass die Fohlenelf kein Gegentor kassierte und die Abwehr weiterhin eine Stabilität ausstrahlt. »Gegen den Ball haben wir sehr aggressiv gespielt und die Räume, die sie uns gegeben haben, gefunden«, so Yann Sommer zur Defensivleistung. Sportdirektor Max Eberl geriet nach dem Erfolg ebenfalls ins schwärmen und sprach völlig zurecht von einer Leistung, über die man noch lange sprechen wird. 

»Es war ein großartiger Abend und eine großartige Leistung der Mannschaft, die sich vor allem in der ersten Hälfte in einen wahren Rausch gespielt hat. Von so einem Fußballfest träumt man, glaubt aber nicht, dass es wirklich Realität wird. Heute sind die Bayern auf einen Gegner gestoßen, der einfach besser war. Diesen Abend sollten wir genießen. Es war ein denkwürdiges Spiel, das sicher in die Geschichtsbücher von Borussia Mönchengladbach eingehen wird«, freute sich Eberl. Der 48-Jährige träumt, wie jeder am linken Niederrhein, ohnehin von etwas ‚Blechernen‘. 

Beyer wird wohl länger fehlen 

Bringen die Fohlen diese Leistungen auch im weiteren Verlauf der Saison auf den Rasen, stehen die Chancen im DFB-Pokal jedenfalls nicht schlecht. Einen Wermutstropfen gab es dann allerdings dennoch: Jordan Beyer musste zu Beginn der zweiten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden. »Es wird sich um eine Muskelverletzung handeln. Er wird sicher länger ausfallen«, gab Adi Hütter ein knappes Statement zur Lage bei Beyer ab.