Borussia muss sich nun zusammenraufen und alles für den Erfolg geben. Foto: Dirk Päffgen

Mit dem Heimspiel gegen Mainz beginnen für Borussia Mönchengladbach die Englischen Wochen. Mutmaßlich wird sich in den nächsten Tagen die komplette Saison entscheiden und es bleibt spannend, wie die Fohlen das Trainer-Beben verkraftet haben. Gegen den FSV braucht die Fohlenelf deshalb im Kampf um die Champions League unbedingt drei Punkte. 

Wie verkraftet Borussia die Diskussionen der letzten Tage? 

Nüchtern betrachtet ist das Jahr 2021 für Borussia Mönchengladbach gar nicht so schlecht, denn von den letzten acht Bundesliga-Spielen verloren die Fohlen nur eins. Allerdings konnte die Elf vom Niederrhein in den letzten drei Partien keinen Sieg einfahren,  hinzu kommt die Unruhe mit dem Trainer-Abgang am Ende der Saison. 

Es wird also sehr spannend, welche Antwort die Mannschaft darauf auf dem Platz liefert und wie sie die Nachricht des aktuellen Trainers Marco Rose verkraftet hat. »Die Mannschaft war natürlich ein Stück weit enttäuscht, hat die Entscheidung aber sehr professionell aufgenommen. Es war ein sehr vernünftiger Austausch mit Max Eberl und Marco Rose«, erklärt Lars Stindl auf Borussias Homepage. 

Nach dem kleinen Schock habe die Mannschaft »danach den Blick aber sofort wieder auf das Wesentliche und die Dinge, die noch anstehen, gerichtet«. Die Fohlen sind noch in allen drei Wettbewerben aussichtsreich vertreten und wollen in den nächsten Spielen die Ausgangslage entsprechend nutzen. »Im gleichen Atemzug haben wir alle gemeinsam betont, dass wir die Möglichkeiten, die wir in dieser Saison noch haben, gemeinsam mit dem Trainer und seinem Team bestmöglich ausschöpfen möchten«, blickt Stindl nach vorne. Die Devise lautet: »Es gilt, alles dem Erfolg unterzuordnen und danach zu streben, den maximalen Erfolg zu haben.«

»Treten momentan etwas auf der Stelle«

Borussias Kapitän war in dieser Saison schon oft der Leader auf dem Platz, auch auf ihn wird es in den nächsten Tagen ankommen, welches Bild die Mannschaft abgibt. Borussias Kapitän muss und, da sind wir uns sicher, wird mit gutem Beispiel vorangehen und versuchen seine Mannschaft trotz all der Ereignisse mitzureißen. Nach dem Punktgewinn beim VfL Wolfsburg ist Gladbach gewissermaßen gegen Mainz unter Zugzwang, sonst droht der Zug zur Champions League ohne die Borussen loszufahren. 

»Mit den beiden jüngsten Unentschieden und der sehr ärgerlichen Derby-Niederlage treten wir momentan etwas auf der Stelle. Daher wollen wir unbedingt wieder dreifach punkten, um die Schritte, die andere Mannschaften uns momentan voraus sind, wieder aufzuholen. Unser Ziel ist es, bis zum Ende der Saison auf jeden Fall noch an dem einen oder anderen Team vorbeizuziehen. Aber wir gehen das Ganze Schritt für Schritt an und richten den Fokus nun zunächst auf das kommende Spiel am Samstag gegen Mainz«, so Borussias Kapitän. 

Blickt man auf die Tabelle, sind drei Punkte gegen die Mainzer definitiv Pflicht. Die Rheinhessen sind Tabellenvorletzter und haben vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, Bielefeld hat allerdings sogar noch ein Spiel weniger. Dennoch: Die Gäste zeigten sich in den letzten beiden Spielen sehr formstark und überzeugten vor allem beim 2:2 vergangene Woche in Leverkusen. 

Heimsieg gegen Mainz ist Pflicht 

Das weiß auch Stindl, der die ‚05er‘ unter Bo Svensson im »Aufschwung« sieht. »Er hat die Mannschaft in einer sehr schwierigen Situation übernommen und es recht schnell geschafft, eine bessere Struktur und neue Energie auf den Platz zu bringen. Gerade zuletzt in Leverkusen haben die Mainzer ein richtig gutes Spiel gemacht und haben verdient einen Punkt mitgenommen. Sie investieren sehr viel und schalten sehr gut nach vorne um – das macht sie momentan sehr gefährlich«, so Stindl zum kommenden Gegner. 

Borussias Kapitän weiß aber auch, dass ein ‚Dreier‘ fast schon Pflicht ist, der Rückstand auf Platz vier beträgt momentan sechs Punkte. Der 32-Jährige steht am Samstag übrigens vor seinem 200. Pflichtspiel mit den Fohlen, erzielte bisher 64 Tore in 199 Einsätzen. Außerdem liegt Mainz den Fohlen, denn in den vergangenen neun Liga-Spielen gab es sieben Siege und zwei Unentschieden. Deshalb ist es das »Ziel am Samstag natürlich wieder einen ‚Dreier‘ zu holen«. 

Welche Anfangself Marco Rose auf den Platz bringt bleibt abzuwarten, schließlich steht am Mittwoch das Hinspiel in der Königsklasse gegen Manchester City bevor. Dabei können die Fohlen aber wieder auf Denis Zakaria und Marcus Thuram zählen, das Duo ist seit dieser Woche wieder im Mannschaftstraining, beide fielen in Wolfsburg verletzungsbedient aus. 

Wochen der Entscheidung 

»Wir beschäftigen uns aktuell ausschließlich mit Mainz, aber der Blick auf das Duell mit Manchester verbietet sich trotzdem nicht, denn das ist ein Highlight, das wir uns in der Vorsaison beziehungsweise in der Hinrunde erarbeitet haben. Darauf freuen wir uns, auch wenn es bedeutet, dass wir gegen die momentan wahrscheinlich beste Mannschaft der Welt antreten müssen«, lobt Stindl den Gegner in der Champions League. 

Doch erstmal müssen die Borussen die Hürde Mainz 05 nehmen, denn bei all der Vorfreude auf die Königsklasse heißt das Tagesgeschäft immer noch Bundesliga. Und die Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe geht vermeintlich nunmal nur über die Liga. Für die Fohlen wird sich mutmaßlich in den nächsten Tagen die Saison entscheiden, denn nach Mainz wartet Manchester City in der Champions League, Leipzig in der Bundesliga, Dortmund im Pokal und zum Abschluss Leverkusen in der Bundesliga…