Eine zähe Veranstaltung

Viel Aufwand, aber eben wenig Ertrag für die Borussen, die sich an den kompakt verteidigenden Gästen die Zähne ausbissen. Und die Situation wurde für die Borussen noch schwieriger, als Alfred Finnboagson nach der Pause für die Führung sorgte. »Augsburg hat uns mit dem Tor einen Schlag versetzt«, sagte Eberl.

Tatsächlich setzte der Gegentreffer den Borussen zu. In der Folgezeit mischten die Fuggerstätter verstärkt Beton an und die Borussen hatten keine Lösung parat, diesen zu durchbrechen. »Wir haben zwar gewollt, aber oftmals nicht mit den richtigen Ideen. Augsburg hat die Räume gut zugestellt«, sagte Hecking. »Wir haben uns schwer getan, die Lücken zu finden und hatten nicht die zündelnden Ideen«.

»Es war ein Knorz«, sagte Sommer. Was im Schweizerischen so viel heißt wie mühseliger, beschwerlicher Vorgang. Die Borussen rannten an und wurden dann mit der letzten Aktion tatsächlich noch belohnt. André Hahn war es, der am zweiten Pfosten lauernd eine Flanke von ‚Ibo’ Traoré in den Maschen versenkte. »Es ist immer gut, wenn ein Stürmer trifft. André ist einer der wenigen, die erst jetzt richtig in den Rhythmus kommen. Er kam in der Rückrunde häufig von der Bank«, sagte Hecking. »Man merkt, dass er arbeitet und läuferisch in einer sehr guten Verfassung ist. Es freut mich für ihn, dass er das Tor zum Ausgleich gemacht hat«.

»André hatte lange Zeit Pech am Stiefel. Aber wenn man so kämpft und ackert wie er jedes Spiel, dann belohnt man sich auch irgendwann. Das Tor hat er sich deshalb verdient«, freute sich auch Christoph Kramer für den Ex-Augsburger.

»Ich habe das Tor gar nicht gesehen. Es war ein Riesenchaos da vorne«, beschrieb Sommer. »Aber es war unglaublich wichtig, dass wir das Tor gemacht haben«.

Traum von Europa lebt weiter

Unter dem Strich kann man angesichts des Spielverlaufs also von einem gewonnen Punkt sprechen, der vor allem auch für den Kopf wichtig war bzw. ist. Und wie viel dieser wert sein wird, wird die Endabrechnung zeigen. Jedenfalls haben die Borussen so weiterhin die Möglichkeit, am Ende einen der Plätze zu belegen, die für die Teilnahme an der Europa League berechtigen. »Mit dem einen Punkt bleiben wir ein Stück weit im Rennen um die Europa League-Plätze«, sagte Eberl.

»Der Punkt könnte nichts, aber auch eine ganze Menge wert sein am Ende. Wir müssen jetzt noch sechs Punkte einfahren. Dann können wir am Ende gucken, ob es zu etwas reicht«, sagte Kramer und Hofmann fügte an: »Wir hätten natürlich gerne gewonnen, nehmen aber auch den Punkt gerne mit. Es ist noch alles drin, wir müssen schauen, dass wir unsere letzten beiden Spiele gewinnen. Was dann am Ende dabei rauskommt, werden wir sehen«.

»Der Punkt ist sehr wichtig, weil wir so immer noch im Rennen um die Europa League-Plätze sind«, sagte Sommer und gab die Marschrichtung vor: »Wir müssen in den letzten beiden Spielen noch einmal alles raushauen und wollen unbedingt punkten«. Und dazu vor allem besser spielen, als eben gegen den FCA – damit die Hausaufgaben mit der bestmöglichen Ausbeute erledigt werden können. Apropos raushauen: Auch seitens der Fans muss vor allem auch beim Saisonfinale im Borussia-Park gegen den feststehenden Absteiger SV Darmstadt 98 nochmals alles rausgehauen werden…