Insgesamt durfte Borussia gegen Donezk vier Mal jubeln. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-hautnah.de

Borussia machte auch im zweiten Gruppenspiel gegen Schachtar Donezk nahezu alles richtig. Vor allem in der ersten Halbzeit spielten die Fohlen schnellen und sehr effektiven Fußball. Dadurch ist das Tor zum Achtelfinale jetzt noch weiter geöffnet. Breel Embolo zeigte sich nach Schlusspfiff nach seinem Fallrückzieher-Tor erleichtert. 

Zwei Spiele gegen Schachtar Donezk, zwei Siege. Und nicht nur das, Borussia Mönchengladbach gewann den direkten Vergleich gegen den ukrainischen Vertreter mit 10:0. Ergebnisse, die bei der Auslosung der Gruppe B in der Königsklasse so niemand vorher sagen konnte. Aber ähnlich wie im Hinspiel legte Borussia den Grundstein für den Sieg vor allem wieder mit einer sehr starken Anfangsphase. 

Borussia hatte alles unter Kontrolle 

Aber dass die Fohlen die Gäste schon wieder so hoch schlagen, das hatte vor dem Spiel in diese Art und Weise sicherlich niemand erwartet. Denn Marco Rose wurde nicht müde zu betonen, dass es ein komplett anderes Spiel werden sollte. Borussias Trainer wurde aber, auch von seiner Mannschaft, eines besseren belehrt, denn durch den frühen Druck der Fohlen fand Donezk überhaupt nicht ins Spiel und rannte den Hausherren nur hinterher. 

»Wir haben zwei sehr gute Leistungen in den zwei Spielen gezeigt. Wir haben es Schachtar Donezk sehr schwierig gemacht und sie vor große Aufgaben gestellt. Ich hatte heute fast nichts zu tun, das bedeutet, dass wir defensiv sehr gut standen und offensiv die Kontrolle hatten. Es ist schön zu sehen, wie wir heute aufgetreten sind«, sagte Yann Sommer nach Schlusspfiff im leeren Borussia-Park. 

Beispielhafte Schlussminuten 

Der Schweizer bliebt zum zweiten Mal in dieser Champions League-Saison ohne Gegentor und hatte vor allem in der Schlussphase großen Anteil daran, dass die Fohlen wieder mit einer ‚weißen Weste‘ vom Feld gingen. Apropos: Am Mittwochabend waren die letzten Minuten beispielhaft, ein solches Auftreten fordert Borussias Torwart ab sofort immer. »Wir müssen die Schlussphase immer so spielen wie heute, denn wir waren sehr aggressiv bis zur letzten Minute«. 

In der Tat schmissen sich die Fohlen in jeden Zweikampf, so auch Oscar Wendt. Der Schwede erzielte nicht nur ein sehenswertes Freistoßtor, sondern fälschte in der Schlussphase dank seines Einsatz auch die Kugel noch entscheidend ab und verhinderte somit einen Gegentreffer. 

Effektiv von Beginn an 

Ließen die Fohlen gegen den FC Augsburg noch viele Chancen liegen, zeigten sie sich in der Königsklasse wesentlich effektiver. »Es gelingt einem nicht jedes Spiel so effizient zu sein. Heute war es wichtig, dass wir relativ früh ein Tor geschossen haben, das war für Donezk direkt ein Dämpfer«, stellte Yann Sommer richtig fest. Danach hat es Borussia »mit viel Qualität am Ball ruhig weitergespielt«. Dabei waren die Schlüsselfaktoren, dass die Akteure »viel Ruhe ausgestrahlt haben, gut miteinander gesprochen haben und die Abstände zwischen den Ketten sehr eng waren«. 

Den ersten von insgesamt vier Treffern markierte Lars Stindl: Borussias Kapitän übernahm vom Elfmeterpunkt Verantwortung und sorgte eben schnell für die beruhigende Führung. »Wir wollten unbedingt das Spiel gewinnen, das hat man gemerkt. In den ersten Spielen haben wir uns in eine gute Ausgangslage gebracht, da wollten wir weitermachen. Uns war klar, dass wir wieder viel investieren mussten und deshalb haben wir verdient gewonnen«, resümierte der ‚Capitano‘. 

Breel Embolo mit nächster Bewerbung zum ‚Tor des Jahres‘ 

Für die Szene des Abends aber sorgte definitiv Breel Embolo: Nachdem der Schweizer trotz immer fleißigen Auftritten viel Kritik einstecken musste, bewies er allen, dass er das Toreschießen nach wie vor drauf hat. Denn nach Valentino Lazaro gab auch Embolo gestern Abend mit seinem Fallrückzieher eine Bewerbung für das Tor des Jahres ab. Die Freude und Erleichterung schrie der 23-Jährige nach seinem Treffer voll heraus. 

»Die Erleichterung über das Tor ist sehr groß, denn als Stürmer möchte man immer treffen. Die Kabine wird nachher wieder sagen ‚typisch Breel, die einfach macht er nicht und die schweren Versuche gehen rein‘«, schmunzelte Embolo nach dem Heimsieg. Doch sein Tor fühlt sich »umso schöner an, wenn dann ein Sieg dabei rausspringt«. Lobende Worte gab es auch von Lars Stindl, der in dem Schweizer eben deutlich mehr als ‚nur‘ einen Stürmer sieht. »Breel ist so wichtig für uns, er investiert immer viel für die Mannschaft. Das ist unglaublich wichtig und wenn wir keine Anspielstation haben, ist er vorne der erste Mann. Wir freuen uns, dass er sich für seinen Aufwand belohnt hat«. 

Fohlen müssen gute Ausgangslage jetzt veredeln 

Erleichtert können die Fohlen sicherlich auch immer noch über die Ausgangslage in Gruppe B sein. Denn schon direkt nach dem Spiel stand fest, dass Borussia mit acht Punkten auch nach dem vierten Spieltag Tabellenführer in der Gruppe B sein wird. Allerdings mahnte Nico Elvedi nun davor, dass die restlichen Spiele alles andere als ein Selbstläufer werden. »Noch ist nichts erreicht, wir haben noch zwei schwere Spiele vor uns. Wenn wir so auftreten wie heute bin ich aber zuversichtlich, dass wir das Achtelfinale erreichen«. 

Borussias Kapitän wollte sich auf mögliche Diskussionen über die nächste Runde auch noch nicht einlassen und sprach davon, dass das Achtelfinale »momentan noch kein großes Thema ist«. Trotzdem betont er, dass die Fohlen »sehr gut da stehen und das Maximale erreichen wollen«. Yann Sommer hingegen spricht von einer »guten Momentaufnahme«, stellt aber gleichzeitig klar: »Wir sind in einer guten Situation und wollen natürlich weiterkommen«. 

Und so konnten sich die Fohlen nach Schlusspfiff entspannt zurücklehnen und in aller Ruhe das Spiel zwischen Inter Mailand und Real Madrid anschauen und die Tabellenführung genießen…