MARCUS THURAM UND DIE BORUSSEN KAMEN PERFEKT AUS DER ZWANGSPAUSE. FOTO: POOLFOTOS/DIRK PÄFFGEN

Borussia Mönchengladbach ist mit einem souveränen Sieg bei Eintracht Frankfurt aus der 66-tägigen Zwangspause in die letzten Spiele der Saison 2019/2020 gestartet. Der Re-Start ist der Fohlenelf auf eine nicht zwingend zu erwartende Art und Weise geglückt. Der Sieg ist gleichermaßen ein Signal an die Konkurrenz und untermauert die starke Form der Truppe von Trainer Marco Rose.


So richtig wusste keiner, wie die Bundesliga nach der Zwangspause aus den Startlöchern kommen und mit den strengen Hygieneauflagen umgehen würde. Nach dem ersten Spieltag nach der 66-tägigen Pause kann man bis auf wenige Ausnahmen – allen voran der Spielerjubel der Berliner-Spieler und dem bekannten Fall um Heiko Herrlich – den Re-Start als gelungen bezeichnen, auch wenn natürlich ein entscheidendes Element, die Fans fehlt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder befand am Sonntag im Sport1-‚Doppelpass‘: »Ich glaube, dass es im Großen und Ganzen sehr gut funktioniert hat. Jetzt müssen wir uns noch die letzten Spiele des heutigen Tages anschauen, dann ein bisschen aus den gemachten Erfahrungen lernen und ein bisschen nachsteuern«, resümierte Söder. »Aber ich denke, im Großen und Ganzen ist das alles sehr vertretbar. Man darf eines nicht vergessen: Ich persönlich hätte noch vor zwei Wochen größere Befürchtungen gehabt. Ich freue mich, dass die Liga den ersten Härtetest bestanden hat.«

Fohlenelf von Beginn an voll da, eiskalt und effektiv

Auf dem Platz hat den vor allem auch Borussia Mönchengladbach bestanden. Die Fohlenelf trotzte in Frankfurt von Beginn an der Situation und war direkt voll da. Zwei Chancen, zwei Tore – so die Top-Quote der Borussen, die bereits nach sieben Minuten mit 2:0 in Front lagen und in der Commerzbank-Arena früh die Siegerstaße gebucht und manifestiert hatten. Noch nie in ihrer Bundesliga-Historie lagen die Fohlen auf des Gegners Platz so früh mit 2:0 in Führung.

Es war das Produkt einer von Anfang an konzentrierten Leistung der Fohlen, die die Partie auch in der Folgezeit unter Kontrolle hatten und wenig bis kaum etwas zuließen. Und auch physisch waren die Fohlen sofort da. Die Borussen agierten mit Tempo und stutzten den Adlern mit hohem Pressing die Flügel. 117,27 Kilometer Laufleistung am Ende der Partie sind nach einer so langen Pause eine ordentliche Quote, mit der sich auch Marco Rose zufrieden zeigte.

Wenn man das Haar in der Suppe suchen möchte, kann man die Chancenverwertung ansprechen. Lag die zu Beginn noch bei 100 Prozent, ließ diese im Verlaufe des Spiels nach. Es hätten durchaus noch weitere Tore fallen können – um vor allem die Chance von Jonas Hofmann zu nennen. Der Mittelfeldmann wusste, dass er sich auf die Anzeigetafel hätte ‚schreiben’ müssen.

Starke Fakten unterstreichen Borussias Form und Ambitionen

Am Ende hieß es 3:1 für die Fohlenelf – es war der dritte Auswärtssieg in Folge für die Borussen, die aus den letzten vier Auswärtsspielen 10 von möglichen 12 Punkten ergatterten. Eine starke Bilanz, mit der die Borussen auch in der Auswärtstabelle ganz weit oben stehen. Mit 23 Punkten (7 Siege, 2 Remis, 4 Niederlagen) und 22:15 Toren rangiert man dort auf Platz drei.

Apropos drei – Auch in der Bundesliga-Tabelle belegen die Borussen nach dem 26. Spieltag Rang drei. 52 Punkte (16 Siege, 4 Remis, 6 Niederlagen) und 52:31 Tore – so die starken Fakten. 52 Punkte  – das sind so viele wie noch nie zu diesem Zeitpunkt im Zeitalter der 3-Punkte-Regel. Und noch nie holte ein Borussen-Coach in seinen ersten 26 Bundesliga-Spielen so viele Punkte wie Marco Rose mit seinen Jungs (Punkteschnitt 2,0).

16 Saisonsiege – so viele Siege hatten die Borussen in der gesamten Vorsaison, die man dann bekanntlich mit 55 Punkten auf Platz 5 abschloss. Aktuell sind noch acht Spiele zu absolvieren… Ein weiterer Fakt unterstreicht, wie gefestigt und stark die Borussen in dieser Rückrunde aufspielen. Die Fohlenelf hat lediglich eines der letzten acht Bundesligaspiele verloren. Borussia Mönchengladbach hat sich perfekt und stark aus der Zwangspause gemeldet, hat die Umstände perfekt angenommen und ihre Ansprüche untermauert. Das internationale Geschäft ist so gut wie eingetütet, die Königsklasse aus eigener Kraft realisierbar. Alles ein Verdienst von Marco Rose, der der Fohlenelf seine Idee vom Fußball nahezu schon perfekt vermittelt und sie auf den richtigen Weg gebracht hat. Und die nächste Ausfahrt könnte durchaus Königsklasse heißen, wenn es so weitergeht…