Matthias Ginter konnte mit Borussia in seiner alten Heimat nicht gewinnen. Archivfoto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah

Die Sieglos-Serie von Borussia in Freiburg geht weiter. Das Remis konnten die Fohlen nach Schlusspfiff nicht so richtig einordnen, auch weil sie in der Schlussphase noch zwei Großchancen hatten. Letztlich war es aber eine gerechte Punkteteilung, das gaben auch die Verantwortlichen zu Protokoll. 

Warten auf den Sieg in Freiburg 

Vor über 18 Jahren gewann Borussia Mönchengladbach zuletzt beim SC Freiburg. Zwar siegte die Borussia 2007 in der 2. Bundesliga beim Sportclub, doch im Oberhaus müssen die Fohlen weiterhin auf drei Punkte warten. Auch bei der Abschiedsvorstellung im Schwarzwald-Stadion sprang kein ‚Dreier‘ heraus, immerhin ging es mit einem Punkt im Gepäck zurück an den Niederrhein. 

Und genau diesen wusste nach dem 2:2 niemand so recht einzuordnen, denn in der Schlussphase hätten beide Mannschaften noch den Sieg einfahren können. »Wenn ich morgen aufwache werde ich wissen, ob wir einen Punkt gewonnen oder zwei verloren haben. Wir wollten hier schon gewinnen, das wäre für uns sehr wichtig gewesen. Im Moment fühlt sich der Punktgewinn aber sehr okay an«, gab Marco Rose nach Schlusspfiff zu. 

Gladbach kommt erneut schwer ins Spiel 

Borussias Trainer macht »seine Laune auch nicht von Ergebnissen abhängig, denn die Jungs haben sich in einer nicht einfachen Situation voll reingehangen und reingearbeitet«. Zwar gingen die Fohlen durch Breel Embolo in Führung, doch wie schon gegen Inter Mailand in der Champions League war die Anfangsphase etwas schwerfällig. Angesichts der momentanen Belastung kann man das den Fohlen aber auch nicht verübeln, wie auch Rose erklärte. »Die Gesamtkonstellation ist immer so, dass wir sehr lange brauchen um in die Partie zu finden. In der Summe geht es in der Weiterentwicklung für uns darum, dass wir auch in solchen schwierigen Phasen noch härter werden um solche Spiele auch zu gewinnen«. 

Ein Fakt, der Gladbach einen Sieg gekostet hat, waren sicherlich die Personalsorgen in der Abwehr. Nach den Ausfällen von Nico Elvedi und Tony Jantschke waren diese eben so groß, dass Christoph Kramer in der Innenverteidigung beginnen musste. »Mit Elvedi und Bensebaini haben uns zwei der kopfballstärksten Spieler gefehlt und Freiburg agiert bei Standards sehr gut. Trotzdem hätten wir das hier und da besser machen können, wir haben zu viele Chancen zugelassen«, gab Rose zu. 

»Spiel hätte auch 4:4 ausgehen können«

Vor allem die Schlussphase war aber extrem turbulent, denn sowohl Freiburg als auch Borussia hätten das Spiel noch zu ihren Gunsten drehen können. »Irgendwann wird’s wild und hinten raus offen weil wir natürlich auch die drei Punkte wollten«, sprach Borussias Trainer die letzten Minuten an. Auch Christoph Kramer haderte mit den vergebenen Chancen, denn Patrick Herrmann hätte alleine vor dem Freiburger Schlussmann für die Entscheidung sorgen können. 

»Am Ende hätte das Spiel aber auch 4:4 ausgehen können. Es war eine offene Partie. Wir hatten in der Schlussphase noch zwei Riesenchancen, die wir hätten nutzen können. Leider haben wir sie nicht genutzt«, so Kramer. Der Weltmeister von 2014 gab zu, dass es »für den neutralen Zuschauer sicher ein tolles Spiel war«, auch wenn sich Florian Neuhaus hinterher über »ein langweiliges 1:0 mehr gefreut hätte«. 

Dennoch nimmt die Fohlenelf auch Gutes mit aus ihrem letzten Spiel im Schwarzwald-Stadion. »Beim 1:0 haben wir unsere ganze Klasse gezeigt. Da haben wir schnell gespielt, so wie wir uns das vorgenommen haben«, sagte der Torschütze Breel Embolo. Auch beim Ausgleich durch Alassane Pléa belohnten sich die Fohlen für einen tollen Spielzug. Von der Spieleröffnung durch Yann Sommer bis zum Torabschluss durch Pléa brauchte Borussia nur sieben Ballkontakte und 15 Sekunden bis die Kugel im Netz zappelte. Auch Marco Rose versucht aus Freiburg »die guten Dinge mitzunehmen« um dann mit neuer Kraft am Mittwochabend in Madrid antreten zu können. 

Partie bei Real schon im Hinterkopf 

Apropos: Borussias Trainer gab zu, dass er das entscheidende Spiel schon im Kopf hatte. »In diesen Tagen versuchen wir gesund und fit zu bleiben. Draußen an der Seitenlinie diskutieren wir im Trainerteam schon während des Spiels über mögliche Szenarien für Mittwoch. Das ist nicht sehr einfach, aber macht eine Menge Spaß«, gab Rose zu. Was der Fußballlehrer meint: Er achtet schon während der Partie drauf, Spieler und letztlich Kräfte zu schonen. 

Denn am Mittwochabend geht es ausgerechnet bei Real Madrid um den Einzug ins Achtelfinale, den Borussia übrigens zum ersten Mal klarmachen könnte. Als Tabellenführer in der Gruppe B haben die Fohlen alle Karten in der eigenen Hand und brauch ‚nur‘ ein Unentschieden bei den ‚Königlichen‘. Selbst bei einer Niederlage kann Gladbach noch in die K.o.-Runde einziehen, muss dann aber auf ein Remis zwischen Donezk und Mailand hoffen…