Oscar Wendt nach seinem cleveren Freistoßtor. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-hautnah.de

Borussia Mönchengladbach hat in der Champions League ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Gegen Schachtar Donezk dominierten die Borussen auch im Rückspiel und gewannen unter dem Strich völlig verdient mit 4:0 – weil sie diesmal von der ersten bis zur letzten Sekunde fokussiert und voll da waren. So steht bereits fest, dass die Fohlen in Europa überwintern werden – vielleicht sogar in der Königsklasse.

Wie wird Borussia Mönchengladbach den späten Nackenschlag gegen den FC Augsburg verdauen? Eine gewichtige Frage, die man sich vor dem Spiel in der Königsklasse gegen Schachtar Donezk als Anhänger und Beobachter der Fohlen stellte. Die Antwort lautet: 

Im Mittelfeld und hinten brannte kaum etwas an

Der ukrainische Meister hatte von Beginn an nichts zu bestellen gegen die Fohlenelf, die gleich da war und keine Zweifel hinterließ, auch das Rückspiel für sich entscheiden zu wollen. Donezk schien irritiert von der Herangehensweise der Borussen, die gleich gut pressten und das Zentrum dicht hielten. Mit verantwortlich dafür war auch Christoph Kramer, der im Mittelfeld für defensive Stabilität und oftmals für Raumgewinn sorgte, indem er die Kugel schnell weiterleitete.

Ebenso zuverlässig arbeitete Florian Neuhaus, der sich defensiv wie offensiv sehr präsent zeigte. Dazu überzeugte der Nationalspieler mit guten Pässen genau in die Schnittstellen und hoher Ballsicherheit.

Knoten bei Embolo endlich geplatzt

Insgesamt überzeugten die Borussen vor der Pause und setzten die Vorgaben von Marco Rose exakt um. Hochkonzentriert sein, Anspielstationen des Gegners zustellen und bei Ballgewinn blitzschnell umschalten – all das tat die Fohlenelf und nutzte diesmal ihre Möglichkeiten. Bis zum 3:0 durch Breel Embolo hatten die Borussen vier Schüsse aufs Tor gebracht, drei davon saßen.

Apropos Embolo. Gerade dem Stürmer war es zu gönnen, dass er sich endlich mal für seinen Aufwand belohnte. Bereits vor dem sehenswerten und artistischen Fallrückzieher hatte der Stürmer Möglichkeiten, um die Kugel in den Maschen zu versenken. Dass er aber die schwerste Chance von allen derart verwertete und für sein erstes Pflichtspieltor der Saison nutzte, sollte Selbstvertrauen und Schwung für die kommenden Spiele geben. 

»Als Stürmer möchte man natürlich immer treffen, ich freue mich, dass es heute geklappt hat. Die Jungs in der Kabine werden sagen, dass der Treffer typisch für mich ist: Den schwierigsten Ball habe ich reingemacht, die einfacheren Bälle vorher sind nicht reingegangen«, wusste Embolo um die kommenden Kommentare. »Aber so ist das manchmal. Dass am Ende auch ein Sieg herausgesprungen ist, ist aber das Wichtigste.«

Borussia bleibt sicher in Europa vertreten, das Achtelfinale greifbar

Wichtig war und ist der zweite Sieg in der Champions League ohne Frage. Vor allem die 2,7 Millionen Euro Siegprämie können die Fohlen angesichts der hohen Verluste durch die Corona-Pandemie mehr als gut gebrauchen. Sicher ist seit dem Sieg von Real Madrid bei Inter Mailand auch, dass Borussia nicht mehr von den ersten drei Plätzen zu verdrängen ist. 

Bedeutet also, die Fohlenelf spielt auch 2021 definitiv in Europa. Ob es jetzt am Ende die Königsklasse oder ‚nur‘ die Europa League wird steht noch nicht fest. Mit vier Punkten Vorsprung auf Platz drei hat die Mannschaft von Marco Rose den Einzug in das Achtelfinale aber fest in der eigenen Hand und kann diesen schon am Dienstagabend im Heimspiel gegen Inter Mailand klarmachen. Die K.O.-Runde konnte Borussia in der Champions League bisher noch nicht erreichen, es winkt also historisches…