Bei Borussia Mönchengladbach ist nun das wieder möglich, was bei anderen Bundesligisten eine Selbstverständlichkeit ist: Dass fast alle Spieler aus dem Profikader zur Verfügung stehen und das Abschlussspiel im Training mit 11-gegen-11 bestritten werden kann.

20 (!) Feldspieler und drei Torhüter begrüßten Dirk Bremser und Frank Geideck, die die Einheit in Abwesenheit des erkrankten Dieter Hecking leiteten, am Mittwochnachmittag. Neben Tony Jantschke und Denis Zakaria war auch Vincenzo Grifo nach seiner Dehnung des Kreuzbandes wieder am Start. »Der Heilungsprozess ist sehr gut verlaufen. Ich habe viel an der Stabilität gearbeitet und am Montag dann wieder das Spielersatztraining mitgemacht und heute wieder das erste Mal mit der Mannschaft trainiert. Ich fühle mich gut. Die Euphorie ist natürlich groß, wieder dabei zu sein«, sagte er nach der gut eineinhalbstündigen Einheit.

»Über Europa brauchen wir nicht immer zu reden«

Jetzt möchte er so schnell wie möglich wieder auf dem Platz oder zumindest im Kader stehen. »Man muss jetzt sehen, wie es sich die Woche hier ergibt. Bock habe ich immer und natürlich möchte ich wieder dabei sein«, so der 24-jährige. Dafür bleiben dem Flügelspieler, der bisher auf 15 Einsätze in der Bundesliga kommt, noch sechs ausstehende Spiele Zeit. Vier Treffer hat er seinen Mitspielern bisher aufgelegt, ein Tor konnte er für seinen neuen Klub noch nicht erzielen. Dass das nicht sein Anspruch ist, daraus macht Grifo kein Geheimnis. Sein Start am Niederrhein lief alles andere als optimal, die ersten sechs Spieltage musste er mit einer Kapselverletzung von der Tribüne aus verfolgen. Nun könnten eben die letzten sechs Partien zumindest für einen versöhnlichen Abschluss beim Italiener sorgen. »Mein Ziel, in den letzten sechs Spielen so viele Spiele wie möglich zu machen und der Mannschaft möglichst viel zu helfen«, erzählt er. „Wir müssen jetzt Gas geben und gegen Hertha gewinnen. Über Europa brauchen wir nicht immer zu reden. Das Thema ist oft genug aufgemacht worden. Wir müssen so viele Punkte wie möglich sammeln, dass wir das erreichen, was wir uns als Ziel gesetzt werden.«

Nur fünf Punkte in den Heimspielen der Rückrunde

Da wäre ein Heimsieg gegen Hertha jedenfalls hilfreich. Das letzte Spiel zu Hause gewann der VfL am 20. Januar mit 2:0 gegen den FC Augsburg. Im Anschluss folgten die Heimniederlagen gegen Leipzig und Dortmund und die beiden Remis gegen Werder Bremen und Hoffenheim. Das sind unter dem Strich magere fünf Punkte. Zählt man nun den Auswärtsdreier von Hannover und das Unentschieden des vergangenen Wochenendes gegen Mainz hinzu, ist die Rechnung der gesammelten Punkte in der Rückrunde auch schon fertig. Und da merkt der Fan der Fohlenelf wieder: Die fünf Punkte Rückstand auf Platz 7 sind ein ganz, ganz großer Brocken…