Bei bestem Fußballwetter wird Borussia Mönchengladbach den VfL Wolfsburg empfangen. Lars Stindl ist nach seiner Sperre wieder mit an Bord. Am Donnerstag hat Dieter Hecking betont, dass er sich trotz der schlechten Phase »sauwohl« in Gladbach fühlt.

Sechs Tage nach der desolaten Leistung in München ist Borussia auf Wiedergutmachung aus. An der sportlichen Lage kann sich für die Elf vom Niederrhein nicht mehr allzu viel bewegen. Es geht vor allem darum, sich mit einem besseren Bild aus der Saison zu verabschieden, als es in den letzten beiden Partien der Fall war. Max Eberl formuliert seinen Wunsch für den Rest der Spielzeit: »Ich möchte schon noch die letzten vier Spiele gewinnen, das ist der Anspruch, den ich habe.«

Während es beim VfL weder um Europa noch um den Abstieg geht, sieht das bei den Gästen aus Wolfsburg komplett anders aus. Vermutlich bis zum letzten Spieltag werden sie mit dem SC Freiburg und Mainz 05 um die Nicht-Abstiegsplätze kämpfen. »Ich wünsche ihnen, dass sie den Klassenerhalt schaffen, aber ohne Punkte aus Gladbach morgen«, sagt Dieter Hecking einem Tag vor dem Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub.

Letzten vier Spiele erfolgreich gestalten

Im Hinspiel feierten die Wölfe mit einem 3:0 Sieg ihren höchsten Saisonsieg. Aktuell sind sie seit drei Bundesligapartien ohne Gegentreffer. Die aktuelle Form spricht nicht für die Elf vom Niederrhein. Sieben der 13 Rückrundenspiele gingen verloren – eine schlechtere Bilanz hat nur der HSV vorzuweisen. »Wenn eine Saison nicht so gelaufen ist, musst du schon sehen, dass du sie erfolgreich zu Ende führst. Es sind vier Spiele, in denen es auch für den Gegner um viel geht. Unsere Spannung sollte da sein. Wir spielen gegen Mannschaften, für die es um Existenzen geht. Wir müssen der Liga gegenüber unsere Leistung bringen aber natürlich vor allem für uns«, betont Hecking.

»Es gibt bei mir null Überlegung, was anderes zu machen«

Um seine Person gibt es seit einigen Wochen Spekulationen. Wird der Vertrag bis 2019 erfüllt oder im Sommer weiter verlängert? Hat Sportdirektor Max Eberl wohlmöglich schon einen ganz anderen Plan in der Tasche? Auf die Frage, ob Hecking seinen Vertrag bis zum nächsten Sommer erfüllen würde, antwortete Eberl kurz und klar: »Ja!«. Hecking selbst äußerte sich daraufhin ebenfalls zu den immer wiederkehrenden Gerüchten: »Es gibt bei mir null Überlegung, was anderes zu machen, weil ich mich hier sauwohl fühle in Gladbach. Und auch in einer Phase, in der es mal nicht so gut läuft und wo die Kritik da ist. Erst dann, glaube ich, fühle ich mich richtig wohl, weil dann kann ich auch wirklich mitgestalten. Und ob das dann gut oder weniger gut ist, das sollen andere Leute beurteilen. Dann gibt es sicherlich bei mir auch mal einen Tag, wo ich denke „alles scheiße“ gerade und man muss sich dann auch mal selbst aus dem Sumpf rausziehen, aber ich spüre hier volles Vertrauen in meine Arbeit«, schildert Hecking.

Stindl zurück, einem Trio droht Sperre

Lars Stindl, der beim FC Bayern München gelbgesperrt aussetzen musste, wird morgen wieder mit dabei sein. Gleiches gilt für Christoph Kramer, der sich am Dienstag eine Prellung der Schulter und der Wirbelsäule zuzog, am Mittwoch aber schon wieder ganz normal trainieren konnte. Sowohl Kramer und Vestergaard als auch Zakaria wären bei einer weiteren Gelben Karte für das nächste Spiel gesperrt. Ob Josip Drmic nach seinem Treffer in München zu seinem nächsten Startelfeinsatz kommt, ist aufgrund der Rückkehr von Kapitän Stindl fraglich. »Josip hat in den letzten Spielen das verkörpert, was wir uns von ihm erhofft haben. Er hat Torgefahr gehabt, er hat Tore gemacht. Das ist das, was für einen Stürmer wichtig ist. Er hat es in München auch bewiesen und von daher ist das etwas, was ich sehr positiv wahrgenommen habe«, schildert Hecking seinen Eindruck des Schweizers.

Traoré und Bénes mit Comeback?

Ibo Traoré, Tobias Strobl und László Bénes standen nach ihren Verletzungen alle schon im Kader, Strobl kam am letzten Wochenende bei den Bayern zu seinem Comeback-Einsatz. »Erstmal sind alle drei Spieler voll im Training. Sie haben die ganze Trainingswoche mitgestalten können. Und von daher haben alle drei im Training einen guten Eindruck hinterlassen, sodass sie auch sicherlich eine Alternative sind«, sagt ihr Coach.

Ausfallen werden Patrick Herrmann (Außenbandanriss und Innenbandteilriss im linken Sprunggelenk), Rául Bobadilla, Fabian Johnson (Aufbautraining), Reece Oxford (Muskelfaserriss im Oberschenkel), Mamadou Doucouré (Muskelteilriss im Oberschenkel) und Julio Villalba (Muskelbündelriss im Oberschenkel).