Jonas Hofmann traf gegen Wolfsburg zur Führung, am Ende stand ein Remis. Foto: Dirk Päffgen.

Borussia Mönchengladbach muss in der Bundesliga weiter auf den ersten Heimsieg warten. Gegen den VfL Wolfsburg reichte es für die Borussen am Samstagabend lediglich zu einem 1:1-Remis. Vor 300 Zuschauern im Borussia-Park führten die Borussen nach dem verwandelten Elfmeter von Jonas Hofmann, doch Wout Weghorst glich fünf Minuten vor Schluss für die Wölfe aus.

Borussias Trainer Marco Rose musste gegen die Wölfe weiterhin auf Andreas Poulsen (Schulter-OP) und Jordan Beyer, der positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, verzichten. Auf der anderen Seite kam für Denis Zakaria, Valentino Lazaro und László Bénes ein Einsatz nach ihren Verletzungen noch zu früh. Ebenso nicht im Aufgebot stand Alassane Plea. Der Franzose war in der Nacht auf Samstag Vater geworden.

Im vergleich zum Derbysieg nahm Rose zwei Änderungen in der Startelf vor: Oscar Wendt bekam in der Viererkette den Vorzug vor Ramy Bensebaini und Breel Embolo im Angriff den fehlenden Plea.

Wolfsburg mit mehr Ballbesitz, Borussen halten die Räume eng

Vor 300 Zuschauern versuchten die Wölfe von Beginn an, das Spiel von hinten in Ruhe aufzubauen, während die in Weiß spielenden Borussen dagegenhielten und das zu unterbinden wussten. Nach sieben Minuten gab es dann den ersten Eckball des Spiels. Der gehörte den Wölfen, einbringen sollte dieser aber nichts. Drei Minuten später machte sich Hofmann auf die Reise, wurde aber aufgrund von korrekter Abseitsstellung zurückgepfiffen (10.).

Generell war es eine ruhige Anfangsviertelstunde, in der sich die Borussen zunächst einmal anschauten, was die Gäste aus der Autostadt mit dem Ball so machten. Wolfsburg hatte eh mehr Ballbesitz und ließ die Kugel laufen. Viel konnten die damit allerdings nicht tun, weil die Borussen die Räume eng hielten. Offensiv hatten aber beide Teams bisher noch nichts Zündelndes zustande gemacht, so dass die jeweiligen Torhüter noch nicht eingreifen mussten.

Neuhaus köpft an den Pfosten, Hofmann haarscharf vorbei

Dann aber die dicke Chance für die Borussen! Hofmann brachte die Kugel von rechts ins Zentrum, wo Neuhaus lauerte per Kopf lediglich den linken Pfosten traf (21.). Nach einer halben Stunde war es eine Partie, die sich recht ausgeglichen gestaltete, was auch ein Blick auf die Spieldaten unterstrich. Auch die nächste gute Gelegenheit hatten dann die Fohlen: Kramer setzte Hofmann auf rechts in Szene. Der Mittelfeldmann zog im Strafraum ab und setzte die Kugel nur um Zentimeter neben den langen Pfosten (33.). Die Fohlenelf erhöhte in dieser Phase das Tempo und wurde stärker. Bis zum Pausenpfiff passierte aber nicht mehr viel, so dass es torlos in die Kabinen ging. Mit Glück für Wolfsburg, denn die Fohlen hatten die besseren Möglichkeiten.

Nach dem Seitenwechsel gehörte den Wölfen die erste Möglichkeit. Brekalo zog beherzt ab, Sommer hielt die Fäuste hin (46.). Ein paar Minuten später eine kleine Schrecksekunde als sich Lainer im Zweikampf mit Brekalo offenbar am Knie wehgetan hatte, aber nach kurzer Behandlung am Spielfeldrand weitermachen konnte (52.).

Sommer zweimal stark gegen Mehmedi

Mittlerweile war eine knappe Stunde im Borussia-Park und den Borussen fehlte im letzten Drittel die entscheidende Idee, um die Wölfe vor Aufgaben zu stellen. Auf der Gegenseite warf sich Sommer spektakulär in den Schuss von Landmann Mehmedi (58.). Kurze Zeit wieder Borussias Schlussmann. Einen Flatterball von Arnold aus 20 Metern wehrte Sommer nach vorne ab, den Nachschuss setzte Baku neben das Gehäuse (63.). Wolfsburg war jetzt am Drücker und drauf und dran, den Fohlen einen einzuschenken. So wie in Minute 67, als sich Neuhaus höchster Not den Schlappen in den Schuss von Brekalo hin hielt.

Hofmann sorgt für die Führung vom Punkt

Auf der Gegenseite kam von den Fohlen im zweiten Durchgang nach vorne zu wenig, um nicht zu sagen gar nichts. Rose reagierte darauf und brachte zwanzig Minuten vor Schluss Hannes Wolf und Patrick Herrmann. Fünf Minuten später lagen die Borussen dann plötzlich in Front! Thuram hatte einen zu kurzen Rückpass von Lacroix gerochen und holte sich die Kugel. Keeper Casteels räumte den Franzosen ab und verletzte sich auch dabei. Doch die richtige Entscheidung hieß Elfmeter für die Borussen! Hofmann nahm sich der Aufgabe an und verwandelte mit etwas Glück ins linke Eck (78.).

Wolfsburg antwortet schnell

Es war der erste Abschluss im zweiten Durchgang der Borussen, der quasi direkt saß. Doch die Wölfe gaben die passende Antwort und schlugen sieben Minuten später zurück. Baku stocherte das Spielgerät mit etwas Glück zu Weghorst, der im Strafraum Platz hatte und aus der Drehung sofort abzog und die Kugel zum 1:1 in den Maschen versenkte. Sommer war hier chancenlos, doch seine Vorderleute waren da nicht auf der Höhe (85.).

Das war der Schlusspunkt unter der Partie, die schlussendlich leistungsgerecht 1:1-Unentschieden endete. Für die Borussen ärgerlich, weil sie zwölf Minuten vor Schluss führten, dann noch den Ausgleich kassierten. Insgesamt war es aber gerade nach der Pause zu wenig von den Fohlen, die dafür im ersten Durchgang gute Möglichkeiten auf der Strecke ließen. Man muss sich deutlich steigern, um in der Königsklasse bei Inter Mailand bestehen zu können.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer (76. Jantschke), Ginter, Elvedi, Wendt (77. Bensebaini) – Kramer, Neuhaus – Hofmann, Stindl (70. Wolf), Thuram (85. Traoré) – Embolo (70. Herrmann)

Weiter im Kader: Sippel (ETW), Lang, Reitz

VfL Wolfsburg: Casteels – Baku, Lacroix, Brooks, Roussillon, Guilavogui – Schlager (46. Gerhardt), Arnold – Mehmedi, Brekalo (89. Philipp) – Weghorst

Weiter im Kader: Pervan (ETW), Siersleben, Klaus, Malli, Steffen, Bielke, Marmoush, Philipp

Tore: 1:0 Hofmann (78., Foulelfmeter), 1:1 Weghorst (85.)

Gelbe Karten: Neuhaus, Herrmann / Schlager, Guilavogui

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Hügelsheim)

Zuschauer: 300 (Borussia-Park)