Wohl die spielentscheidende Szene: Hannes Wolf jagt die Kugel über das Tor. Foto: team2sportphoto

Borussia Mönchengladbach war im Top-Duell bei Bayer Leverkusen drauf und dran, den nächsten Sieg einzufahren und sich in der Tabelle auf den internationalen Plätzen einzunisten. Doch am Ende ging man auch deshalb leer aus, weil man in den entscheidenden Phasen nicht zuschlug.

Hinter Borussia Mönchengladbach liegt eine wahrlich bewegende Woche: Zuerst bezwangen die Gladbacher im heimischen Borussia-Park den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer aus Leipzig mit 1:0, anschließend fegten die Fohlen in der Champions League Schachtar Donezk auswärts in Kiew mit 6:0 vom Platz. Dass es nahtlos so weitergeht, hatte sicherlich niemand erwartet. Schon gar nicht Marco Rose, denn Borussias Trainer wurde nicht müde zu betonen, dass sich seine Mannschaft in jedem Spiel aufs Neue beweisen muss. 

Das gilt vor allem für seine Spieler, denn im Gegensatz zur Königsklasse wechselte Rose nur auf einer Position. Leverkusen hingegen tauschte gleich fünf Spieler im Vergleich zur Europa League aus, womöglich war das am Ende das berühmte ‚Zünglein an der Waage‘. Zwar haben die Fohlen einen sehr breiten Kader und in Leverkusen war nahezu die komplette Mannschaft wieder an Bord, vielen Akteuren fehlt aber eben auch die wichtige Spielpraxis. 

Und so war es am Ende vielleicht eine kleine Energieleistung von Leverkusen, denn die ‚Werkself‘ kam nach zwei Rückständen immer wieder zurück. Borussia hingegen konnte nicht mehr nachlegen und verpasste es, in den entscheidenden Momenten zuzuschlagen. Hannes Wolff aufgrund seiner verpassten Großchance die Schuld für die Niederlage zu geben, wäre an dieser Stelle völlig übertrieben. Aber es zeigt eben auch, dass diese Englischen Wochen viele Körner gekostet haben und am Ende die Konzentration nicht mehr ganz so vorhanden war, wie man sich das vielleicht gewünscht hätte.

Zwar hatte Valentino Lazaro mit seinem Traumtor einen richtigen Lichtblick, doch eine Einzelleistung reichte am Ende eben nichts aus. Die Hausherren aus Leverkusen waren oftmals gedankenschneller und wirkten etwas frischer und zielstrebiger, wenn es Richtung Tor ging. Unter dem Strich ist die Niederlage ärgerlich, weil sie vermeidbar war, aber dennoch nicht unverdient.

Für viele Fohlen gibt es jetzt keine Zeit zum Durchatmen, da sie zu ihren Nationalmannschaften müssen, die übrigen Borussen können und dürfen erstmal durchschnaufen. Hinter Borussia liegen intensive Wochen, nach der Länderspielpause geht der positive Stress wieder von vorne los. Dann warten in der Bundesliga, Champions League und auch im DFB-Pokal die nächsten, kniffligen Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. Und da muss man in jeder Phase des Spiels und in den entscheidenen Momenten voll da sein – defensiv wie offensiv…