ars Stindl brachte die Fohlen mit dem verwandelten Elfmeter zwischenzeitlich in Führung. Foto: Poolfotos/Firo/Päffgen

Nach dem Spielverlauf und der frühen roten Karte nahmen die Fohlen den Punkt bei Hertha BSC gerne mit. Dennoch haderten die Borussen mit dem Ergebnis, es wäre sicherlich noch mehr drin gewesen. Im Kampf um die Europa League droht Borussia nun allerdings den Anschluss zu verlieren. 

Sippel wie bereits im Hinspiel gegen Hertha gefordert 

Schon nach 13 Minuten änderten sich die Verhältnisse im Berliner Olympiastadion bei der Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach, da sah Yann Sommer die Rote Karte. Es war der erste Platzverweis im Trikot der Fohlenelf, erst sein zweiter in der gesamten Karriere. Zuletzt wurde der 32-Jährige vor knapp zehn Jahren vom Platz gestellt, damals noch im Trikot des FC Basel im Schweizer Pokal. 

So kam also Tobias Sippel zu seinem zweiten Saison-Einsatz in der Bundesliga. Auch im Hinspiel gegen die ‚alte Dame‘ hatte der Ersatzmann von Borussia bereits zwischen den Pfosten gestanden. Diesmal war es für den 33-Jährigen allerdings ein Kaltstart, er kam direkt von der Bank aus ins Spiel. 

»Ich wusste, dass sie ohne mich nicht anfangen werden. Deshalb habe ich mich entspannt auf den Einsatz vorbereitet«, scherzte der gebürtige Pfälzer nach Schlusspfiff. Allerdings hatte ‚Sippi‘ keine großen Möglichkeiten sich auszuzeichnen, stattdessen war der erste Schuss gleich drin. »Mit dem ersten Schuss, der leicht abgefälscht war, geraten wir direkt in Rückstand, das war unglücklich. Danach haben wir es aber gut gemacht und gehen mit der 2:1-Führung in der Halbzeit«, sprach Sippel die Moral der Fohlen an. 

Fohlen zeigen erneut eine tolle Moral 

Denn trotz Unterzahl konnten die Borussen erneut eine Partie, zumindest zwischenzeitlich, drehen. Schon gegen den SC Freiburg vor über einer Woche drehten die Fohlen einen Rückstand, die Borussen sind so etwas wie die Comeback-Könige. Dennoch passte der Spielverlauf bis dato den Gästen vom linken Niederrhein überhaupt nicht in den Kram. 

»Nach dem 1:0 der Hertha waren wir etwas gefrustet, mit elf Spielern läuft es natürlich komplett anders. Jede Mannschaft kann eine Überzahl ausspielen. Wir haben keinen Anlaufpunkt mehr gefunden, ansonsten hätte Hertha uns über die Breite überrannt. Trotzdem haben wir eine gute Reaktion auf den 0:1-Rückstand gezeigt und sind noch vor der Halbzeit mit 2:1 in Führung gegangen«, so Christoph Kramer nach der Partie. 

Insgesamt gaben die Berliner 23 Torschüsse ab, die Fohlen hingegen ‚nur‘ sieben Schüsse. Dennoch fand Kramer, dass »wir trotz der Unterzahl nicht allzu viele brenzlige Situationen zugelassen und hatten bei eigenem Ballbesitz auch noch ein paar gute Aktionen, gerade als die Hertha am Ende etwas aufgemacht hat«. Der Weltmeister von 2014 haderte deshalb etwas mit dem Ergebnis: »Daher wäre unter dem Strich vielleicht sogar mehr drin gewesen. Von der kämpferischen Einstellung war es auf jeden Fall ein gutes Spiel von uns.«

Rose hätte gerne noch einen Elfmeter bekommen 

Tobias Sippel fand auch, dass man »im großen und ganzen nach dem Spielverlauf mit dem Unentschieden zufrieden sein kann«. Auch Marco Rose war nach dem 2:2 bei Hertha mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. »Es war eine großartige kämpferische Leistung meiner Jungs. Sie haben sich in Unterzahl aufgeopfert, sind marschiert und haben defensiv wenig zugelassen. Natürlich waren die Berliner mit einem Mann mehr feldüberlegen, aber wir haben – bis auf die unmittelbare Phase nach der Pause – in der wir etwas zu passiv waren, gut verteidigt und hatten selbst auch noch mal zwei große Chancen«, so Borussias Trainer. 

Gleichzeitig haderte der 44-Jährige auch mit einer vermeintlichen Fehlentscheidung von Schiedsrichter Patrick Ittrich. in der 75. Minute wurde Marcus Thuram von Herthas Klünter zu Boden gerissen, der Berliner hielt ‚Tikus‘ klar am Fuß fest und brachte ihn zu Fall. Der Video-Schiedsrichter griff nicht ein, unverständlich für Rose. »Für mich wird Marcus Thuram in der besagten Szene klar am Fuß gehalten. In dem Moment wo man merkt, dass er Tikus am Fuß packt erkennt man eindeutig, dass seine Hand zum Fuß geht und Tikus mitzieht«, beschrieb er die Szene. 

Duell mit kommenden Trainer? 

Trotzdem richtete Rose den Fokus bereits auf die nächste Aufgabe, die heißt am kommenden Samstag Eitracht Frankfurt. »Es ist wichtig, dass wir viele positive Dinge mitnehmen, die Jungs haben sich aufgeopfert und sind marschiert. Jetzt regenerieren wir und dann arbeiten wir anständig auf Frankfurt hin«. 

Die Rheinhessen haben aktuell einen Lauf und sind ganz klar auf Champions-League-Kurs. Besonders brisant ist die Tatsache, dass der aktuelle Trainer Adi Hütter seit einigen Tagen mit Borussia in Verbindung gebracht wird. Es bleibt also spannend, ob einer der beiden Klubs oder gar der Österreicher selbst vor dem Aufeinandertreffen im Borussia-Park sich zu einem Statement entlocken lässt. Wir erinnern uns: Die Entscheidung, dass Rose die Fohlen im Sommer Richtung Dortmund verlässt wurde eben auch vor dem Spiel gegen den BVB, also seinen nächsten Arbeitgeber, bekanntgegeben…