Marco Rose spendet Applaus – Die Fohlen sind wieder da. Foto: Ulrich Hufnagel/Hufnagel PR

Klar und deutlich schlug Borussia Mönchengladbach die Eintracht aus Frankfurt. Die Fohlen brachten sich früh auf die Siegerstraße und zeigten sich vor allem nach Standards eiskalt. Mut machen auch die Aussagen der Verantwortlichen, die im Schlussspurt der Saison nochmal alles in die Waagschale werfen wollen. Das Ergebnis zeigt aber auch, dass die Mannschaft mehr als intakt ist. 

Dass Adi Hütter das Duell gegen seinen kommenden Arbeitgeber verloren hat, dürfte den aktuellen Coach von Eintracht Frankfurt wurmen. Schließlich kassierten die Hessen vor dem Spiel nur eine Niederlage in den letzten 17 Spielen und schossen in den 23 Partien davor immer mindestens ein Tor. Das konnte Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag eindrucksvoll verhindern.

In Tobias Sippel die beste Nummer zwei der Liga

Ersatzmann Tobias Sippel, ohne Zweifel die beste Nummer zwei der Bundesliga, hielt die Fohlen schon früh mit seiner starken Reaktion nach einem Jovic´-Kopfball im Spiel. »Ich habe bei Tobi immer ein gutes Gefühl. Er spielt zwar nicht häufig, aber er ist immer da. Er ist ein klasse Mann mit einem guten Eröffnungsspiel«, lobte Rainer Bonhof in der Halbzeit bei ‚Sky. Sympathisch: Nach dem Spielende machte der gebürtige Pfälzer kein ‚Faß‘ auf und stellte keinerlei Ansprüche. Sippel stellt sich klar in den Dienst der Mannschaft und ist mit seiner Rolle als Nummer zwei einverstanden. An dieser Stelle gebührt dem 33-Jährigen wirklich der allergrößte Respekt für solch eine professionelle Einstellung.

Borussia legt Frankfurt an die Kette

Apropos: Die Einstellung stimmte auch bei der gesamten Mannschaft. Der klare 4:0-Sieg über die Frankfurter zeigte einmal mehr, dass die Mannschaft mit sich im reinen und völlig intakt ist. In diesem Zusammenhang gibt Max Eberl der Erfolg der letzten Spiele Recht, an Marco Rose bis zum Saisonende festzuhalten. Die Fohlenelf ist wieder da und zeigt, wie es laufen kann, wenn man eben einen Lauf und zuvor drei Spiele nicht verloren hat. Das Selbstvertrauen und der Glauben in die eigenen Stärken sind da, die Brust ist breiter. Vor dem Spiel hätten vermutlich nur die größten Optimisten mit solch einem deutlichen Ergebnis gerechnet. Die Fohlenelf hat sich den Sieg aber mehr als verdient hat.

Die Borussen waren von Beginn an griffig und nahmen das Heft in die Hand. Das berüchtigte Tempo-Spiel der Eintracht hatte gestern Nachmittag viel Sand im Getriebe, was an der Spielweise der Fohlen lag. Borussia ließ den Gegner nicht zur Entfaltung kommen und machte die Räume sehr gut dicht. Dass die ersten drei Tore nach Standard-Situationen fielen, war auch kein Zufall.

Starker Jonas Hofmann nahezu unersetzlich 

Nach seiner überspannenden Corona-Infektion legte Jonas Hofmann eine eindrucksvolle Leistung aufs Parkett und zeigte einmal mehr, warum er so wichtig für die Fohlenelf ist. Sechs Tore legte der 28-Jährige schon nach Ecken auf, immer wieder nach dem selben Muster: Scharfer Ball auf den kurzen Pfosten, Kopfball, Tor. Das 1:0 von Matthias Ginter war nahezu eine Kopie des Kopfballtores von Stefan Lainer aus dem Spiel gegen Schalke. ‚Hoffi‘ ist deshalb nicht umsonst der Standard-König der Bundesliga und stellt mit zehn Torvorlagen nach ruhenden Bällen den Bestwert in der Bundesliga. 

Ob diese Leistung am Ende für Europa reicht, liegt eben auch nicht ganz in den Händen der Borussen. Diese wollen alles daran setzen, im Schlussspurt bei der Vergabe um die europäischen Plätze noch ein Wörtchen mitzureden. Das machten vor allem Tobias Sippel und Marco Rose klar, die davon sprachen, den Schwung mitnehmen und noch eine Schippe drauflegen zu wollen.

Die Fohlenelf ist bereit für den Schlussspurt

Aussagen, die Mut machen und die nach der Negativ-Serie auch guttun. Die Fohlen sind seit vier Partien ungeschlagen und holten zehn der möglichen zwölf Punkte, eine starke Ausbeute. Wie schon in der letzten Saison, als man am letzten Spieltag noch die Champions League klarmachte, scheinen die Fohlen in der Endphase nochmal einen Gang zuzulegen und können sich am Ende hoffentlich auch für diesen Aufwand belohnen. Dann hätte Max Eberl sicherlich auch die besseren Argumente, was die Verpflichtung von neuen Spielern und das Halten des noch überlegenden Matthias Ginter betrifft. 

Die kommende englische Woche mit den Spielen in Hoffenheim und im Borussia-Park gegen Arminia Bielefeld wird dazu weiteren Aufschluss geben. Und die gleichermaßen mannschaftlich geschlossene und starke Leistung gegen Frankfurt lassen den Optimismus zu, dass die Saison noch zu einem guten/erfolgreichen Ende finden kann. Die Borussia jedenfalls, ist bereit für den Schlussspurt…