Marcus Thuram und Alassane Pléa harmonieren bestens in der Offensive der Fohlen. Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen

Borussias Stürmer-Duo Alassane Pléa und Marcus Thuram kommen insgesamt auf 38 Torbeteiligungen in der laufenden Bundesliga-Saison. Zudem sind die beiden das aktuell stärkste französische Duo in ganz Europa. ‚Tikus‘ bekam nach seiner Gala gegen Union Berlin sogar ein fettes Sonderlob von Marco Rose. 


Gefährlich und kaltschnäuzig 

Bei all der berechtigten Freude über den Sieg und die ersten Spielminuten von Mamadou Doucouré ging eines schon fast unter: Alassane Pléa und Marcus Thuram erwischten im Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Union Berlin einen echten Sahne-Tag. Zwar gewann ‚Tikus‘ die Auszeichnung „Spieler des Spiels“ bei Borussia, verdient hätten es aber an diesem Nachmittag beide. 

»Marcus und Alassane sind durch die ganze Saison hinweg schon wichtige Spieler für uns. Heute haben sie durch dieses gegen den Ball arbeiten Union immer wieder angelaufen. Dass sie vor dem Tor gefährlich und kaltschnäuzig sind, wussten wir. Das haben sie heute wieder gezeigt«, gab sich Max Eberl am Sonntagnachmittag ganz diplomatisch und lobte einfach beide Akteure. 

Pléa und Thuram sind Borussias Torgarantie 

Mit 18 gewonnenen Zweikämpfen unterstreicht Thuram die Aussagen von Borussias Sportdirektor, damit war er der zweikampfstärkste Spieler auf dem Feld. Mit 33,7 km/h war der 22-Jährige auch noch der flotteste Akteur auf dem Platz, keiner rannte so schnell wie ‚Tikus‘. Hinzu kommen noch seine zwei Tore, die beide sein Kumpel Alassane Pléa aufgelegt hat.

Während Thuram seine erste Saison in Deutschland spielt, hat Pléa schon eine Spielzeit Vorsprung. Doch der 27-Jährige ist statistisch gesehen jetzt schon besser, denn er bringt es in der Saison 2019/ 20 auf insgesamt 20 Torbeteiligungen (10 Tore/ 10 Vorlagen). Zwar traf ‚Lasso‘ in seiner ersten Bundesliga-Saison 12-mal, legte aber auch nur vier Treffer auf. Pléa ist also ein Stück weit mannschaftsdienlicher geworden, was allen voran an seinem neuen Sturmpartner liegt. 

Denn Thuram steht seinem Landsmann keineswegs nach. ‚Tikus‘ schaffte bisher schon zehn Treffer und acht Vorlagen. Zusammen bringt es das Frankreich-Duo also auf 38 Torbeteiligungen. Zwei drittel aller Fohlen-Tore wären also nicht ohne Thuram und Pléa zustande gekommen, ein mehr als beachtlicher Wert. Mit diesen Werten lassen sie sogar Frankreich-Größen wie Antoine Griezmann oder Anthony Martial hinter sich. 

Rose sieht noch Potenzial

Während Alassane Pléa eher ein klassischer Stürmer ist, ist Marcus Thuram sehr variabel. Das weiß auch Marco Rose zu schätzen: »Er hat bei seinem alten Verein viel auf dem Flügel gespielt und hier auch schon im Zentrum. Wir wissen aber auch, dass er im Eins-gegen-Eins vom Flügel aus schon viele Tore vorbereitet hat. Ich glaube, dass wir ihn da weiter ausbilden sollten.« Auch nach seinem starken Auftritt gegen die ‚Eisernen‘ war Thuram in aller Munde, da ging Borussias Trainer sogar schon einen Schritt weiter und sprach von europäischer Klasse. 

»Ich traue Marcus sehr viel zu, er hat sehr viel Potenzial. Wir sehen immer wieder seine Qualität, aber trotzdem sehe ich noch Luft nach oben und Entwicklungspotenzial. Daran werden wir immer wieder arbeiten und das kritisch aufarbeiten, denn er will ja europäischer Topstürmer werden«, so Rose über ‚Tikus‘. Wichtig ist vor allem, dass der 22-Jährige »mit seiner sympathischen und positiven Art jetzt hier angekommen ist«.

Im Fokus der Nationalmannschaft 

Durch seine starken Leistungen in der Bundesliga rückte der Sohn von Weltmeister Lilian Thuram auch immer mehr in den Fokus der Nationalmannschaft Frankreichs. Mit solchen Leistungen und Argumenten wird Didier Deschamps langfristig nicht mehr im ‚Tikus‘ herumkommen. »Es läuft sehr gut bei ihm. Er verbessert sich, seine Entwicklung ist sehr interessant, denn er ist jetzt viel effizienter. Marcus gehört zu den Spielern die wir beobachten«, so der französische Nationaltrainer auf einer Pressekonferenz im November 2019. Einen Bonus aufgrund des großen Namens gibt es nicht, denn »selbst wenn sein Vater nicht Lilian heißen würde, würden wir ihn beobachten«, gab der Trainer der Équipe Tricolore’ zu.