Österreicher, Familienmensch, Fußballer, Autobastler, Tattooliebhaber – diese fünf Attribute beschreiben Martin Stranzl schon ganz gut. Seit vergangenen Sommer ist er Co-Trainer in der U19 von Borussia Mönchengladbach. Nun war er zu Gast im Fohlenpodcast und hat dabei viel von seinem Privatleben und seinen Hobbies preisgegeben. Bei der Frage nach dem Glaube an das Schicksal, hatte Stranzl eine beeindruckende Antwort parat.

In der aktuellen Ausgabe des Fohlenpodcast spricht Martin Stranzl mit Moderator Christian Straßburger unter anderem darüber, welches Spiel seiner Karriere er gerne noch einmal spielen würde. Lange überlegen muss Stranzl dabei nicht: »Das Pokalspiel gegen Bayern München«, beginnt er zu erzählen. »Ich musste leider raus. Im Zweikampf gegen Gomez hat’s mir die Hüfte rausgehauen, da ging dann nichts mehr.« Gemeint ist das DFB-Pokalhalbfinale vom 21. März 2012. In 120 Minuten gelang keiner Mannschaft ein Tor, also musste der Sieger im Elfmeterschießen ermittelt werden. Dante, der zu diesem Zeitpunkt schon bei den Bayern unterschrieben hatte, war an diesem Abend der Unglücksrabe. Er jagte die Kugel über den Kasten und der Traum vom Finale in Berlin war für Borussia Mönchengladbach geplatzt.

»Hätten um Meisterschaft mitgespielt«

»Wenn wir das gewonnen hätten, dann hätten wir auch bis zum Saisonende um die Meisterschaft mitgespielt«, sagt Stranzl mit voller Überzeugung. »Du investierst so viel und dann kriegst du so ein Ding. Das hat man dann bei unserer Mannschaft gesehen. In den Spielen danach ging nicht mehr viel, der Lack war ab. Wenn wir das gewonnen hätten, hätten wir bis zum Ende um die Meisterschaft mitgespielt, da bin ich felsenfest von überzeugt. Da kann mich auch keiner von abbringen. Deswegen ist es das Spiel, das ich gerne nochmal gespielt hätte.« In der Tat gewann Borussia aus den verbleibenden neun Bundesligapartien nur noch drei und wurde am Saisonende Tabellenvierter.

»Sei bereit, er ist es«

Ob er denn ganz allgemein ein Mensch sei, der an das Schicksal glaubt, wird er gefragt. »Manchmal ja, aber manchmal hinterfragt man auch viele Dinge, warum gerade das und das passiert. Deswegen muss es ja irgendwo eine höhere Macht geben. Wenn man sieht, wie viele Menschen es auf der Welt gibt, die eigentlich niemandem was getan haben und dann doch durch irgendeinen Schicksalsschlag komplett aus dem Leben gerissen werden, dann denkt man schon: Warum gerade der?«

Und Stranzl fährt noch weiter fort: »Ich glaube, man hat schon viel selbst in der Hand, aber eben nicht alles. Deswegen hab ich mir auch den Slogan „Sei bereit, er ist es“ tätowieren lassen. Ich finde, das trifft halt zu, weil wenn der Sensenmann oder der Tod dich holen will, dann holt er dich. Man kann sich da auch gar nicht drauf vorbereiten. Deswegen sollte man eigentlich so leben, dass man jederzeit seinem Schöpfer gegenübertreten kann. Deswegen glaube ich schon, dass es da etwas gibt.«

Hier geht es zur vollständigen Ausgabe des Fohlenpodcast mit Martin Stranzl