Maro Rose muss sich in Freiburg defensiv etwas einfallen lassen. Foto: Heiko van der Velden, Amafuma.de

Nach der Niederlage in der Champions League gegen Inter Mailand geht es für Borussia Mönchengladbach im Tagesgeschäft weiter. Und da wollen die Fohlen am morgigen Samstag im Auswärtsspiel beim SC Freiburg auch beim Angstgegner bestehen und nach zuletzt vier Niederlagen in Folge endlich mal wieder etwas Zählbares mitnehmen. Marco Rose hat bei diesem Vorhaben mit einem defensiven Personalengpass zu kämpfen.

Es wurde einiges geschrieben und diskutiert über die Niederlage in der Königsklasse gegen Inter Mailand. Bitter ist sie nach wie vor, ändern kann man sie aber nicht mehr.  Am kommenden Mittwoch (09.12.20, 21 Uhr) geht es dann bei Real Madrid um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League, das dann am 14.12.20 ab 12 Uhr MEZ ausgelost wird. Ob die Borussen da dann in der Lostrommel vertreten sind oder in der Europa League weiterspielen, entscheidet sich eben am Mittwoch.

Fohlenelf will Negativserie brechen

Dazwischen wartet aber eben noch die Bundesliga. Dementsprechend haben die Borussen um Trainer Marco Rose die Partie gegen Inter flott abgehakt und den Fokus auf den Sportclub gelegt. Aus gutem Grund. Die letzten Reisen in den Breisgau hätten sich die Borussen mehr oder weniger allesamt „sparen“ können, denn es hagelte gleich vier Niederlagen in Serie (2:8 Tore). Zuletzt konnte die Fohlenelf in Freiburg in der Bundesliga im März 2002 gewinnen, seitdem holte der VfL an der Dreisam nur zweimal einen Auswärtspunkt. Generell gewannen die Borussen zuletzt 2007 in Freiburg. Damals in der 2. Liga mit 3:1. All diese Statistiken sollen nun aufpoliert werden.

»Wir können die schlechte Serie in Freiburg nicht wegwischen. Man muss einfach festhalten, dass Freiburg eine sehr gute Mannschaft hat. Es ist sehr kompliziert in Freiburg zu spielen«, so Max Eberl am Donnerstag. »Wir haben es die letzten 13 Jahre nicht geschafft dort zu gewinnen, das wollen wir nun endlich wieder schaffen.«

Natürlich hat die Truppe um Trainer Christian Streich und Ex-Borusse Vincenzo Grifo einiges dagegen und wird alles in die Waagschale legen, um dem Lieblingsgegner erneut ein Bein zu stellen. Mit breiter Brust kommt der Sportclub allerdings nicht daher, wartet er doch seit acht Bundesligaspielen auf einen Sieg. Für Marco Rose spielt diese Statistik lediglich – wenn überhaupt – eine untergeordnete Rolle.

»Freiburg ist nicht nur lauf- sondern auch spielstark. Das macht den SC als Gegner sehr unangenehm. Das wissen wir aus eigener Erfahrung. Zu unserer Spielphilosophie gehören Ballbesitzphasen und daran werden wir auch in Freiburg nichts ändern«, sagte Rose. »Vor allem gehört zu unserem Spiel aber auch die Dominanz mit dem Ball. Wir wollen unserem Spiel treu bleiben, das macht uns stark, gibt uns Halt und Kraft – trotz dessen, dass wir aktuell stark beansprucht sind. Wir fahren mit einem guten Gefühl und einer guten Form in den Breisgau und wollen dieses Spiel gewinnen.«

Den letzten Bundesliga- Sieg für die Borussen im Schwarzwald-Stadion gab es am 23. März 2002. Zum entscheidenden 1:0 traf Arie van Lent, Max Eberl stand als Rechtsverteidiger 90 Minuten auf dem Platz. Es war Mönchengladbachs einziger Sieg in 18 Gastspielen an der Dreisam.

Ohne Elvedi und Bensebaini in den Breisgau, Fragezeichen hinter Jantschke

Apropos Verteidiger. Max Eberl ist zwar heuer keine Option mehr und seit stolzen zwölf Jahren erfolgreicher Manager bei den Fohlen, doch so langsam gehen Marco Rose die Verteidiger aus. Gegen Inter Mailand mussten schon Ramy Bensebaini (positiver Covid-19-Test) und Nico Elvedi (muskuläre Probleme) passen. Und auch Tony Jantschke, der gegen Inter von Beginn an aufgelaufen war, musste zur Pause mit einem dicken Knie ausgewechselt werden. Denis Zakaria übernahm in einer Dreierkette. Nicht kategorisch auszuschließen, dass der Schweizer diese Rolle auch in Freiburg ausfüllen wird, denn Elvedi wird auch dort ebenso nicht zur Verfügung stehen wie Bensebaini. Bei Jantschke besteht indes noch Hoffnung.

Beyer noch nicht soweit

Eine andere Option wäre Jordan Beyer, den Rose als Innenverteidiger eingeplant hat. In dieser Spielzeit kam der 20-Jährige aufgrund einer Covid-19-Infektion aber noch nicht zum Einsatz. Zuletzt holt sich der Abwehrmann Matchpraxis in der Regionalliga West. »Wir erleben Jordan jeden Tag und sind froh, dass er seit einem längeren Zeitraum wieder dabei ist und trainiert. Zudem hatte er zwei Teileinsätze bei der U23. Trotzdem können wir nicht wegdiskutieren, dass sein Weg in dieser Saison bis hierhin schwierig war. Erst einmal sind wir froh, dass er gesund ist. Was das für morgen bedeutet, kann ich jetzt noch nicht sagen. Fakt ist, dass er noch nicht bei 100 Prozent ist«, erläuterte Rose.

Davon scheint Mamadou Doucouré aktuell auch weit von entfernt zu sein. In dieser Spielzeit absolvierte der Innenverteidiger erst 63 Minuten für die U23. Bliebe noch Michael Lang, dem zwar auch Spielpraxis fehlt, aber mit Erfahrung punkten könnte. Somit bleibt abzuwarten, wie sich die Abwehr in Freiburg personell gestaltet. In wie fern und in welcher Form Rose mit Blick auf die Belastungssteuerung und das Endspiel in Madrid die Rotationsmaschine anschmeißt, verriet er selbstverständlich nicht.

Wer schlussendlich auf dem engen Platz des Schwarzwald-Stadions aufläuft, ist relativ egal. Für die Fohlenelf gilt es, alles abzurufen und die zweifelsohne besseren Qualitäten auszuspielen, damit diese Reise in den Breisgau nicht als ein weiterer erfolgloser „Betriebsausflug“ verbucht wird und man in Reichweite zu den begehrten Plätzen bleibt…